Der Weltmeister
Jetzt ist es amtlich: Der 36. Weltmeister der Formel-1-Geschichte heisst Kimi Antonelli. Durch Rang drei beim Grossen Preis von Mexiko ist dem Italiener nun auch rechnerisch der Titel nicht mehr zu nehmen. Mercedes-Pilot Antonelli löst Sebastian Vettel (23 Jahre und 134 Tage/im Jahr 2010) als jüngster Champion in der Geschichte der Motorsport-Königsklasse ab – mit gerade einmal 20 Jahren und 68 Tagen. Ein Rekord für die Ewigkeit?
Das Rennen
Der Start hat es im Autodromo Hermanos Rodriguez auf mehr als 2200 Metern über Meer in sich. Die Ferrari-Piloten Lewis Hamilton und Charles Leclerc kämpfen Rad an Rad erbittert um die Führung. Leclerc muss übers Gras ausweichen und übernimmt dadurch Platz eins. Auch Red-Bull-Pilot Max Verstappen überholt Pole-Setter Hamilton, der Schwung verloren hat.
Was nun? Lässt sich Leclerc freiwillig zurückfallen, um einer Strafe vorzubeugen? Nein! Der Monegasse drückt vorne unbeirrt weiter aufs Gas. Prompt mischt sich die Rennleitung ein: fünf Sekunden Strafe für Leclerc. Teamkollege Hamilton motzt am Funk: «Die Stewards servieren Charles den Sieg förmlich!» Das stimmt so nicht ganz. Denn beim ersten Boxenstopp führt Leclercs kurze unfreiwillige Pause dazu, dass Verstappen, der in der gleichen Runde reinkommt, vorbeizieht.
Den nächsten Aufreger liefert unfreiwillig Valtteri Bottas in der 45. von total 71 Runden. Beim Anbremsen bricht am Cadillac des Finnen vorne links die Radaufhängung. Ein Abflug lässt sich nicht mehr verhindern. Bottas steigt glücklicherweise selbstständig aus dem demolierten Boliden aus. Da Reparaturarbeiten an der Streckenbegrenzung vorgenommen werden müssen, unterbricht die Rennleitung den GP kurzerhand.
Die Reihenfolge beim Neustart in den ersten zwei Reihen: Verstappen, Leclerc, Hamilton, Antonelli. Mit der Wut im Bauch schnappt sich Hamilton sogleich Leclerc, der sich bei der Anfahrt zur ersten Kurve gewaltig verbremst und später auch von Antonelli überholt wird.
Auch einen fliegenden Neustart nach einer Safety-Car-Phase kriegen die Fans zu sehen – nämlich nach dem Duell zwischen Oscar Piastri und Arvid Lindblad. Verstappens sechster Sieg in Mexiko-Stadt gerät auf den letzten neun Runden allerdings nicht mehr in Gefahr.
Audi
Gabriel Bortoleto 11., Nico Hülkenberg 16.
Einmal mehr beendet ein Audi-Pilot einen GP auf Rang elf und damit knapp ausserhalb der Punkteränge. In Mexiko ist es der 22-jährige Brasilianer Bortoleto, der die Top 10 knapp verpasst.
Hülkenberg liebäugelt zwischenzeitlich mit einem Punktgewinn. Doch beim Neustart nimmt der Deutsche Haas-Pilot Oliver Bearman aus dem Rennen. Aufgrund dieser Kollision fällt der 39-Jährige zurück und erhält obendrauf noch eine Zehn-Sekunden-Strafe. Damit ist der GP für ihn gelaufen.
Das gab zu reden
Beide Aston-Martin-Piloten schaffen es nicht über die sechste Runde hinaus. Erst stellt Fernando Alonso seinen Boliden in der Garage ab, wenige Sekunden danach rollt Lance Stroll aus, weswegen kurz das virtuelle Safety-Car zum Einsatz gelangt. Der Grund für den Doppelausfall: abnormale Druckwerte bei den Power-Unit-Systemen.
So gehts weiter
Nach Austin und Mexiko-Stadt ist vor Sao Paulo. Der GP in Brasilien findet kommenden Sonntag um 18 Uhr Schweizer Zeit statt.