Noch nie sah man Audi während einer TV-Übertragung mehr als am Sonntag beim GP do Brasil. Dank Altmeister Nico Hülkenberg (39). Fünf Runden vor Schluss schnappte sich der Deutsche den Briten Lindblad im Racing Bulls nach einem harten Duell im Kampf um Platz zehn.
Dieser WM-Punkt kann am Ende der Saison noch Gold wert sein, denn Audi verkürzte den Rückstand auf Haas-Ferrari auf 28:31. Es geht um den 7. Platz bei den Teams und rund 15 Millionen Dollar mehr Preisgeld.
Hülkenberg erhält Zeitstrafe
Nun, wer im 269. GP als Vierter startet, der darf mit einem zehnten Platz kaum zufrieden sein. Doch Hülkenberg muss es sein. Denn im Kampf mit Colapinto (Alpine) kürzte er die Strecke ab, lag vor ihm und kassierte sofort eine Zehnsekunden-Strafe.
Die sass er dann beim dritten Gummi-Stopp ab, als der Regen zurückkehrte. Leider ist der manchmal zu übermütige Kämpfer 2026 in zu viele Zwischenfälle verwickelt und kassiert dauernd Strafen. Trotzdem kann Audi froh sein, dass er mit bald 40 Jahren noch dabei ist.
Der Traum vom zweiten Podest nach Silverstone 2025 (damals noch Sauber) war eigentlich schon nach dem verhauenen Start weg – und die Konkurrenz einfach zu gross. Zudem ist der Audi-Motor immer noch der schwache Punkt des GP-Einsteigers.
Frust bei Bortoleto
Mit dem zehnten Platz hat Nico im internen Duell gegen Gabriel Bortoleto (22) auf 14:14 Punkte ausgeglichen. Der Brasilianer erlebte wie vor einem Jahr (zwei schwere Unfälle) auch beim zweiten Heimauftritt eine Horror-Show.
Diesmal blieb er zwar auf der Strecke, aber wenn du meist nur hinten mit Landsmann Camara, Stroll oder Pérez beschäftigt bist, dann bleibt am Ende nach einem harmlosen 16. Platz nur wieder der Frust.
In der Nacht vor dem Rennen hatte man bei Bortoleto noch eine sechste Batterie und Leistungselektronik eingebaut. Doch der Einheimische konnte trotz einer Strafe von zehn Startplätzen die 19. Position behalten. Direkt neben Altmeister Hamilton, der den halben Antriebsstrang im Ferrari gewechselt hatte. Und Neunter wurde.