Vor 56 Jahren in Monza
Rindt-Todescrash und der Regazzoni-Triumph

Am 5. und 6. September 1970 erlebte Monza die Hölle und den Himmel. Am Samstag starb WM-Leader Jochen Rindt. Am Sonntag feierten 200'000 Fans den ersten Ferrari-Sieg des Tessiners Clay Regazzoni.
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1970 kams in Monza zum tödlichen Unfall des Österreichers Jochen Rindt.

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Jochen Rindt starb 1970 in Monza und gewann posthum die Weltmeisterschaft
  • Rindt hatte kein Vertrauen in seinen Lotus 72, Bremswelle brach
  • 28 Führungswechsel, Clay Regazzoni siegte erstmals mit 31 Jahren
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Roger BenoitFormel-1-Experte

Näher lagen sich in der Formel 1 seit dem WM-Beginn 1950 in Silverstone (alle Teilnehmer sind mittlerweile verstorben) die Tragödien und Jubelszenen noch nie.

«Kein Vertrauen ins Auto»

Kurz vor seinem Tod hatte der Grazer noch mit Blick auf der Boxenmauer geraucht – heute unvorstellbar. Drei Stunden später verunglückte Rindt bei der Qualifikation im Lotus 72 beim Anbremsen der Parabolica tödlich. Unfallgrund: Bruch der Bremswelle.

Rindt, der kurz darauf als bisher einziger Pilot posthum Weltmeister wurde, hatte sein Schicksal geahnt. Mehrmals sagte er: «Ich weiss, dass ich ein guter Rennfahrer bin, ich habe also Vertrauen in mein Können. Das Gleiche kann ich leider nicht von meinem Auto behaupten!»

Monza 1970: 28 Führungswechsel

Die Tränen waren kaum verflossen, strömten am Sonntag über 200'000 Fans ins Autodromo. Ferrari stand mit Ickx auf der Pole-Position (neben Rodriguez im BRM). Regazzoni lauerte als Dritter neben Stewart (March) auf seine Chance.

Ein verrücktes Rennen sah 28 Führungswechsel mit sechs Boliden. Am Ende kamen nur acht Autos ins Ziel. Jo Siffert schied bereits nach drei Runden im BRM aus – Motorprobleme.

Clay: Premiere mit 31 Jahren

Am Ende triumphierte der Tessiner Clay Regazzoni erstmals mit 31 Jahren (er hatte an Rindts Todestag Geburtstag!) – 5,7 Sekunden vor Stewart und 5,8 vor Beltoise (Matra). Das Tollhaus flippte aus – und die Gedanken an Rindt waren im roten Wahnsinn nur noch wenige. 

Der Schotte Jackie Stewart ist heute mit 87 Jahren der älteste noch lebende Champion (dreimal). Nach dem Drama von Michael Schumacher Ende Dezember 2013 sprach Stewart einen grossen Satz aus: «Im Gegensatz zu meinen Zeiten ist die Formel 1 jetzt weniger gefährlich als Skifahren!»

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