Erstmals in der Formel-1-Geschichte kamen am Freitag gleich zehn Ersatz- und Simulatorfahrer zum Einsatz. Nur Ferrari verzichtete und schickte Hamilton und Leclerc auf die 4,304 km lange Strecke auf 2200 Meter Höhe. Dort oben leiden die Bodenhaftung und die Motoren am meisten.
Pérez 300 – Alonso 444
Hier die zehn Piloten, die in Mexiko zuerst schauen mussten: Verstappen, Norris, Russell, Bottas, Ocon, Lawson, Bortoleto, Colapinto, Stroll und Albon.
Bereits waren die Tribünen rund um ein Baseball-Stadion mit fast 100'000 Zuschauern besetzt. Lokalmatador Sergio Pérez (36) feiert seinen 300. GP – nur sechs Fahrer waren oder sind noch länger dabei. Wie Sir Lewis Hamilton (41), der seinen 399. Grand Prix in Angriff nimmt. Der dienstälteste GP-Haudegen heisst Fernando Alonso (45), der in Mexiko zum 444. Mal am Start steht. Und für 2027 wieder bei Aston Martin-Honda unterschrieben hat.
Nur Ferrari und Mercedes
Vom Start weg gaben Leclerc, Antonelli und Hamilton den Ton an. Bis sich am Ende auch noch der zweite Mercedes mit dem Dänen Frederik Vesti (24) beim Spitzenquartett anmeldete.
Für den Audi-Nachwuchsfahrer Freddie Slater (18), Zweiter der Formel-3-Meisterschaft, lief in der ersten Halbzeit wenig. Als einziger blieb er ohne Zeit und wurde dann zur Kontrolle sogar an die Boxen befohlen.
Tsolov klopft an GP-Türe
Das interessanteste Duell war sicher jenes von Arvid Lindblad (19) gegen den Bulgaren Nikola Tsolov (19). Während der Schwede für 2027 bei Racing Bulls gesetzt ist, hofft der Formel-2-Gesamtzweite, dass er den Neuseeländer Liam Lawson (24) ersetzen darf. Es wäre fast ein Skandal, da Lawson diese Saison bereits 77 WM-Punkte holte.
Am Ende war Lindblad als Zehnter mit weichen Reifen nur 0,13 Sekunden schneller als Tsolov (12.) mit der gleichen Gummimischung. Dass er dann mit einem eingeschlafenen rechten Bein an die Boxen kommen musste, hängt wohl mit einem nicht gut montierten Sitz zusammen.
Audi-Nachwuchs Vorletzter
Für Slater ging das Debakel weiter. Wer rund 10 oder 15 weniger Runden als die Konkurrenz dreht. Peinlich: Man hatte einmal sogar ein Kühlgerät am Auto vergessen.
Am Ende blieb für den Briten nur der 21. und vorletzte Platz. Man kann nur hoffen, dass Audi seine Zukunftshoffnung am nächsten Freitag im brasilianischen São Paulo etwas besser bedient und besser aussehen lässt. Doch in Hinwil hielt man schon zu Sauber-Zeiten relativ wenig von der Förderung der eigenen Piloten. Stammpilot Hülkenberg fuhr auf einen kaum beachteten 13. Rang.