Darum gehts
- Mohamed Salah führt Liverpool mit 4:0-Sieg gegen Galatasaray ins Viertelfinal
- Salah schiesst ein Tor, verschiesst Elfmeter und liefert wichtige Vorlage
- 430'000 CHF wöchentlich: Vertrag bis 2027, ungewisse Zukunft bei Liverpool
Nach einer Stunde ist er plötzlich wieder da: Jener Mohamed Salah (33), den sie in Liverpool für immer in Erinnerung behalten wollen. Leichtfüssig dribbelt sich der Ägypter dem gegnerischen Strafraum entlang. Ein wunderbar angeschnittener Schuss mit dem linken Innenrist – und es steht 4:0 für den FC Liverpool gegen Galatasaray.
Weggewischt das 0:1 aus englischer Sicht aus dem Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League. Unwichtig, dass ein ganz anderer Salah in der Nachspielzeit der ersten Hälfte noch mit einem unfassbar schlecht getretenen Penalty an Gala-Goalie Ugurcan Cakir (29) gescheitert ist. Ein Salah, der bloss wie ein Schatten seiner grössten Tage wirkt. Einer, der mit seinem Klub mitten in der schwierigsten Phase steckt, seit er 2017 in Nordwesten Englands angekommen ist.
Auf einmal wirkte der Star weinerlich und egozentrisch
Bis Sommer 2027 läuft Salahs Vertrag noch, der ihm 430’000 Franken in der Woche einbringen soll. Aber als er im Dezember an den Afrika-Cup reiste, gab es Gerüchte, er werde nie mehr das Liverpool-Dress überstreifen. Kurz zuvor hatte er ein Interview gegeben, das in eine ungesunde Mischung aus Selbstmitleid und Machtanspruch abgeglitten war.
Er fühle sich «unter den Bus geworfen» klagte er, weil ihn der Trainer nach einer Phase mit sechs Niederlagen in sieben Spielen auf die Bank gesetzt hatte. Um sogleich zu fordern: «Ich will Respekt. Ich muss nicht mehr jeden Tag um meinen Platz kämpfen, weil ich ihn mir verdient habe.» Ob Salah je wieder für Liverpool spielen werde, wurde Arne Slot (47) danach gefragt. «Ich habe keine Ahnung», sagte der Trainer damals.
Aber dann ist der einstige Basel-Star nach dem Einsatz mit dem ägyptischen Nationalteam doch nach Liverpool zurückgekehrt. Und er spielt seit dem Afrika-Cup auch wieder regelmässig in einem Team, das auf seiner Jagd nach einem Platz unter den ersten vier in der Premier League zuletzt erneut zweimal heftig gestolpert ist. Gegen das letztplatzierte Wolverhampton und das taumelnde Tottenham gab es insgesamt nur einen Punkt.
Liverpool-Trainer Slot ist unter Druck
Auch darum ist dieses Spiel am Mittwoch gegen Galatasaray so wichtig für Liverpool. Und insbesondere für Slot, der letztes Jahr noch als Trainergenie gefeiert wurde, als er als Nachfolger des in Liverpool vergötterten Jürgen Klopp (58) sogleich den Meistertitel gewann. Aber jetzt muss Slot plötzlich um seinen Job zittern.
Und er muss vor dem Achtelfinal-Rückspiel gegen Galatasaray etwas über die negativen Reaktionen der eigenen Fans nach dem 1:1 zu Hause gegen Tottenham sagen. «Ich muss eine Menge falsch gemacht haben, wenn die Fans das Team ausbuhen», meint der Niederländer.
Es ist Slot am Mittwoch anzusehen, dass er unter Druck steht. In der ersten Halbzeit tigert er an der Seitenlinie der Anfield Road entlang. Und er enerviert sich telegen über Schiedsrichter-Entscheidungen. Auch wenn diese in diesem Spiel fast immer zu Gunsten seiner Spieler fallen. Zum Beispiel, als vor Dominik Szoboszlais (25) 1:0 ein eigentlich illegaler Block im Strafraum der Türken nicht geahndet wird.
Oder als derselbe Szoboszlai danach sehr leicht über den – allerdings auch töricht ausgestreckten – Fuss von Ismail Jakobs (26) fällt. Dafür gibt es in der zweiten Nachspielminute der ersten Halbzeit jenen Elfmeter, den sich Salah ohne grosse Diskussion schnappt. Und kläglich verschiesst.
Nach der Pause dreht Salah auf
Es könnte der Moment sein, an dem ein in dieser Saison schon heftig gebeuteltes Liverpool die Partie aus den Händen gleiten lässt. Aber an diesem Abend bäumt sich das Team gegen das Schicksal auf. Und es ist ausgerechnet Salah, der den Abend in die richtige Richtung lenkt. Erst bedient er in der 52. Minute Hugo Ekitiké (23), der zum 2:0 trifft.
Schon da singt Anfield wie zu den schönsten Zeiten: «Mo Salah, Mo Salah, Running Down the Wing». Gleich darauf trifft Ryan Gravenberch (23), nachdem Cakir einen Salah-Schuss noch abgewehrt hat. Und schliesslich kommt dieses 4:0. Dieses Tor, das noch einmal seine ganze Klasse beweist.
Viermal hat Mohamed Salah als Spieler des FC Liverpool die Torjägerkrone in der Premier League gewonnen, zweimal den englischen Meistertitel und einmal die Königsklasse. Möglich, dass er gerade seine letzte Saison an der Merseyside erlebt. Für einen Meistertitel wird es nicht mehr reichen. Aber seinen letzten Tango auf der ganz grossen Bühne hat er noch nicht getanzt. Als Nächstes trifft Liverpool auf Paris St-Germain.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Arsenal FC | 8 | 19 | 24 | |
2 | Bayern München | 8 | 14 | 21 | |
3 | Liverpool FC | 8 | 12 | 18 | |
4 | Tottenham Hotspur | 8 | 10 | 17 | |
5 | FC Barcelona | 8 | 8 | 16 | |
6 | Chelsea FC | 8 | 7 | 16 | |
7 | Sporting Lissabon | 8 | 6 | 16 | |
8 | Manchester City | 8 | 6 | 16 | |
9 | Real Madrid | 8 | 9 | 15 | |
10 | Inter Mailand | 8 | 8 | 15 | |
11 | Paris Saint-Germain | 8 | 10 | 14 | |
12 | Newcastle United | 8 | 10 | 14 | |
13 | Juventus Turin | 8 | 4 | 13 | |
14 | Atletico Madrid | 8 | 2 | 13 | |
15 | Atalanta BC | 8 | 0 | 13 | |
16 | Bayer Leverkusen | 8 | -1 | 12 | |
17 | Borussia Dortmund | 8 | 2 | 11 | |
18 | Olympiakos Piräus | 8 | -4 | 11 | |
19 | FC Brügge | 8 | -2 | 10 | |
20 | Galatasaray SK | 8 | -2 | 10 | |
21 | AS Monaco | 8 | -6 | 10 | |
22 | Qarabag FK | 8 | -8 | 10 | |
23 | Bodö/Glimt | 8 | -1 | 9 | |
24 | SL Benfica | 8 | -2 | 9 | |
25 | Olympique Marseille | 8 | -3 | 9 | |
26 | Pafos FC | 8 | -3 | 9 | |
27 | Union Saint-Gilloise | 8 | -9 | 9 | |
28 | PSV Eindhoven | 8 | 0 | 8 | |
29 | Athletic Bilbao | 8 | -5 | 8 | |
30 | SSC Neapel | 8 | -6 | 8 | |
31 | FC Kopenhagen | 8 | -9 | 8 | |
32 | Ajax Amsterdam | 8 | -13 | 6 | |
33 | Eintracht Frankfurt | 8 | -11 | 4 | |
34 | SK Slavia Prag | 8 | -14 | 3 | |
35 | Villarreal CF | 8 | -13 | 1 | |
36 | FC Kairat Almaty | 8 | -15 | 1 |



