Vor dem ersten Training hatte Audi-Konzernchef Gernot Döllner (57) zur Medienkonferenz in das neue Motorhome, diesen weissgrauen Block, gebeten. Neues hat man kaum erfahren und die Wirkung des schnellen Abganges von Teamchef Jonathan Wheatley bezeichnete Döllner als «gering. Wir haben ja mit Allan McNish eine starke Persönlichkeit gefunden!»
Audi: Auto gut – Motor schwach
Eine klarere Aussage tätigte da schon CEO Mattia Binotto. Er bezeichnete das Chassis aus Hinwil als das viertbeste im Feld (wohl hinter Mercedes, Ferrari und McLaren). Beim Antriebsstrang aus Neuburg bei Ingolstadt hatte Binotto seine Bedenken: «Da müssen wir noch hart arbeiten.» Nun, ausser gegenüber Honda hat Audi kaum Vorteile.
Das ist die harte Realität vor dem GP-Kracher hier in Monte Carlo. Ein Ort, den viele Firmen zu grossen Werbeauftritten nutzen – so auch Audi.
499 Stück vom Super-Audi
So stellte man mit dem Audi Nuvolari seinen schnellsten je gebauten Supersportwagen vor: 1001 PS und Spitze 350 km/h. Es wurden davon nur 499 Autos gebaut – zu je 600'000 Euro Stückpreis.
Mit gelber Farbe am Auto, den Overalls und den Schuhen ehrt man Tazio Nuvolari, den wohl besten Italo-Piloten der Vorkriegszeit. Der Italiener gewann 1932 auch hier in Monaco und starb 1953 mit 60 Jahren.
Max und Kimi schon zusammen…
Das Training wurde bald mal zur Ferrari-Show. Hausgast Leclerc unterbot als erster Fahrer die 1:15er-Grenze. Gefolgt von Teamkollege Hamilton.
Dahinter das 2027 vielleicht neue Mercedes-Traumpaar: WM-Leader Antonelli und der vierfache Champion Max Verstappen (noch bei Red Bull). Sie tauschten nach 60 Minuten nur die Plätze drei und vier…
Hadjar zu ungestüm: Päng
Nach einer halben Stunde der Knall: Antonelli, letztes Jahr hier ohne Punkte, nahm Topfavorit Leclerc gerade mal 0,4 Sekunden ab! Kimis Teamkollege Russell lag als Dritter schon eine halbe Sekunde dahinter.
Und kurz darauf der erste grosse Knall am Mittelmeer: Verstappens Teamkollege Hadjar verlor den roten Bullen beim Ausgang des Schwimmbades und knallte mit über 150 km/h in die Leitplanken. Sofort rote Flaggen. Für acht Minuten.
Flügel öffnen verboten
Am gleichen Ort hatte es 2022 auch den Haas-Piloten Mick Schumacher erwischt, doch damals wurde das Chassis in zwei Teile zerlegt.
Wegen der neuen Reglemente wurde in Monaco das Flachstellen der vorderen und hinteren Flügel verboten. Not macht erfinderisch. Audi demontierte an beiden Orten den Verstellmechanismus. Das bringt ein Kilogramm. Dabei liegt der Audi R26 schon gut auf der Waage, also keine Gewichtsprobleme – mindestens 770 Kilo.
Und weil hier der Motor nicht die entscheidende Rolle spielt, sah man beide Audis am Freitag relativ weit vorn: 7. Hülkenberg, 9. Bortoleto. Applaus.