Die Pressemitteilung lässt offen, was geschehen ist (Reifenkrach im Motorhome?) – oder was noch passiert. Nur eins ist sicher: Esteban Ocon (31) steht mit Cadillac für 2027 in Kontakt. Und Hirakawa, 15. im Freitagstraining, erlebte die besten Zeiten mit den Siegen in der Langstrecken-WM und in Le Mans (mit Buemi). Teamchef Komatsu hat noch ein anderes Problem: Leader Bearman will nur mit 6 Millionen Dollar Gage bleiben.
Camara in Brasilien dabei?
Für Audi ist der offensichtliche Krach bei Haas vielleicht eine gute Nachricht. Noch stehen die «Haasen» mit sieben Punkten Vorsprung auf die Deutschen (30:23) auf dem 7. WM-Rang.
Ob Hirakawa am nächsten Freitag in Brasilien wieder als Stammpilot dabei ist, scheint kaum möglich. Denn der Japaner muss in Monza mit Buemi und Hartley im Toyota zum letzten Lauf der Langstrecken-WM antreten.
Das Trio ist praktisch schon Champion. Doch als Weltmeister werden nur die drei Fahrer gekürt, die auch im Auto sitzen!
Es wäre also möglich, dass Haas schon den nächstjährigen Fahrer, den Brasilianer Rafael Camara (Leader der Formel 2), einsetzt.
Audi: 7500 Euro Strafe
Bei Audi herrscht weiter das Chaos. Und wieder einmal musste man zur FIA. Diesmal wegen einer Schlamperei im ersten Freitagstraining, als die Mechaniker bei Ersatzpilot Freddie Slater (18) das Kühlgerät am Auto vergessen. Der Brite fuhr los – und das kostet Audi jetzt 7500 Euro Busse!
Für das Team aus Hinwil (einige sprechen schon von Auwil) geht es nur darum, mindestens ein Auto ins Top-10-Finale zu bringen. Die Ansprüche der ehrgeizigen Deutschen sind schnell gewachsen.
Aber zuerst sollte man mal die Basis an den drei Werks-Orten in der Schweiz, Deutschland und England stärken. Mit den Positionen 11 (Hülkenberg) und 21 (Bortoleto, ohne Zeit) geht’s in die Qualifikation.
Je einen Startplatz zurück
Wenn wir schon bei den Strafen sind, Verstappen (Red Bull) und Lawson (Racing Bulls) kassierten für ihr Geplänkel am Freitag mit Berührung je eine Strafe von einem Startplatz. Dumm gelaufen zwischen «Teamkollegen».
Beide Haudegen sollten sich für das Top-10-Finale ab 22 Uhr MEZ (TV live) qualifizieren. Max: «Wer seinen Platz 2027 noch nicht sicher hat, sollte sich solche Aktionen vielleicht zuerst überlegen!» Bei Racing Bulls steht Tsolov für Lawson vor der Türe 2027.
Keine Überraschungen in Sicht
Wer holt die 18. Pole des Jahres? Die bisherigen Starter aus der ersten Reihe: Antonelli (7), Russell (5), Norris (3), Verstappen (2), Gasly (1). Favoriten gibt es wieder einmal viele.
Fürs Rennen am Sonntag ab 21 Uhr (MEZ, live im Ticker auf Blick) gilt weiter: Russell oder Hamilton müssen gewinnen. Nur dann braucht Antonelli noch zwei oder einen Punkt zum Titel.
Brutale Ferrari-Bilanz
Im dritten Training blieben die Stars 15 Minuten in der Garage. Nach 30 Minuten führten die beiden Ferrari von Leclerc und Hamilton – vor WM-Leader Antonelli.
Ferrari zeigt also wieder mal die Krallen. Doch die Bilanz von Chef Vasseur in den letzten zwei Jahren ist brutal: Nur eine Pole-Position (Ungarn 2025, Leclerc) und zwei Siege 2026 durch Hamilton (Barcelona) und Leclerc (Silverstone). Damit kann man die ersten WM-Titel seit rund 20 Jahren natürlich noch einige Zeit vergessen.
Antonelli um 0,001 geschlagen
Erst als die Piloten gegen das Trainingsende den roten Gummi aufzogen, rasten Norris und Piastri im McLaren-Mercedes sowie Russell im Mercedes an den beiden Ferrari vorbei.
Bis eben der WM-Leader himself mit den weichen Reifen auf die Reise ging – und sofort die klare Bestzeit auf den Asphalt in 2200 Meter Höhe knallte. Der Italiener will nicht im Spaziergang den ersten WM-Titel nach 73 Jahren nach Italien holen. In der letzten Minute zog dann noch Norris um 0,001 Sekunden an Antonelli vorbei.