Darum gehts
- Formel-1-Star Kimi Antonelli bei Event in Schaffhausen eingeschränkt
- Medienfragen zensiert, nur 2 von 28 Fotos akzeptiert
- 34-jähriger Senna-Overall heimlich auf Parkplatz übergeben
Werden wir mal persönlich. Am meisten werde ich gefragt: War früher in der Formel 1 alles besser? Die Frage darf und kann man nicht mit einem schnellen Ja beantworten. Es war sicher anders, fröhlicher, lebendiger, freundlicher und emotionaler. Anders eben.
Jetzt im Zeichen der Digitalisierung und der immer grösser werdenden Kommunikationsabteilungen in den Teams (bis zu 50 Leuten) will man nach aussen mit Tonbändern alles kontrollieren, bestimmen – und in die eigenen Wege leiten. Die meisten Stars als gut bezahlte Marionetten ihrer Arbeitgeber und Sponsoren. Das gilt nicht nur für die Formel 1.
Ein gutes Beispiel. Vor zehn Tagen war WM-Leader Kimi Antonelli, der ein deutsches Auto fährt, bei einer Schweizer Uhrenfirma.
Der Italiener wurde den Medien angeboten. Bedingung: Man muss die Fragen vorher einschicken – und wenn Bilder gemacht werden, wollten die Verantwortlichen diese vor der Veröffentlichung sehen.
Kurz: Es wurden nicht alle Fragen (auch harmlose) zugelassen – und zwei davon später sogar noch vor Erscheinen des Interviews verboten.
Die Blick-Reporterlegende Roger Benoit kennt die Formel 1 wie kaum ein anderer. Im neuen Buch «Formel Wahnsinn» schaut er zurück auf über 825 Grand Prix und sein verrücktes Leben. Dabei verrät er einzigartige Anekdoten, unglaubliche Skandale und tragische Geschichten.
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Von den 28 eingesandten Bildern des Anlasses, geschossen von einem langjährigen Blick-Sportfotografen, wurden gerade mal zwei akzeptiert. War wohl zu wenig Werbung drauf.
Der Chronist wollte bei diesem Anlass (zwei Tage nach Kimis 20. Geburtstag) dem grössten fahrenden Senna-Fan ein unvergessliches Geschenk überreichen.
Wir sprechen hier vom Senna-Overall, den mir der Brasilianer in Adelaide 1992 beim letzten Rennen im McLaren-Honda hinter den Garagen geschenkt hatte. Mit den Worten: «Verstecke ihn sofort. Denn gleich kommt Ron um die Ecke!» Also der McLaren-Chef Ron Dennis …
Und diese fast 34-jährige Rarität wollte ich Antonelli schenken – als Vermächtnis. Als Kimi davon erfuhr, konnte er sein Glück nicht fassen, umarmte mich. Aber die Uhrenfirma und die deutsche Autofirma legten das Veto ein. Am Ende hiess es sogar, dass die Familie Senna darüber informiert werden möchte.
Aber hallo, hatten die Leute vielleicht noch das Gefühl, der Overall sei gestohlen? Machen wir es kurz: Das eingepackte Geschenk wechselte auf einem Parkplatz am Altstadtrand von Kofferraum zu Kofferraum den Besitzer. Ohne Fotos.
Was für eine – neue – Welt.