Was hätte es für eine Aufstiegsparty am Freitagabend in Aarau geben können? Die Regenwolken haben sich pünktlich aufs Aufwärmen der Spieler verzogen, es zeigt sich gar ein Regenbogen hinter der Aarau-Fankurve. Das ganze Brügglifeld ist brechend gefüllt. Als die FCA-Spieler dann noch in der 41. Minute das 2:0 machen, kocht die Stimmung über. Doch die Party bleibt aus – weil Yverdon noch vor der Pause verkürzt und dann nach dem Seitenwechsel von der Nervosität der Rüebliländer profitiert und den Ausgleich schiesst.
So geht es für Aarau erneut in die Barrage – wie bereits im Vorjahr wieder gegen GC. «Veraaraut», würden böse Zungen sagen, denn Aarau und der Aufstieg ist eine Geschichte für sich. Seit elf Jahren spielen die Aarauer in der Challenge League. Eine Rückkehr ins Oberhaus des Schweizer Fussballs stand mehrmals kurz bevor, mehrere Male wurde es auf dramatische Art und Weise verspielt. Wie vor vier Jahren, als der FCA ebenfalls als Leader den letzten Spieltag bestritt und am Ende gar nur auf Platz drei landete. Oder zum Beispiel in der Saison 2018/19, als der FCA in der Barrage gegen Xamax eine 4:0-Hinspielführung verspielte und den Aufstieg im Heimspiel nach dem Penaltyschiessen verpasste. Elsad Zverotic verschoss damals den entscheidenden Elfmeter.
Der jetzige Sportchef der Aarauer winkt nach der Enttäuschung gegen Yverdon ab, die Situation sei nicht vergleichbar: «Das ist jetzt schon ein paar Jahre her. Aber natürlich sind wir auch jetzt mega enttäuscht. Wir haben nun noch eine Möglichkeit. Heute sind die Köpfe unten, aber dann müssen wir wieder auf den Montag schauen.» Dass das Hinspiel in der Barrage bereits drei Tage nach dem Yverdon-Spiel ist, stimmt den 39-Jährigen nicht gerade glücklich: «Es ist klar, dass es unfair ist. Sie können die Spieler schonen und wir müssen bereits am Montag wieder spielen. Das ist eine Herkulesaufgabe. Aber wir haben noch einmal eine Chance – und wir werden dort alles raushauen.»
Blick nach vorne
Die Aarauer sind gut darin beraten, den Kopf nicht in den Sand zu stecken. «Natürlich hätten wir heute aufsteigen sollen. Wir müssen das Ganze jetzt sacken lassen und dann nach vorne schauen», sagte Captain Marco Thaler nach dem Schlusspfiff. Man habe aber nicht einfach so 80 Punkte in der Challenge League geholt. Es gehe jetzt darum, dass das jeder selbst verarbeite und man dann schnell wieder als Team zusammenkomme. Die vergangenen Nicht-Aufstiege seien aber kein Thema: «Wenn man auf die letzte Barrage schaut, sind zwar noch ein paar Spieler da. Bei den anderen sind es nur noch zwei. Es spielt also keine Rolle.» Auch Thaler weiss, dass die Barrage nicht einfach wird: «Jetzt wartet GC auf uns, die mit dem neuen Trainer sicher wieder etwas ins Rollen gekommen sind. Wir wissen aber auch, was wir können.» Auf die Frage, ob man jetzt einfach über den Umweg aufsteige, hat der 31-Jährige eine kurze, aber klare Antwort: «Ja.»
Es sind Antworten, die alle Spieler unisono geben. So sagt auch Goalie Marvin Hübel: «Die Führungsspieler müssen jetzt vorangehen und positiv sein. Wir haben es immer noch in den eigenen Händen und müssen dieses Feuer jetzt nutzen.» Dass die Aufstiegsflamme noch nicht erloschen ist, können die Spieler am Montag unter Beweis stellen. Das Brügglifeld wird sich trotz der Enttäuschung am Freitag auch am Montag wieder in eine stimmungsgeladene Festhütte verwandeln. Wie bereits gegen Yverdon wird auch gegen die Hoppers ein ausverkauftes Haus erwartet.
Apropos Brügglifeld. Ein Fragezeichen bleibt: Wo spielt der FC Aarau, wenn er aufsteigt? Obwohl das Stadion in die Jahre gekommen ist, bleibt es in der derzeitigen Form die Heimstätte der Aarauer. Auf Anfrage von Blick schreibt die Liga: «Das aktuelle Stadionprojekt in Aarau ist nach wie vor in einem laufenden Bauverfahren, wobei dieses durch Dritte in der Umsetzung behindert wird.» Deswegen habe der FC Aarau erneut eine Ausnahmebewilligung erhalten. Diese würde auch für die Super League gelten.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Vaduz | 36 | 34 | 81 | |
2 | FC Aarau | 36 | 30 | 80 | |
3 | Yverdon Sport FC | 36 | 27 | 67 | |
4 | FC Stade-Lausanne-Ouchy | 36 | 8 | 50 | |
5 | Neuchatel Xamax FCS | 36 | -1 | 49 | |
6 | FC Rapperswil-Jona | 36 | -10 | 44 | |
7 | FC Etoile Carouge | 36 | -8 | 40 | |
8 | FC Wil | 36 | -16 | 40 | |
9 | FC Stade Nyonnais | 36 | -27 | 28 | |
10 | AC Bellinzona | 36 | -37 | 23 |


