Nach Boykott motzt Nyonnais-Boss über die Liga
«Wir haben den Glauben an die Gerechtigkeit verloren»

Stade Nyonnais, designierter Aufsteiger in die Challenge League, hat das Spiel in Brühl SG boykottiert. Aus Protest gegen die Lizenzverweigerung. Das sei reine Willkür, poltert Co-Präsident Simonow
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Der FC Stade-Nyonnais ist sauer auf die Liga.
Foto: Pascal Muller/freshfocus
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Alain KunzReporter Fussball

Stade Nyonnais ist so gut wie in die Challenge League aufgestiegen. Am Samstag sollte mit einem Sieg in Brühl alles klargemacht werden. Doch statt einer Aufstiegssause gibts einen Boykott. Die Waadtländer sind gar nicht erst nach St. Gallen gefahren. Weil sie ein Zeichen setzen wollten. Denn sie haben keine Lizenz für die zweithöchste Liga erhalten.

Warujan Simonow, Ostschweizer Co-Präsident des Teams aus Nyon, ist ausser sich: «Das ist reine Willkür! Wir haben den Glauben an Gerechtigkeit im Fussball verloren.» Was ist passiert? Die Lizenzkommission hat dem Klub aus der Uefa-Stadt die Lizenz wie vor einem Jahr mit derselben Begründung verweigert: Interessenkonflikt.

Vater-Sohn-Beziehung stört die Liga

Der Grundsatz ist: Es dürfen keine zwei Klubs aus der Swiss Football League in demselben Eigentum stehen. Und da kommt Challenge-Ligist Stade Lausanne-Ouchy ins Spiel. Der Klub gehört nämlich Vartan Sirmakes, Multimillionär, Präsident der Nobel-Uhrenmarke Franck Muller. Und letzte Saison war er auch bei Nyon involviert. Früher als Präsident, dann bei der AG-Gründung.

«Doch seither ist der Klub zu hundert Prozent in den Händen seines Sohnes Sassoun. Und dieser ist total unabhängig von seinem Vater», erläutert Simonow. «Ihm gehört die Firma «Cvustos». Das alles hat nichts mit Vartan zu tun. Und nun sagen sie bei der Liga, das gehe wegen der Nähe nicht. Das ist unfassbar!»

«Wir hatten die Aufstiegsfeier geplant»

Als Simonow erfährt, dass die Kommission Nyon die Lizenz verweigert, denkt er, das sei ein Witz. «Wir hatten monatelang, begleitet von der Liga, alles minutiös in die Wege geleitet.»

Deshalb habe man beschlossen, ein Zeichen zu setzen mit dem Nichtantreten in Brühl. «Es tut uns leid für die Jungs. Wir hatten die Aufstiegsfeier geplant. Nun ist alles abgesagt.»

Stade Nyonnais wird Rekurs einlegen. Doch der Stichtag für den Rekursentscheid ist der 28. Mai. Ein Tag nach dem letzten Saisonspiel. Die Aufstiegsparty ist damit schon mal gekillt.

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Challenge League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Vaduz
FC Vaduz
20
24
48
2
FC Aarau
FC Aarau
20
15
48
3
Yverdon Sport FC
Yverdon Sport FC
20
11
36
4
FC Stade-Lausanne-Ouchy
FC Stade-Lausanne-Ouchy
20
11
32
5
Neuchatel Xamax FCS
Neuchatel Xamax FCS
20
-5
25
6
FC Rapperswil-Jona
FC Rapperswil-Jona
20
-8
22
7
FC Stade Nyonnais
FC Stade Nyonnais
20
-6
20
8
FC Wil
FC Wil
20
-14
20
9
FC Etoile Carouge
FC Etoile Carouge
20
-10
17
10
AC Bellinzona
AC Bellinzona
20
-18
13
Aufstieg
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