Das Sprint-Rennen
Was ist denn bei diesem Sprint in Singapur los? Nachdem die Streckenfreigabe wegen Regen-Chaos über eine halbe Stunde später erfolgt (siehe Das gab zu reden I), schnappt sich George Russell beim Start Pole-Setter Max Verstappen direkt und übernimmt die Führung. Alles oder nichts, scheint sich der Mercedes-Pilot, der im Kampf um die WM-Wertung mit seinem Teamkollegen Kimi Antonelli dringend auf Punkte angewiesen ist, zu sagen.
Am Ende resultiert nichts für den Briten, der in dieser Saisons am meisten Sprint-Siege geholt hat (3), nun aber zum ersten Mal im Mini-GP ausscheidet. Denn bereits in der ersten Runde fliegt Russell in der Zielkurve heftig ab und landet in der Mauer. So ist das Rennen für den Briten bereits früh zu Ende. Und Punkte gibt es natürlich keine ... Die WM-Chancen sind gegen Antonelli, der sich als Vierter fünf Punkte sichert, damit dahin. Der Vorsprung von Antonelli ist nun auf 89 Punkte angewachsen. Russell muss am Sonntag beim GP wegen Motorwechsels sowieso von ganz hinten starten, was dem Italiener nochmals in die Karten spielt.
Verstappen erhält aufgrund des Russell-Unfalls im Rennen die Führung zurück und gibt nach der Safety-Car-Phase das Tempo an. Der Holländer kann sich Runde für Runde immer mehr von seinem Verfolger Lewis Hamilton lösen und seinen Vorsprung laufend vergrössern. Verstappen bringt so am Ende den Start-Ziel-Sieg nach Hause. Damit beendet er auch seine Misere am Äquator. Denn für den vierfachen Weltmeister ist es der erste Sieg in Singapur überhaupt. Für den Holländer ist es im 30. Sprint der Formel-1-Geschichte insgesamt der 14. Sieg.
Hinter Verstappen und Hamilton duelliert sich Charles Leclerc mit dem McLaren-Duo Oscar Piastri und Lando Norris um den dritten Platz. Die beiden Papaya-Piloten nehmen sich aber auf der Schlussrunde selbst aus dem Kampf um den Podestplatz. Norris setzt zum Kampf auf Piastri an, die beiden Autos touchieren sich und drehen sich gemeinsam – der Australier ist raus, der Brite kann weiterfahren, fällt aber zurück. Davon profitiert am Ende auch Audi-Pilot Nico Hülkenberg, der dank des McLaren-Dramas in die Punkte fährt.
Die Stimmen
Max Verstappen: «Beim Start wurden wir etwas überrascht, aber dann war der Weg bald frei, weil George es nicht schaffte. Okay, jetzt habe ich auch erstmals in Singapur gewonnen. Aber richtig freue ich mich erst am Sonntag.»
Lewis Hamilton: «Ich fahre gerne auf einer nassen Strecke. Max war früh ausser Reichweite, denn es gab nur eine trockene Spur und sonst drohte dir ein Crash.»
Charles Leclerc: «Das war eine Lotterie. Man musste einfach durchkommen.»
Audi
7. Nico Hülkenberg,
DNF Gabriel Bortoleto
Nico Hülkenberg fährt in die Punkte! Dem Deutschen gelingt in der neunten Runde mit viel Risiko ein tolles Überholmanöver gegen Pierre Gasly, wodurch er eine Position aufholen kann und sich so auf Rang neun verbessert. Augrund des McLaren-Crashs resultiert am Ende Rang sieben – damit gibt es mit viel Glück doch noch zwei Zähler auf das Punktekonto von Hülkenberg. Die Rangierung ist für Audi ein Déjà-vu: Als Hinwil in Imola 2022 beim vierten Sprint zum letzten mal Punkte holte gab es wie jetzt von Hülkenberg einen 7. Platz (damals Bottas) und zwei Extra-Punkte.
Gabriel Bortoleto fährt beim Restart wie Alex Albon an die Box. Grund dafür: Der Williams-Pilot ist dem Brasilianer in Kurve 16 von hinten ins Auto gefahren. Während es für Albon wenig später weitergeht, wird der Audi rückwärts in die Garage geschoben – für Bortoleto ist das Rennen zu Ende.
WM-Stand der Fahrer
- 1. Antonelli, 325 Punkte
- 2. Russell, 236 Punkte
- 3. Hamilton, 221 Punkte
Das gab zu reden I
Statt dass sich die Fahrer um 11 Uhr auf die Strecke begeben und um den letzten Sprint-Sieg des Jahres kämpfen, folgt zunächst das grosse Warten. Kurz vor dem Start hat in Singapur nämlich starker Regen eingesetzt. Das Safety Car dreht seine Runden auf der Strecke um die Situation zu beurteilen. Danach folgt die offizielle Meldung: Der Start wird nach hinten verschoben. Vor allem in den Kurven 2 und 3 habe es zu viel Wasser, wie die FIA meldet. Die Streckenposten versuchen anschliessend, das stehende Wasser von der Strecke zu schieben. Nach einer weiteren Inspektionsrunde trifft die Rennleitung die Entscheidung, das der Sprint mit einer halben Stunde Verspätung gestartet werden kann. Mit einer zusätzlichen Formationsrunde sind es am Ende 36 Minuten. Teile der Strecke sind inzwischen trocken, einige aber noch nass. Das stehende Wasser konnte aber zumindest entfernt werden. Die Sicht ist allerdings nicht wirklich gut. Oscar Piastri meldet sich auf der Einführungsrunde: «Die Gischt ist sehr schlimm.»
Das gab zu reden II
Die (nasse) Strecke sorgt so für manche Probleme. Nach dem Russell-Unfall scheiden bis zur fünften Runde gleich vier weitere Fahrer aus. Während Isack Hadjar seinen Red Bull nach einem Defekt abstellen muss, fährt auch Cadillac-Fahrer Sergio Perez in die Boxengasse. Der Mexikaner war beim Einlenken in eine Kurve mit Lance Stroll kollidiert. Für den Aston-Martin-Piloten ist das Rennen ebenfalls früh zu Ende. Wenig später steht mit dem Alpine von Franco Colapinto bereits das nächste Auto. Audi-Fahrer Gabriel Bortoleto und Valtteri-Bottas (Cadillac), der dem Bortoleto-Albon-Zwischenfall nicht rechtzeitig ausweichen konnte, erwischt es noch zwei weitere. Nach nur acht Runden sind bereits sieben Fahrer ausgeschieden...
So gehts weiter
Bereits am Samstag-Nachmittag gilt es nochmals ernst. Um 15 Uhr steigt das Qualifying für den GP vom Sonntag (14 Uhr) auf dem Programm.