32 Jahre nach traurigem Wochenende von Imola
Halo hätte Ratzenberger wohl das Leben gerettet

Heute vor 32 Jahren starb der Österreicher Roland Ratzenberger (+34) während der Qualifikation zum GP von Imola. Obwohl der Salzburger ohne Überlebenschance war, ging die Zeitenjagd weiter.
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Vor 32 Jahren liess Roland Ratzenberger in Imola sein Leben.
Foto: Getty Images
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Roger BenoitFormel-1-Experte

Auch am nächsten Tag, 1. Mai 1994, wurde das Rennen nach der Senna-Tragödie nicht abgebrochen. Es siegte damals Schumi vor Larini, Häkkinen und Wendlinger.

Die Türe zur Hölle ging auf

Es war das schwärzeste Wochenende im GP-Zirkus. Bereits am Freitag hatte Barrichello Glück, dass er bei seinem Abflug im Jordan «nur» das Nasenbein brach. Dann öffnete sich die ganze Türe zur Hölle.

Die Sicherheit in diesem damals wahnsinnigen Sport wurde endlich zum grossen Thema. Zu viele Kreuze waren seit dem WM-Beginn 1950 am Wegesrand eingeschlagen worden. Das Überleben war wichtiger als der Lorbeerkranz (später durch Pokale abgelöst) geworden.

Jean Todt sei Dank

Doch erst nach dem nächsten tödlichen Unfall (Bianchi 2014 in Suzuka) kam die FIA dank Präsident Jean Todt auf die beste Idee der Zeit: Der Halo («Heiligenschein») sollte die Piloten aller Klassen beschützen.

Vor zehn Jahren war es dann so weit. Das «hässlichste Stück» der Formel 1 wurde zur Pflicht. Die Fahrer wetterten, wie auch die Medien (darunter Blick). Die Kritik an diesem 7 bis 9 kg schweren Cockpitschutz (heute aus Titan) hallte noch einige Zeit an.

Halo muss 12,5 Tonnen aushalten

Ob er Bianchi das Leben gerettet hätte, muss bezweifelt werden. Aber Ratzenberger, der durch einen Genickbruch starb, wäre wahrscheinlich lebend aus dem Simtek-Wrack geborgen worden.

Bei Sennas bis heute ungeklärtem Unfall (Bodenwelle, Lenkstange gebrochen, schleichender Plattfuss) hätte der Halo kaum geholfen. Dieser Cockpitschutz muss übrigens 12,5 Tonnen Belastung aushalten. Das ist ein Doppeldeckerbus oder wie einer herausfand, das Gewicht von zwei afrikanischen Elefanten.

Grosjean, Hamilton und Zhou danken

Die Kritik am Halo wurde immer leiser und ist heute längst verschwunden. Man erinnere sich an den Feuerunfall von Grosjean in Bahrain 2020. An die Karambolage von Monza 2021, als Verstappen mit dem Red Bull dank dem Halo an Hamiltons Kopf vorbeischrammte. An den Sauber-Unfall von Zhou 2022 in Silverstone, als er nach einem Überschlag in die Drahtzäune raste.

Die Liste könnte mit Leclercs Glück beim Spa-Start 2018 fortgesetzt werden. Doch wichtig ist heute nur: Die Sicherheit hat durch Halo und schon früher durch das HANS-System (Hals- und Nacken-Schutz) einen so gewaltigen Schritt gemacht, dass ein Satz des jetzt 86-jährigen Dreifach-Weltmeister Jackie Stewart («Ich verlor ein Dutzend guter Freunde») einiges sagt: «Skifahren ist heute gefährlicher als Formel 1.»

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