Hamilton, Schumacher, Senna
Wer ist der Grösste der Formel-1-Geschichte?

Die Frage ist fast so alt wie die Formel-1-Weltmeisterschaft selbst: Wer ist der Grösste aller Zeiten? Die schon millionenfach gestellte Frage kennt keine richtige Antwort. Weil es eben keine gibt.
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Roger BenoitFormel-1-Experte

Es werden immer die Sympathien der Fans im Vordergrund stehen. Denn bei dieser auf dem Papier einfachen Frage darf man keine neutralen Antworten erwarten. Alle sechs Fahrer haben polarisiert und damit die Fanlager geteilt.

Fangio oder Prost?

War der fünffache Champion auf vier verschiedenen Autos, Juan Manuel Fangio (starb 1995 mit 84 Jahren), besser als der vierfache Weltmeister Alain Prost (71), der den fünften Titel 1984 gegen McLaren-Teamkollege Niki Lauda (starb 2019 mit 70 Jahren) um einen halben Punkt verlor? Prost galt als Professor hinter dem Lenkrad und als politischer Drahtzieher.

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Fünffacher Champion auf vier verschiedenen Autos: Juan Manuel Fangio.
Foto: AP

Senna oder Schumi?

War das Naturtalent und der Regenkönig Ayrton Senna (starb 1994 mit 34 Jahren) besser als der fleissige deutsche Arbeiter mit seiner Mentalstärke, Michael Schumacher (57)? Weltweit hätte der Brasilianer bei den Sympathien sicher einen grossen Vorsprung.

Hamilton oder Verstappen?

Muss Sir Lewis Hamilton (41) um seine 105 Rekordsiege nach fast 400 Rennen gegen den kaum zu stoppenden Max Verstappen (73 Erfolge in 250 WM-Läufen) zittern? Wem gehört die Ehrung GOAT (Greatest Of All Time)?

Alonso und Vettel nicht vergessen

Bei der Bewertung müsste auch die Qualität der Rivalen in jener Zeit eine Rolle spielen. Und vergessen wir nicht, dass für viele Fans noch andere Namen in den Kreis der erlauchten sechs Piloten gehören.

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Da wäre der zweifache Champion Fernando Alonso (45), der drei WM-Kronen um insgesamt acht Punkte (1, 3 und 4) verpasste! Da darf man Vierfach-Weltmeister Sebastian Vettel (39) nicht vergessen, der allerdings zu den Red-Bull-Zeiten kaum Konkurrenz hatte.

Stewart, Clark und Moss

Da wären stilistisch der Pianist unter den Fahrern, Jackie Stewart (87) und sein ewig für Lotus fahrender Landsmann Jim Clark (starb 1968 in der Formel 2).

Auch ohne Titel ein Ass unter den Piloten: Stirling Moss (starb 2020 mit 90 Jahren). Wer in sieben Jahren viermal Vizeweltmeister und dreimal WM-Dritter wird, gehört wahrlich zu den Grossen.

Verstappen: «Vergleich unmöglich»

Doch die Frage bleibt: Wer ist nun der Grösste? Die bisher beste Antwort bekam Blick vom neuen Seriensieger Verstappen: «Man sollte die besten Fahrer jeweils zu den entsprechenden Epochen zählen. Man kann diese verschiedenen Zeitalter in der Formel 1 kaum vergleichen. Also ist es für mich unmöglich, einen Namen zu nennen.»

Sauber: «Wenn, dann Schumi»

Es sind die Worte, die dem aktuellen Geburtstagskind Peter Sauber (wird am Dienstag 83) aus der Seele sprechen. «Ich würde jedes Wort von Max unterschreiben. Aber wenn man mich nun zwingen würde, einen Piloten zu nennen, dann wäre das Michael Schumacher!»

Für den früheren Teambesitzer und jetzt aktuellen Audi-Fan spielt dabei natürlich eine Rolle, dass «wir Michael von der Formel 3 in die Formel 1 gebracht haben. Da hat man eine andere Beziehung. Doch sein Talent sowie seine physische und psychische Stärke waren einmalig. Dazu kam ein grosses technisches Verständnis.»

Antonelli nicht vergessen

Wer steigt nun als nächster und siebter Star in den GOAT-Olymp auf? Man darf sich nicht wundern, wenn es ein Italiener wäre: Kimi Antonelli (20). Wenn der Mercedes-Shootingstar weiter so schnell lernt, wie er fährt, könnte man in drei bis vier Jahren durchaus die Frage stellen: Hat er das Talent und die Erfolge zum Grössten?

Peter Sauber zu Blick: «Für mich ist Kimi einfach nur ein Phänomen, das dem ganzen Zirkus guttut. Wie einst unser Kimi Räikkönen. Vor 20 Jahren war der Finne ja der letzte Ferrari-Weltmeister!»

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