Barça ärgert sich über VAR
Kuriose Szene bringt Flick auf die Palme

Atlético Madrid schafft gegen Barcelona die Überraschung und gewinnt im Camp Nou nach einer Roten Karte kurz vor dem Pausenpfiff gegen den Gastgeber 2:0. Barça wird nach dem Seitenwechsel allerdings nach einer kuriosen Szene ein klarer Penalty unterschlagen.
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Hansi Flick ärgert sich über einen nicht gegebenen Penalty für sein Team.
Foto: AFP
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Christian FinkbeinerStv. Fussballchef

Hansi Flick (61) ist ein besonnener Mann. Doch nach der 0:2-Niederlage des FC Barcelona im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League verliert der deutsche Trainer der Katalanen die Fassung. «Ich weiss nicht, warum der VAR nicht eingreift. Wir alle machen Fehler – aber wofür haben wir den VAR? Es wäre Penalty und nach der zweiten Gelben Karte Rot gewesen. Ich kann es nicht verstehen.»

Die Szene, die Flick so auf die Palme bringt, ereignet sich in der 54. Minute. Bei einem Abstoss von Atlético setzt Torhüter Musso den Ball im Fünfmeterraum und spielt ihn wenige Meter zu dem rechts von ihm postierten Verteidiger Pubill. Dieser stoppt den Ball mit der Hand und führt den Abstoss noch einmal aus.

Erinnerungen an Arsenal gegen Bayern

Der rumänische Schiedsrichter Istvan Kovacs sieht zwar die Szene, lässt aber weiterspielen. Und auch der Videoassistent Christian Dingert aus Deutschland greift nicht ein, was die Fans im Camp Nou mit gellenden Pfiffen goutieren. Ein klarer Fehlentscheid, denn als Musso den Pass spielt, ruht der Ball und das Spiel ist freigegeben. Für zusätzliche Brisanz sorgt die Tatsache, dass Pubill vor der Pause bereits Gelb gesehen hatte, und regeltechnisch hätte vom Platz fliegen müssen.

Exakt vor zwei Jahren hatte sich in der Partie zwischen Arsenal und Bayern München eine fast identische Szene abgespielt. Auch damals pfiff der Schiedsrichter nicht und verwehrte den Münchnern einen Penalty. «Das ist der klarste Penalty, den ich je gesehen habe», sagte danach Harry Kane. Später an der Pressekonferenz sagte der damalige Bayern-Trainer Thomas Tuchel, der Schiedsrichter habe den Spielern gesagt, das sei ein Anfängerfehler («kids mistake») gewesen und das pfeife er nicht in einem Viertelfinal der Champions League.

Gebrauchter Abend für Barça

Auch im Camp Nou bleibt die Pfeife des Schiedsrichters stumm, was zum verkorksten Abend von Barcelona passt. Früh wird den Katalanen ein Treffer von Rashford aberkannt (18.). Die Gastgeber vergeben weitere Chancen, ehe es kurz vor der Pause knüppeldick kommt. Nach einer Notbremse an Simeone fliegt Cubarsi vom Platz, nachdem Ref Kovacs irrtümlicherweise zuerst nur Gelb gegeben hatte. Den Freistoss versenkt Alvarez magistral zur Führung für die Gäste.

Alvarez packt gegen Barca den Freistoss-Hammer aus
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Atletico düpiert Rivalen:Alvarez packt gegen Barca den Freistoss-Hammer aus

Barcelona hält zwar auch in Unterzahl gut mit und hat bei einem Freistoss von Rashford an die Latte Pech, doch der Norweger Sörloth trifft in der 70. Minute zum 2:0 für die Gäste, womit sich das Team von Diego Simeone eine hervorragende Ausgangslage für das Rückspiel schafft. Nach dem Halbfinal-Aus in der Copa del Rey könnte Barça somit auch in der Champions League an Atlético scheitern, nachdem man beide Spiele in der Liga gewonnen hat.

Doch die Segel streichen will Barcelona noch nicht, auch wenn im Rückspiel der Brasilianer Raphinha erneut verletzt fehlen wird. «Wir haben es mit einem Mann weniger sehr gut gemacht», so Flick. Die Zahlen geben ihm recht, am Ende weist die Statistik 19:5 Torschüsse zugunsten des Heimteams aus. Auch deswegen sagt der Deutsche mit der Wut im Bauch: «Wir glauben an uns.»

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