Diesmal wird die Formel 1 in der kanadischen Millionenmetropole noch herzlicher empfangen. Denn am Montag, kurz vor 23 Uhr Lokalzeit, ging in der Stadt die Post ab. Zehntausende von Fans jubelten, zogen die Autos hupend durch die Stadt. Allein gegen 20'000 hatten das Spiel im eigenen Stadion auf der Leinwand verfolgt.
Warten auf den 25. NHL-Sieg
Grund: Die Montreal Canadiens hatten in Buffalo das siebte Spiel mit 3:2 nach Verlängerung gewonnen und kämpfen ab Donnerstag gegen Carolina um den Einzug in den Stanley-Cup-Final.
Montreal ist mit 24 NHL-Trophäen die erfolgreichste Mannschaft vor den Toronto Maple Leafs (13). Aber die goldenen Zeiten kehren nur langsam zurück. 2021 stand Montreal zwar im Final, verlor jedoch mit 1:4-Siegen gegen Tampa Bay.
Formel 1 feierte 1993 mit
Unvergessen für Blick und viele Formel-1-Leute aus dem Fahrerlager bleibt der 9. Juni 1993, als – nur drei Monate nach dem Sauber-Einstieg – die Canadiens daheim den Stanley-Cup gewannen.
Mit 4:1 in der Serie und im letzten Spiel gegen die Los Angeles Kings (mit Wayne Gretzky). Nach dem Match war die Stadt im Ausnahmezustand, sogar Autos wurden angezündet, die Polizei tanzte mit.
Streiken die Erotik-Girls?
Jetzt lebt in Montreal wieder der alte Traum vom 25. Stanley Cup-Sieg. Die Party-Stimmung (fast 20 Stunden täglich) ist ab Mittwoch gesichert – und vielleicht wird am Wochenende sogar der Zuschauerrekord von 352'000 auf der Insel mit dem olympischen Ruderbecken von 1976 gebrochen.
Ein Dämpfer für die heissen Fans: Die Erotiktänzerinnen in den hunderten Bars (wo man einst Fahrer, Teamchefs und Mechaniker angetroffen hat) haben für Samstag einen Streik angekündigt: Sie wollen endlich bessere Arbeitsbedingungen.
WM-Leader Mercedes reagiert
Mercedes, das mit den in der WM führenden Antonelli (100 Punkte) und Russell (80) anreist, bringt als letztes Team das erste Update-Paket mit zum 5. WM-Lauf: Frontflügel, Aufhängungen und Unterboden. Chef Toto Wolff: «Man hat es in Miami gesehen, die Konkurrenz holt auf.»
Zudem will Mercedes die Turbotechnik beim Start verbessern. Vor allem Antonelli hat da viel Mühe und steht mit der Kupplung oft auf Kriegsfuss.
Indy mit Schumi hat Vorrang
Dass der GP von Montreal (Hamilton und Schumi gewannen hier je sieben Mal) diesmal erst um 16 Uhr Lokalzeit startet, hängt mit dem grössten Autospektakel der Welt zusammen – den Indy 500.
Diesem Rennen will keine Veranstaltung in Nordamerika TV-Konkurrenz machen. So starten die 33 Indy-Fahrer um einige Stunden früher. Mit Mick Schumacher auf dem 27. Startplatz – direkt hinter der einzigen Frau, Katherine Legge (45). Die Britin ist zum fünften Mal dabei. Auf der Pole: Palou (Sp).