Lando Norris auf Rang zwei, Oscar Piastri auf Rang vier – so das Verdikt bei der Zieldurchfahrt am GP von Las Vegas. Vier Stunden später dann aber der Hammer: Die beiden McLaren-Fahrer werden wegen einer zu starken Abnutzung des Unterbodens disqualifiziert und verlieren so die heute gewonnenen Punkte. Damit ist das WM-Rennen nach dem Sieg von Max Verstappen wieder völlig offen. Verstappen hat nun, genau wie Piastri, zwei Rennen vor Schluss 24 Punkte Rückstand auf Leader Norris. Im Tagesklassement rückt George Russell auf Platz zwei nach vorne, Dritter ist neu trotz Zeitstrafe Kimi Antonelli.
Der Disqualifikations-Entscheid hat sich angedeutet: Rund zwei Stunden nach der Zieldurchfahrt leitet die FIA entsprechende Untersuchungen ein, wobei Norris und Piastri um 23:45 Uhr Ortszeit (08:45 Uhr MEZ) angehört worden sind. In der Vergangenheit hat das gleiche Vergehen bereits zu Disqualifikationen geführt, etwa im Falle von Lewis Hamilton beim GP China im letzten März.
Auch für das Sauber-Team hat das Urteil Auswirkungen: Nico Hülkenberg macht zwei Positionen gut und holt als Siebter so sechs Punkte.
Auch ohne Disqualifikation: Der Sieg im US-Bundesstaat Nevada wäre für Norris ausser Reichweite geblieben. Zwar zieht er 16 Runden vor Schluss am Zweitplatzierten George Russell vorbei und macht sich damit zum ersten Verfolger von Verstappen – dem Niederländer kommt er in der Schlussphase des Rennens aber nicht mehr wirklich näher.
Dass Verstappen das Rennen seit der ersten Kurve souverän anführt, liegt auch an Norris selbst: Der Schnellste des Qualifyings legt einen Fehlstart hin. Nach einer falsch angefahrenen ersten Kurve muss er zunächst Verstappen und dann auch Russell überholen lassen und fällt von Rang eins auf drei zurück.
Für Norris-Teamkollege Oscar Piastri kommt die Disqualifikation im Hinblick auf den WM-Kampf gar nicht so ungelegen: Er hat auf der Rennstrecke zuvor weiter an Boden auf den WM-Leader eingebüsst. Zunächst fällt er von Position fünf auf sieben zurück. Später macht er durch einen perfekt getimten Boxenstopp und eine Zeitstrafe gegen Antonelli zwar wieder Boden gut, fährt aber nur als Vierter über die Ziellinie. Seine Hypothek auf Norris wäre so auf 30 Punkte angewachsen – durch die Disqualifikation bleibt sie nun bei 24 Zählern.
Zu Punkten kommt auch das Sauber-Team: Der von Position elf aus gestartete Nico Hülkenberg arbeitet sich etwas nach vorne und erreicht das Ziel als Neunter. Wegen der Doppel-Disqualifikation klassiert er sich am Ende gar auf Rang sieben. Gabriel Bortoleto wiederholt hingegen sein Resultat von São Paulo: Er scheidet nach einem Crash in der ersten Runde aus (siehe «Das gab zu reden»).
7. Nico Hülkenberg
Gabriel Bortoleto DNF
Teamchef Jonathan Wheatley: «Erneut ein gemischtes Wochenende für uns. Unser Fokus lag natürlich auf den Reifen, mit einer Hart-Memdium-Strategie für einen Stopp. Gabriel (Bortoleto) hat seinen Bremspunkt falsch eingeschätzt, was zum Crash in der ersten Kurve geführt hat. Nico (Hülkenberg) hat einmal mehr eine Top-Leistung gezeigt.»
Nico Hülkenberg: «Wir können mit den beiden Punkten zufrieden sein. Das war das Maximum heute. Alle die vor uns im Ziel sind, sind vor uns gestartet und hatten die bessere Pace. Vor allem der erste Abschnitt auf den harten Reifen war richtig gut.»
Gabriel Bortoleto: «Zuerst möchte ich mich bei Lance (Stroll) entschuldigen – der Unfall ist mein Fehler. Ich habe den Bremspunkt falsch eingeschätzt. Ich werde meine Lehren daraus ziehen – schon für die beiden letzten Rennen dieser Saison.»
Teamchef Jonathan Wheatley: «Erneut ein gemischtes Wochenende für uns. Unser Fokus lag natürlich auf den Reifen, mit einer Hart-Memdium-Strategie für einen Stopp. Gabriel (Bortoleto) hat seinen Bremspunkt falsch eingeschätzt, was zum Crash in der ersten Kurve geführt hat. Nico (Hülkenberg) hat einmal mehr eine Top-Leistung gezeigt.»
Nico Hülkenberg: «Wir können mit den beiden Punkten zufrieden sein. Das war das Maximum heute. Alle die vor uns im Ziel sind, sind vor uns gestartet und hatten die bessere Pace. Vor allem der erste Abschnitt auf den harten Reifen war richtig gut.»
Gabriel Bortoleto: «Zuerst möchte ich mich bei Lance (Stroll) entschuldigen – der Unfall ist mein Fehler. Ich habe den Bremspunkt falsch eingeschätzt. Ich werde meine Lehren daraus ziehen – schon für die beiden letzten Rennen dieser Saison.»
Seit seinen zwei Unfällen an den Rennen in Brasilien vor zwei Wochen gilt Gabriel Bortoleto als der «böseste GP-Bube». Diesem Ruf wird er auch in Las Vegas gerecht: Nach einem übermütigen Start touchiert er das Fahrzeug von Lance Stroll und dreht sich um seine eigene Achse. Dabei nimmt auch sein Sauber Schaden – wenige Runden später ist der Arbeitstag für den Brasilianer bereits beendet. Aufgrund dieses Vergehens wird Bortoleto beim nächsten Rennen fünf Startpositionen weiter hinten starten müssen, wie die Regelshüter der FIA kurz nach Rennschluss bekannt geben.
Nach einem desaströsen Qualifying muss Lewis Hamilton das Rennen von Position 19 aus in Angriff nehmen – eine ungewohnte Ausgangslage für den siebenfachen Weltmeister. Mit dieser kommt er aber gut zurecht: Früh macht er einige Positionen gut. Am Ende resultiert für den Briten Rang acht.
Die Disqualifikation der beiden McLaren-Fahrer hat auch Auswirkungen auf die Team-Wertung: Das zweitplatzierte Mercedes kann sich dank den beiden Podestplätzen 33 Punkte gutschreiben lassen und vergrössert damit das Polster auf Red Bull Racing leicht. An der Spitze bleibt McLaren unangefochten.
Max Verstappen (1.): «Natürlich war es schwierig, die Reifen zu bestimmen. Aber es hat geklappt, wir konnten pushen und das Rennen kontrollieren – alles in Ordnung. Der WM-Titel: Wir machen weiter alles, auch in Katar. Ich bin stolz auf alle im Team. Das zählt am Ende. 69 Siege – das tönt gut.»
Lando Norris (2., später disq.): «In der ersten Kurve dachte ich: ‹Komm, ich schenke ihm den Sieg›. Nein, ich habe einfach zu spät gebremst, das war mein Fehler. Verstappen hat dann aber auch eine grossartige Arbeit gemacht, er war heute der Beste. Ich nehme die 18 Punkte gerne, rechne aber nicht zu viel.»
George Russell (neu 2.): «Ich habe lange gepusht, aber dann bekam ich Zweifel, ob die Reifen halten. Der Podestplatz ist wichtig im Kampf um Rang zwei in der Team-Wertung.»
Die WM-Entscheidung wird an den beiden verbleibenden Rennwochenenden im Nahen Osten fallen: Zuerst werden in Katar ein Sprintrennen und ein GP ausgetragen (29./30.11), danach folgt am 7. Dezember das Saisonfinale in Abu Dhabi.



