Die Formel 1 fährt für Anthoine Hubert (†22)!
Und Charles Leclerc gewinnt für Ferrari sein allererstes Rennen. Der Monegasse triumphiert erstmals für die Roten nach 15 sieglosen Rennen vor den beiden Mercedes von WM-Leader Lewis Hamilton und Valtteri Bottas.
Alfa-Sauber erlebt einen Achterbahn-Sonntag. Kimi Räikkönen kollidiert früh und Antonio Giovinazzi liegt mit Platz 9 auf Punktekurs, als er seinen Boliden in der letzten Runde in Pouhon in die Leitplanken wirft.
Aber der Reihe nach: Der tödliche Unfall des französischen Formel-2-Piloten am Samstag wirft einen riesigen Schatten über das Rennen am Sonntag in Spa. Vor dem Start steht die Motorsport-Familie zusammen, gedenkt dem hoffnungsvollen Talent mit einer Schweigeminute.
Die verrückte 19. Runde
Auch während des Rennens, genauer: in der 19. Runde stehen alle 95'000 Fans auf den Tribünen in Belgien auf und applaudieren eine Runde lang für Hubert. Sie widmen dem tragische Verunglückten Franzosen, der mit der Nummer 19 fuhr, eine Standing Ovation.
Verstappen crasht mit Kimi in 1. Runde
Zu diesem Zeitpunkt allerdings ist etwa Red-Bull-Star Max Verstappen, für den extra 30’000 Holländer an die Strecke in Spa reisten, schon lange nicht mehr dabei. Mad Max kollidiert schon in der ersten Runde mit dem Alfa-Sauber von Kimi Räikkönen und crasht danach. Kimi muss daraufhin zwei Mal an die Boxen, das Safety Car kommt raus. Räikkönen landet letztlich auf Platz 16.
Es folgt eine doppelte Safety-Car-Phase, weil auch Carlos Sainz das Rennen im McLaren aufgeben muss. Nach dem Neustart gehört das Rennen den beiden Ferraris von Charles Leclerc und Sebastian Vettel. Dahinter die beiden Mercedes von WM-Leader Lewis Hamilton und Valtteri Bottas.
«Widme diesen Sieg Anthoine»
Weil Pole-Mann Leclerc aber der mit Abstand schnellste Fahrer des Wochenendes ist, muss ihn Vettel bald vorbeilassen. Danach ist Leclerc nicht mehr einzuholen. Er landet seinen allerersten Sieg in der Formel 1 und beschert Ferrari nach 15 sieglosen Rennen (zuletzt Räikkönen in Austin 2018) endlich wieder einen Vollerfolg. Leclerc ist nach dem Rennen gerührt: «Davon habe ich geträumt, seit ich ein Kind bin. Aber es war ein schwieriges Wochenende. Ich wuchs mit Anthoine auf – und möchte ihm diesen Sieg widmen.»
«Ferrari auf den Geraden einfach zu schnell»
Lewis Hamilton kommt gegen Schluss zwar nochmals nahe an Leclerc heran, muss sich aber mit dem zweiten Platz begnügen, sein Teamkollege Bottas wird Dritter. WM-Leader Hamilton: «Ich gab heute alles. Aber es war ein sehr schwieriges Rennen. Ferrari war auf den Geraden einfach zu schnell. Gratulation an Charles zu seinem ersten Sieg! Er lauerte schon das ganze Jahr darauf, ich freue mich wirklich für ihn.»
Vettel gehört nach einem viel zu frühen Boxenstopp und damit einem Strategiefehler Platz 4 vor dem Thailänder Alex Albon, der erstmals im Red Bull unterwegs ist.
Giovinazzi wirft in letzter Runde Punkte weg
Und bei Alfa-Sauber? Da wird Teamchef Frédéric Vasseur an den Boxen toben. Denn Antonio Giovinazzi ist nach den frühen Turbulenzen für Räikkönen richtig stark unterwegs. Der nun auch teamintern unter Druck geratene Italiener frisst gegen Schluss erst Gasly, dann Ricciardo – und liegt auf doppeltem Punktekurs! Statt aber seine Karriere-Punkte zwei und drei einzufahren, wirft Giovinazzi in der letzten Runde völlig unbedrängt den C39 in die Leitplanken und macht sich so zum Deppen des Rennens. So wird er die Saison bei den Hinwilern kaum überstehen ...