Endlich wieder hartes Duell mit Hamilton
Verstappen setzt sich in Austin durch – trauriger WM-Titel für Red Bull

Zwei Wochen nach dem Weltmeister-Titel von Max Verstappen sichert sich Red-Bull-Honda beim GP der USA in Austin auch den Team-Erfolg – am traurigen Wochenende rund um den Tod von Bullen-Boss Mateschitz. Alfa-Sauber erleidet den nächsten Rückschlag.
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Roger Benoit und Simon Strimer
1/8
Verstappen strahlt in die Kameras – während des Rennens gabs auch Ärger.
Foto: AFP

Das Rennen

1. Verstappen (Red Bull-Honda)
2. Hamilton (Mercedes)
3. Leclerc (Ferrari)

Der 5,513 Kilometer lange «Circuit of The Americas» wird zur Achterbahnfahrt für Weltmeister Max Verstappen (25) – mit einem für ihn positiven Ende. Verstappen holt Saison-Sieg Nummer 13. Er schliesst zu den deutschen Rekordmännern Michael Schumacher (2004) und Sebastian Vettel (2013) auf und wird die goldenen 13 Siege in den verbleibenden drei Saisonrennen (Mexiko-CIty, Sao Paulo, Abu Dhabi) wohl übertreffen.

Zuerst gehts auf der Austin-Achterbahn vor 145'000 Fans für Verstappen steil bergauf: Gleich in Kurve eins übernimmt er von Pole-Mann Sainz die Führung. Die Ferrari-Hoffnung von Austin dreht sich nach dem Start ins Aus, Russell hat ihn getroffen.

Dann gibts Bullen-Ärger: In Runde 36 misslingt der Boxenstopp. 11,1 Sekunden bleibt der Weltmeister stehen. Und bei der Ausfahrt fährt ihm direkt Ferrari-Konkurrent Leclerc vor die Nase. «Wunderschön, wunderschön», sagt Verstappen angefressen über Funk.

Hamilton begeistert Fans

Plötzlich ist Verstappen wieder der Jäger. Zuerst hinter dem bissigen Leclerc, dann beim Showdown um Platz eins gegen Hamilton. Der siebenfache Weltmeister kämpft gegen Verstappen wie ein Löwe, verliert das Kräftemessen fünf Runden vor Schluss.

Am 5. Dezember 2021 hatte Sir Lewis Hamilton (37) in Jeddah seinen letzten und 103. GP-Sieg gefeiert. Nun schnupperte der Brite im Mercedes erstmals wieder heftig am Triumph. «Endlich wieder in Führung zu sein, war ein tolles Gefühl», strahlt er nach dem Rennen.

Nur: Jetzt bleiben ihm nur noch drei GP, um seine Serie zu verlängern: Hamilton hat bisher in jeder Saison seiner 15-jährigen F1-Karriere mindestens einen Sieg geholt – 2022 gabs noch keinen.

Ohrfeige für Alfa-Sauber

11. Zhou
Out. Bottas (Runde 18)

Gebrauchter Renntag für Valtteri Bottas (33): In Runde 18 wird der Finne vom Winde verweht, dreht sich ins Kiesbett und Aus – zehnter Nuller in Serie! Bottas sorgt für ein ungewohntes Bild: Zum ersten Mal seit 2015 muss in Austin das Safety Car auf die Strecke.

Und sein Teamkollege Guanyu Zhou (23) klebt zeitweise sogar am Tabellenende. Weil sich die Ereignisse überschlagen, kämpft er gegen Rennende als Zehnter plötzlich wieder um Punkte. Ohne Erfolg.

Die Alfa-Sauber-Stimmen

Teamchef Frédéric Vasseur: «Es fühlt sich an wie eine verpasste Chance, aber der Silberstreif an diesem Tag ist, dass wir immer noch auf dem sechsten Platz in der Meisterschaft liegen. Wir wissen, dass wir in den letzten Rennen hart kämpfen müssen, um diese Position zu sichern, aber wir können uns auf unser aktualisiertes Paket verlassen, um hoffentlich die Punkte zu holen, die wir für dieses wichtige Ziel brauchen.»

Valtteri Bottas (out): «Am Start ging ich in der ersten Runde in Kurve neun und sah, wie Pérez ganz am Ende eintauchte: Es war sehr eng, und ich musste weit ausholen und verlor dabei Schwung und ein paar Plätze, aber zum Glück haben wir uns nur berührt. Ich überholte Albon, fand einen Rhythmus, aber als ich versuchte, die Lücke zu Gasly zu schliessen, um in den DRS-Bereich zu kommen, machte ich in Kurve 19 einen Fehler und verlor das Heck. Später fand ich heraus, dass zur gleichen Zeit eine ziemlich starke Windböe aufkam, so dass eine Kombination aus dieser Windböe und zu hartem Pushen mein Rennen beendete.»

Guanyu Zhou (13.): «Wir es versucht, aber gegen Ende war es fast unmöglich, Fahrer hinter sich zu halten, die im Vergleich zu uns neuere Reifen aufzogen. Wir haben versucht, draussen zu bleiben, in der Hoffnung, dass etwas zu unseren Gunsten passiert, aber es hat nicht ganz geklappt.»

Teamchef Frédéric Vasseur: «Es fühlt sich an wie eine verpasste Chance, aber der Silberstreif an diesem Tag ist, dass wir immer noch auf dem sechsten Platz in der Meisterschaft liegen. Wir wissen, dass wir in den letzten Rennen hart kämpfen müssen, um diese Position zu sichern, aber wir können uns auf unser aktualisiertes Paket verlassen, um hoffentlich die Punkte zu holen, die wir für dieses wichtige Ziel brauchen.»

Valtteri Bottas (out): «Am Start ging ich in der ersten Runde in Kurve neun und sah, wie Pérez ganz am Ende eintauchte: Es war sehr eng, und ich musste weit ausholen und verlor dabei Schwung und ein paar Plätze, aber zum Glück haben wir uns nur berührt. Ich überholte Albon, fand einen Rhythmus, aber als ich versuchte, die Lücke zu Gasly zu schliessen, um in den DRS-Bereich zu kommen, machte ich in Kurve 19 einen Fehler und verlor das Heck. Später fand ich heraus, dass zur gleichen Zeit eine ziemlich starke Windböe aufkam, so dass eine Kombination aus dieser Windböe und zu hartem Pushen mein Rennen beendete.»

Guanyu Zhou (13.): «Wir es versucht, aber gegen Ende war es fast unmöglich, Fahrer hinter sich zu halten, die im Vergleich zu uns neuere Reifen aufzogen. Wir haben versucht, draussen zu bleiben, in der Hoffnung, dass etwas zu unseren Gunsten passiert, aber es hat nicht ganz geklappt.»

Zukünftiges Paar kommt sich ins Gehege

Nicht nur der Sainz-Crash in Runde eins und das Bottas-Aus geben zu reden, sondern auch das harte Rencontre von Stroll und Alonso in Runde 22. Der Spanier hebt ab, kann dann weiterfahren und wird Siebter! Stroll muss das Rennen aufgeben. Das hätte schlimmer enden können.

Hat der zweifache Weltmeister nicht aufgepasst oder hat der Kanadier eine Bewegung nach links gemacht? Nun, zwei Stunden nach der Zielflagge traben die beiden bei der Rennleitung an. Das Verdikt: Stroll war schuld! Er kriegt als Strafe beim nächsten Rennen in Mexiko drei Strafplätze.

Die beiden Piloten treffen nächste Saison noch öfter zusammen: Alonso wird Vettel-Nachfolger und Strolls Teamkollege bei Aston-Martin-Mercedes.

Stunden später wurde dann auch Alonso noch bestraft, fiel so auf den 15. Platz zurück. Dies, weil er mit einem durch Schäden unsicheren Auto gefahren war.

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Beide Fahrer wohlauf:Alonso hebt nach Crash mit Stroll ab

Vettel erreicht schöne Marke

In Runde 39 holt der zwischenzeitliche Leader Pérez neue Reifen und überlässt Vettel mit dem Aston Martin-Mercedes die Führung. Es ist die 3500. Führungsrunde im 196. und viertletzten Grand Prix des Deutschen. Die Formel-1-Welt zieht den Hut.

Kurz darauf der Nackenschlag für Vettel an der Aston-Martin-Box: Das Vorderrad klemmt, der Deutsche steht 16,8 Sekunden da. Nur deswegen bleibt Alfa-Sauber in der Teamwertung Sechster. Weil Vettel nach der Alonso-Strafe noch Siebter wurde, liegt Aston Martin aber nur noch einen Punkt hinter den Hinwilern.

Verstappen widmet Mateschitz (†78) den Sieg

Verstappen denkt beim Siegerinterview zuerst an den verstorbenen Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz: «Das war ein schwieriges Wochenende für uns. Das Einzige, was wir tun konnten heute war, für ihn zu gewinnen.» Dann schwenkt die Kamera auf Helmut Marko (79): Der Red-Bull-Motorsportdirektor hat Tränen in den Augen.

Durch den Tod hat jetzt die FIA die Gespräche mit dem Bullen-Team vertagt. Diesem wird ja vom Weltverband vorgeworfen, die Budgetobergrenze verletzt zu haben – um rund zwei Millionen Dollar. Leider ein Hickhack hinter den Kulissen, das uns noch lange beschäftigen wird.

Bullen holen Team-Titel zurück

Nach acht Jahren Mercedes-Dominanz sichert sich Red Bull-Honda im viertletzten Rennen der Saison die erste Team-WM seit 2013.

Die neuen WM-Stände in der Formel 1

Nach der Strafe gegen Alonso ändert sich auch die Stände in der WM. So sieht es jetzt aus.

Fahrer-WM

  1. Max Verstappen (Ho), Red Bull-Honda 391
  2. Charles Leclerc (Mon), Ferrari 267
  3. Sergio Pérez (Mex), Red Bull-Honda 265
  4. George Russell (Gb), Mercedes218
  5. Carlos Sainz (Sp), Ferrari 202
  6. Lewis Hamilton (Gb), Mercedes 198
  7. Lando Norris (Gb), McLaren-Mercedes 109
  8. Esteban Ocon(Fr), Alpine-F1-Renault 78
  9. Fernando Alonso (Sp), Alpine-F1-Renault 71
  10. Valtteri Bottas(Fi), Alfa-Sauber 46
  11. Sebastian Vettel (De), Aston Martin-Mercedes 36
  12. Daniel Ricciardo (Aus), McLaren-Mercedes 29
  13. Kevin Magnussen (Dä), Haas-Ferrari 24
  14. Pierre Gasly (Fr), Alpha Tauri-Honda 23
  15. Lance Stroll (Ka), Aston Martin-Mercedes 13
  16. Mick Schumacher (De), Haas-Ferrari 12
  17. Yuki Tsunoda (Jp), Alpha Tauri-Honda 12
  18. Zhou Guanyu (China), Alfa-Sauber 6
  19. Alexander Albon (Thai), Williams-Mercedes 4
  20. Nicholas Latifi(Ka), Williams-Mercedes 2
  21. Nyck De Vries(Ho), Williams-Mercedes 2
  22. Nico Hülkenberg (De), Aston Martin-Mercedes 0

Team-WM

  1. Red Bull-Honda 656
  2. Ferrari 469
  3. Mercedes 416
  4. Alpine-F1-Renault 144
  5. McLaren-Mercedes 138
  6. Alfa-Sauber 52
  7. Aston Martin-Mercedes 51
  8. Haas-Ferrari 38
  9. Alpha Tauri-Honda 36
  10. Williams-Mercedes 8

Nach der Strafe gegen Alonso ändert sich auch die Stände in der WM. So sieht es jetzt aus.

Fahrer-WM

  1. Max Verstappen (Ho), Red Bull-Honda 391
  2. Charles Leclerc (Mon), Ferrari 267
  3. Sergio Pérez (Mex), Red Bull-Honda 265
  4. George Russell (Gb), Mercedes218
  5. Carlos Sainz (Sp), Ferrari 202
  6. Lewis Hamilton (Gb), Mercedes 198
  7. Lando Norris (Gb), McLaren-Mercedes 109
  8. Esteban Ocon(Fr), Alpine-F1-Renault 78
  9. Fernando Alonso (Sp), Alpine-F1-Renault 71
  10. Valtteri Bottas(Fi), Alfa-Sauber 46
  11. Sebastian Vettel (De), Aston Martin-Mercedes 36
  12. Daniel Ricciardo (Aus), McLaren-Mercedes 29
  13. Kevin Magnussen (Dä), Haas-Ferrari 24
  14. Pierre Gasly (Fr), Alpha Tauri-Honda 23
  15. Lance Stroll (Ka), Aston Martin-Mercedes 13
  16. Mick Schumacher (De), Haas-Ferrari 12
  17. Yuki Tsunoda (Jp), Alpha Tauri-Honda 12
  18. Zhou Guanyu (China), Alfa-Sauber 6
  19. Alexander Albon (Thai), Williams-Mercedes 4
  20. Nicholas Latifi(Ka), Williams-Mercedes 2
  21. Nyck De Vries(Ho), Williams-Mercedes 2
  22. Nico Hülkenberg (De), Aston Martin-Mercedes 0

Team-WM

  1. Red Bull-Honda 656
  2. Ferrari 469
  3. Mercedes 416
  4. Alpine-F1-Renault 144
  5. McLaren-Mercedes 138
  6. Alfa-Sauber 52
  7. Aston Martin-Mercedes 51
  8. Haas-Ferrari 38
  9. Alpha Tauri-Honda 36
  10. Williams-Mercedes 8

Die Bedingungen

Es ist der Wind, der den Fahrern das Leben schwer macht! Brutale Seitenböen reissen zum Beispiel Williams-Pilot Latifi früh im Rennen kurz von der Strecke. Und dann auch Bottas ins Kiesbett.

So gehts weiter

In einer Woche weiter südlich in Mexiko-City. Dann findet das drittletzte Rennen der Saison statt (wieder 21 Uhr Schweizer Zeit).

Foto: RMS
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