Verstappen im «neuen» Red Bull nur Vierter
Antonelli vor Piastri – Ferrari eingebremst

Der Ferrari-Spuk von Barcelona soll sich hier in der Steiermark nicht wiederholen. McLaren, Mercedes und Red Bull haben aufgerüstet und am ersten Trainingstag die Roten in die Schranken gewiesen. Schnellster. Antonelli vor Piastri, Norris und Verstappen.
Kommentieren
1/7
Kimi Antonelli ist im zweiten Training von Spielberg der Schnellste.
Foto: AP Photo/Denes Erdos
2 Frage21 Tupfer Benoit1_2 Benoit1_18 Aufmacher3.JPG
Roger BenoitFormel-1-Experte

Bereits im ersten Training hatte Ferrari Mühe mitzuhalten. Der modifizierte Motor blieb auf dem 4,326 km langen Berg- und Talkurs eher blass. Die Motorenkunden Haas und Cadillac die Ausbaustufe gar nicht erhalten. Obwohl dies die FIA vorschreibt.

Bauverbot für Mercedes

Nach dem Barcelona-Kracher von Hamilton hatte die FIA eine Anfrage von Ferrari bekommen: Dabei wurde über kaum legale Veränderungen am Diffusor bei Mercedes hingewiesen.

Der Seriensieger (fünfmal Antonelli, einmal Russell) hatte das Teil im Heck auf abenteuerliche Art und Weise verlängert. Der Regelhüter FIA entschied schnell: System verboten.

Nächste Anklage kommt

Mit solchen Detailfragen (andere reden von versuchter Schummelei) muss sich die FIA seit Jahren fast wöchentlich herumschlagen. Auch jetzt werden die neuesten Fotos von den Boxen und der Strecke in den verschiedenen Werken bereits ausgewertet, ausgemessen.

Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.

Und dann? Entweder wird ein Teil der Konkurrenz als illegal empfunden oder es geht sofort in die Kopierabteilung im eigenen Haus. Das alte Spiel, nur die Melodie der Anklage oder der Verleumdung ändert sich.

FIA machtlos gegen Teams

Der gemeinnützige Weltverband FIA mit über 200 Mitgliedsländern hat letztes Jahr einen überraschenden Gewinn von 6,7 Millionen Dollar gemacht (43 Prozent mehr als im Vorjahr). Vor fünf Jahren musste man ein Minus von 21 Millionen bekanntgeben.

Dieser gigantische Apparat aus Paris muss sich zu einem kleinen Teil mit der Formel 1 beschäftigen. Alle Topteams haben auf der technischen Seite mehr Leute als der gesamte Kontrollapparat der FIA.

«Wir stehen gewissen Problemen oft hilflos gegenüber», sagte ein FIA-Mann zu Blick, «die Teams können für einen Lösungsvorschlag oft 20 bis 30 Ingenieure einsetzen!

Vertrauen gibt es nicht

Es wird also auch in Zukunft jeder den anderen verdächtigen, ausserhalb der Grauzonen zu operieren und sich Vorteil zu verschaffen. Längst hat dieses dreckige Spiel hinter den Kulissen auch bei den kleinsten Teams Einzug gehalten. Kurz: Es traut keiner mehr dem anderen!

Wo wird Max glücklich?

Ein Mann braucht jetzt besonderes Vertrauen: Max Verstappen (28). Wenn das von Red Bull für die Heimshow in Spielberg (Sonntag ab 15 Uhr live) angekündigte Update nicht die erwartete Leistungssteigerung bringt, wird sich die Gerüchteküche nicht mehr schliessen.

Diese spuckte am Donnerstag wieder mal zwei «heisse» Stories in den sozialen Medienhimmel: In England heisst es, dass Russell noch in Österreich einen Mercedes-Vertrag für 2027 mit Option bekommt. Und Italien meldete den baldigen Fahrertausch zwischen Piastri (McLaren) und Verstappen (Red Bull). Nun, der Holländer war als Vierter 0,3 Sekunden langsamer als der Australier.

Bei Audi fährt die Hoffnung mit

Im zweiten Training waren alle Fahrer ausser dem Cadillac-Duo Pérez und Bottas schneller als am Mittag, als sechs Talente wieder mal für 60 Minuten in die GP-Schule gehen durften. Dabei überzeugte der Schwede Beganovic mit Platz neun im Ferrari.

Bei Audi versucht man das letzte Doppel-Punkteresultat von Sauber 2025 hier in Spielberg (8. Bortoleto, 9, Hülkenberg) zu wiederholen. Die Lage nach dem ersten Tag ist – wie meistens an den Freitagen – verheissungsvoll. Also am Hitze-Wochenende (noch) nicht zu viel erwarten.

Push für Verbrenner

Für 2027 und 2028 hat die FIA schon mal wieder die umstrittenen Regeln geändert: Nächstes Jahr darf fünf Prozent mehr Benzin durchfliessen, für das Jahr darauf sind es dann 13 Prozent.

Damit steigert man die Leistung des Verbrennermotors und senkt die Leistung des Elektromotors. So dass das Verhältnis von rund 50:50 auf 60:40 erhöht wird.

Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen