Doch die Vorfreude begleitet Kimi bis zum ersten Training auf 2200 Meter Höhe am Freitag. Vor einem Jahr wurde dort oben Antonelli in der Qualifikation und im Rennen jeweils Sechster.
Antonelli schon Champion?
Das wäre am nächsten Sonntag um 21 Uhr MEZ (TV live) fast ein Luxusresultat. Dass er vielleicht gar nicht mehr braucht, wenn die FIA endlich bekannt gibt, ob sie in Katar und Abu Dhabi fahren – oder am 6. Dezember eben nur noch in Imola.
Muss man aus Sicherheitsbedenken im Nahen Osten die italienische Notvariante wählen, wäre Kimi seit Sonntag offiziell Weltmeister! Und sonst genügt nicht einmal ein Erdbeben für einen anderen Champion. Teamkollege Russell müsste alle fünf Rennen gewinnen – dann darf Kimi fünfmal nicht Neunter oder besser werden. Das Gleiche gilt für Hamilton (Ferrari) bei fünf Siegen. Dann genügt Kimi in fünf Versuchen ein 10. Platz.
Rechnerei ist lächerlich
Also vergessen wir diese fast lächerliche Rechnerei. Die englischen Buchmacher haben Antonelli als Weltmeister schon vor Austin nicht mehr angeboten!
Bleibt eine interessante Frage: Mit welcher Startnummer beginnt Antonelli 2027 seine Titelverteidigung Mitte März in Bahrain?
Kimi ewig ein Senna-Fan
Die Antwort auf die Blick-Frage wurde von Kimi so beantwortet: «Ich muss zuerst in Mexiko meinen Job erledigen. Aber ich denke, wenn ich am Ziel bin, dass ich weiter mit der Startnummer 12 antrete!»
Ein klares Bekenntnis zu seinem einzigen Rennfahrer-Vorbild, Ayrton Senna (starb 1994 in Imola). Der Brasilianer war von 1985 bis 1988 vier Jahre mit der Nummer 12 unterwegs. Drei Saisons bei Lotus und das erste Jahr bei McLaren, bis er dort 1988 erstmals Weltmeister wurde. Dann übernahm Senna die Nummer 1, bis ihm Erzfeind Prost diese 1989 abjagte. Und mit der Nummer 1 zu Ferrari verschwand. Eher stillos.
Seit 13 Jahren mit der 44
Antonelli will also seine Nummer 12 behalten – und tritt damit in die Fussstapfen seines grossen Bewunderers, Sir Lewis Hamilton (41). Der siebenfache Weltmeister ist seit 2014, als die freie Nummern-Wahl eingeführt wurde, mit seiner alten Kart-Nummer 44 unterwegs.
Nur nach seinem ersten Titel 2008 fuhr er bei McLaren-Mercedes mit der Startnummer 1, die damals automatisch dem Weltmeister gehörte. Die anderen Zahlen auf seinem Auto nach jetzt 398 Rennen: 2, 3, 4, 10 und 22. Fährt Antonelli als einziger Champion in den letzten 40 Jahren nie mit der Nummer 1? Früher wurden die Nummern oft von Rennen zu Rennen gewechselt.