Formel-1-Fans, Party und viel Bier
In Zandvoort herrscht Ausnahmezustand

In Zandvoort kämpfen an diesem Wochenende die Formel-1-Stars um WM-Punkte. Die Fans feiern derweil ein grosses Fest. Blick war dabei.
Publiziert: 10:15 Uhr
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Aktualisiert: 14:41 Uhr
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Marco MäderStellvertretender Leiter Sport-Desk
Formel-1-Fans überrollen Holland
0:57
Riesiger Ansturm in Zandvoort:Formel-1-Fans überrollen Holland

Der Beat hallt durch den kleinen Küstenort mit 17’000 Einwohnern. Seit sieben Uhr morgens läuft in Zandvoort die Partymusik – von Freitag bis Sonntag. Verstummen wird sie erst, wenn es längst dunkel ist.

Die Rennstrecke liegt direkt an der Nordsee, mitten im Naturschutzgebiet – umgeben von Dünen. Geht der Wind, fliegt einem an der Strecke der Sand in die Augen. Und das passiert an diesem Wochenende immer wieder. Zwar zeigt sich die Sonne ab und an, doch der Regenschirm und die Jacke gehören hier zur Pflichtausrüstung. 

300’000 Fans – aber nicht ausverkauft

Um die 300’000 Fans kommen an diesem Wochenende an die Westküste Hollands – sie sorgen für eine dreitägige Party rund um den etwas über 4,2 Kilometer langen Circuit. Und klar: Die Farbe Orange dominiert, die Verstappen-Fans geben sich hier klar zu erkennen. 

Blick-Reporter Marco Mäder (links) mit Formel-1-Fan Joe im Gespräch.
Foto: Lukas Gorys

Inmitten des weitläufigen F1-Areals befindet sich die Fanzone. Dutzende Essens- und Getränkestände stillen dort die Bedürfnisse der Besucher. In Simulatoren kann man selbst zum Formel-1-Star werden. Herzstück der Fanzone ist die grosse Bühne, auf der Musiker rund um die Uhr für Stimmung sorgen.

Zu essen gibt es auf dem F1-Areal mehr als genug.

Ein Bier für den Normalsterblichen ausserhalb des VIP-Bereichs kostet hier umgerechnet 7.25 Franken – ein halber Liter einfaches Lager aus Holland, gebraut von einem Konzern, der kräftig in den Anlass investiert. Eine Portion Pommes gibt es für 7 Franken – für Sauce muss man extra zahlen.

Und die Tickets? «Ich habe etwa 600 Euro bezahlt für zwei Tage», erzählt Formel-1-Fan Joe. Er selbst wohnt in der Nähe der Strecke. Für ihn geht dieser Ticketpreis in Ordnung, «aber das Bier ist zu teuer.»

Pieter aus Tilburg im Süden Hollands hat sich nur für einen Tag ein Ticket geleistet. «200 Euro habe ich bezahlt», sagt er. «Das ist günstig, weil wir es bereits letztes Jahr bestellt haben.»

Pieter (rechts) hat sein Ticket schon letztes Jahr gekauft.
Foto: Lukas Gorys

Ganz ausverkauft ist die F1-Sause nicht: Am Samstagmorgen sind Zwei-Tages-Pässe noch ab 730 Franken erhältlich – für Sitzplätze mit bester Sicht auf die Start-Ziel-Gerade.

Lokalmatador Max Verstappen im Red Bull.
Foto: Lukas Gorys

Ob es am wechselhaften Wetter liegt? «Ich denke, es hängt eher damit zusammen, dass Verstappen aktuell nicht ganz vorn mitfahren kann», meint Pieter. «Max wird zurückkommen!», entgegnet Joe hoffnungsvoll und nimmt einen kräftigen Schluck Bier. 

Public Viewing in der Stadt

Auch im Zentrum des Städtchens – rund zwei Kilometer von der Strecke entfernt – herrscht Ausnahmezustand. «Hier ist alles gesperrt, selbst mit dem Velo kommt man kaum noch durch», sagt ein Mitarbeiter eines Fahrradverleihs. In den letzten Tagen hatte er alle Hände voll zu tun.

In Zandvoort sind fast alle mit dem Velo unterwegs.

Kaum jemand ist hier mit dem Auto unterwegs – alle fahren Velo, auch die Touristen. Zwischen Rennstrecke und Stadt Zandvoort sind derzeit Tausende Fahrräder parkiert.

Vor dem Renngelände stehen Tausende Fahrräder.

Das eine oder andere dürfte da auch einen Moment stehenbleiben. Denn in Zandvoort geht am Abend die grosse Party weiter. Alles ist vorbereitet für ein Stadtfest. Es gibt Public Viewing, Essensstände, Livemusik und vor allem viel Bier.

Wunderbare Atmosphäre in Zandvoort während der Quali.

«Wir gehen jetzt zur Haltestraat», sagen zwei Holländer beim Verlassen des Renngeländes. Die «Haltestraat» ist in Zandvoort berüchtigt: Am Abend wird sie zur Partymeile. «Dort gehts weiter», lachen die beiden voller Vorfreude.

Der Bahnhof in Zandvoort. Rechts gehts zur berüchtigten «Haltestraat».

Ab 2027 dürfte es hier dann leiser werden. Kommendes Jahr wird in Zandvoort zum letzten Mal ein Formel-1-Rennen stattfinden. Zumindest bis auf Weiteres. Danach wird der Partybeat von Zandvoort nur noch durch die Erinnerungen der Formel-1-Fans hallen. «Natürlich werden wir es vermissen», sagt Pieter. «Aber dann muss ich halt an einem anderen Ort Formel 1 schauen gehen.»

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