Das Rennen
Was kann Kimi Antonelli in dieser Saison bremsen? Eine Rückversetzung in die hintersten Startreihen offenbar nicht: Der WM-Leader muss nach dem fünften Motorenwechsel in dieser Saison von Startplatz 19 aus ins Rennen steigen – und stösst bis zur 18. Runde tatsächlich an die Spitze vor. Sein letztes Opfer auf der Aufholjagd ist dabei Mercedes-Teamkollege George Russell, mit dem er sich anschliessend mit der Führung abwechselt.
Bis Antonelli nach 28 Runden eine Virtual-Safety-Car-Phase für einen Reifenwechsel nutzt und mit den frischen Medium-Reifen wieder Druck auf Russell macht. Schnell ist er wieder am Briten dran, der Italiener scheint auf den letzten Runden gar im Vorteil zu sein. Und am Ende jubelt der Youngster tatsächlich: Der 20-Jährige überholt seinen Teamkollegen in Runde 50 und feiert seinen siebten Sieg.
Auf den WM-Dritten Lewis Hamilton baut Antonelli seinen Vorsprung deutlich aus. Der siebenfache Weltmeister fällt nach einem Rencontre mit Teamkollege Charles Leclerc weit zurück. Immerhin fängt er sich im Laufe des Rennens etwas, er wird am Ende Sechster.
Ein weiterer Verlierer des Tages ist Pierre Gasly: Der überraschende Polesetter kann im Rennen nicht an seine Leistung vom Samstag anknüpfen und büsst langsam, aber stetig Positionen ein. Dennoch dürfte der Franzose zufrieden auf das Rennwochenende in der Lombardei zurückschauen, egalisiert er doch mit Rang sieben sein Saisonbestresultat.
Audi
11. Gabriel Bortoleto
13. Nico Hülkenberg
Für die beiden Audi-Piloten ist der GP von Monza eine zähe Angelegenheit. Gabriel Bortoleto, als Zehnter noch aus den Punkterängen gestartet, verliert früh eine Position, er fällt aus den Top 10 – zu Punkten reicht es damit knapp nicht. Auch für Teamkollege Nico Hülkenberg gibt es während des eigentlich spektakulären Rennens kaum Verschiebungen, wodurch Rang 13 resultiert.
Das gab zu reden I
Ferrari erlebt ausgerechnet am Heimrennen einen Horrorstart: Bei der Scuderia geht auf den ersten Runden alles schief. Erst kommen sich Hamilton und Leclerc in die Quere, wodurch der Brite auf Rang zehn zurückfällt – dann crasht Leclerc in der Parabolica-Kurve ohne Fremdeinwirkung heftig. Bei der grossen Ferrari-Anhängerschaft in Monza fliessen so bereits nach vier Runden die ersten Tränen. Immerhin: Vor den TV-Kameras gibt Leclerc noch während des Rennens Entwarnung.
Das gab zu reden II
Rund 30 Minuten ist das Rennen nach Leclercs Crash unterbrochen – und die Fahrer müssen sich danach noch weiter gedulden: Yuki Tsunoda fährt vor dem Restart auf die falsche Startposition, zieht im letzten Moment doch noch rüber und steht so schräg im Startfeld. Die Folge: Eine weitere Einführungsrunde. Nach rund 45 Minuten sind so erst vier Runden gefahren.
Der WM-Stand
1. Kimi Antonelli, Mercedes 267 Punkte
2. George Russell, Mercedes 201 Punkte
3. Lewis Hamilton, Ferrari 191 Punkte
4. Lando Norris, McLaren 171 Punkte
5. Charles Leclerc, Ferrari 155 Punkte
So gehts weiter
Der Formel-1-Tross zieht nun weiter nach Spanien, wo bereits am kommenden Wochenende der nächste Grosse Preis ansteht. Das Qualifying wird am Samstag um 16 Uhr ausgetragen, das Rennen steigt dann am Sonntag um 15 Uhr – und dies erstmals überhaupt auf dem brandneuen Madring in der spanischen Hauptstadt Madrid.