Das Rennen
Bei der ersten Gelegenheit klappts für Kimi Antonelli zwar noch nicht mit dem WM-Titel – weltmeisterlich ist sein Auftritt am GP USA trotzdem: Der Italiener hat in Austin stets alles unter Kontrolle und feiert einen Start-Ziel-Sieg – lediglich in der Phase der Reifenwechsel muss er die Führung kurzzeitig abgeben.
Dies liegt vor allem an der Reifen-Taktik von Max Verstappen, der lange Antonellis erster Verfolger ist. Bereits nach 13 Runden fährt er erstmals an die Box – und bleibt auf den weichen Reifen, was ihn zwischenzeitlich an die Spitze bringt. Seine Strategie geht schliesslich mit Rang drei einigermassen auf, gegen Antonelli ist er aber auch so chancenlos.
Damit hilft der Holländer auch dem Sieger, der seine zwei letzten noch verbliebenen WM-Konkurrenten deutlich distanzieren kann. Lewis Hamilton wird nach ebenfalls zwei Reifenwechseln nur Vierter, George Russell muss sich auch aufgrund einer Fünf-Sekunden-Strafe nach dem Verlassen der Strecke mit Rang acht begnügen. Antonellis Vorsprung steigt somit auf 123 (Russell) beziehungsweise 124 Punkte (Hamilton) an – noch fehlen ihm zwei Punkte zum Titel.
Übersetzt heisst das: Wird er in den verbleibenden fünf Rennen einmal Neunter oder Russell oder Hamilton einmal nur Zweiter, ist ihm der WM-Titel definitiv nicht mehr zu nehmen.
Und vielleicht steht Antonelli ja trotzdem bereits vor dem kommenden Rennwochenende in Mexiko als Weltmeister fest. Dann nämlich, wenn die Formel 1 sich aufgrund der anhaltenden Spannungen im Nahen Osten gegen eine Austragung der Grossen Preise von Katar und Abu Dhabi entscheidet. Selbst mit Imola als Ersatz würden nur noch vier Rennen ausgetragen – und Antonellis Polster wäre jetzt schon gross genug. Wird er also zum Sofa-Weltmeister?
Audi
11. Nico Hülkenberg
13. Gabriel Bortoleto
Weil Gabriel Bortoleto zu viele Teile gewechselt hat und das Rennen deshalb aus der letzten Startreihe in Angriff nehmen muss, ruhen die Hoffnungen auf einen Punktgewinn in den USA bei Audi auf Nico Hülkenberg. Tatsächlich fährt der von Position elf gestartete Deutsche kurzzeitig in den Top Ten, landet am Ende aber einmal mehr nur auf Rang elf.
Die Stimmen
Sieger Kimi Antonelli: «Es ist das Resultat, das wir gebraucht haben. Das ganze Team verdient es. Wir sind glücklich, dass es aufgegangen ist. Wir sind sehr nahe am WM-Titel und wir hoffen, dass wir es möglichst bald klar machen können.»
Charles Leclerc (Rang zwei): «Es war ein ziemlich gutes Rennen. Leider haben wir unser Ziel, den Sieg, verpasst. Wir haben nicht wirklich damit gerechnet, dass Antonelli nur einen Stopp machen würde. In der Startrunde war es ziemlich tricky, aber ich habe es genossen.»
Max Verstappen (Rang drei): «Insgesamt war die Geschwindigkeit nicht hoch genug. Auch die Reifen waren nicht ganz die richtigen, es hat irgendwie nicht so wirklich funktioniert. Aber ich nehme den Podiumsplatz.»
Das gab zu reden
Während Antonelli an der Spitze früh einsam seine Runden dreht, machen drei Fahrer, die in der WM-Wertung keine Rolle mehr spielen, den Kampf um Rang zwei äusserst spannend. Da liefern sich Verstappen und Leclerc bereits auf der Startrunde ein Katz-und-Maus-Spiel, das mit der unkonventionellen Reifen-Strategie des Holländers zusätzliche Würze erhält. Am Ende mischt sogar Norris noch mit, indem er sich lange auf Rang zwei hält. Seine Freude ist aber nur von kurzer Dauer – am Ende wird der Brite gar nur Fünfter. Vorne hält Leclerc Verstappen auf Distanz und ist an der Ziellinie schliesslich der erste Antonelli-Verfolger.
Der WM-Stand
- Kimi Antonelli, Mercedes, 365 Punkte
- George Russell, Mercedes, 242 Punkte
- Lewis Hamilton, Ferrari, 241 Punkte
- Max Verstappen, Red Bull, 236 Punkte
- Charles Leclerc, Ferrari, 233 Punkte
So gehts weiter
Der Formel-1-Zirkus zieht nun weiter nach Mexiko-Stadt. Dort steigt der nächste Grand Prix bereits am kommenden Sonntag um 21 Uhr Schweizer Zeit. Das Qualifying findet einen Tag vorher um 22 Uhr statt.