Die Fahrer gingen bei wieder über 30 Grad in der Luft und 60 Grad auf dem Asphalt noch verhalten zur Sache. Der Reifenabbau ist auf dem 5,543 km langen Kurs in den Sümpfen von Sepang enorm. Bereits wird für die 56 Runden am Sonntag im Rennen um 9 Uhr MEZ (live auf Blick) über drei Gummiwechsel diskutiert.
Audi wieder in Gefahr?
So kam im dritten Training (wieder ohne den angekündigten Regen) auch erstmals der harte Reifen zum Einsatz (nur Leclerc!). Der Monegasse war in Ungarn 2025 der letzte Ferrari-Pilot auf dem besten Startplatz! Die Gummi-Aussagen der Fahrer nach dem Glutofen-Freitag waren über den Reifen so verschieden, dass Pirelli selbst noch keine Prognosen über die Haltbarkeit machte.
Trotz dieser Ungewissheit sollten es im ersten Teil der Qualifikation die beiden Cadillacs von Bottas und Pérez sowie die weiter um ihre Form kämpfenden Aston-Martin-Mercedes von Alonso und Stroll erneut nicht schaffen. Doch in Baku wurden wir in den ersten 18 Minuten durch das erstmalige schnelle Ausscheiden von Audi (17. Hülkenberg, 18. Bortoleto) überrascht. Es könnte wieder knapp werden.
Neuer Mercedes läuft …
Man kann nur hoffen, dass die Truppe aus Hinwil ZH (wo ja ein neuer Campus entsteht) diesmal mit dem «neuen» Auto besser drauf ist. Das dritte Training liess diese Frage mit Mittelfeld-Positionen noch offen.
Nach 30 Minuten lagen die beiden McLaren-Mercedes mit dem gelben Medium-Reifen beim nachgeholten GP Bahrain (wird in Malaysia ausgetragen) an der Spitze. Nach der Nullnummer in Baku liegt das Weltmeister-Team jetzt als Dritter bereits 72 Punkte hinter Ferrari.
Verstappen lauert wieder
Interessant, dass Verstappen, Hamilton, Russell und Antonelli bis zur 32. Minute ihre Boliden in der Garage liessen! Sie liessen ihre Gegner die Piste reinigen und sparten den hier so wertvollen Reifen.
Und kaum war Mercedes mit dem total modifizierten Auto nach dem eher schwachen Freitag unterwegs, lagen WM-Leader Antonelli und sein Verfolger Russell (66 Punkte zurück) an der Spitze! Auch Verstappen, seit dem WM-Final 2025 in Abu Dhabi ohne Sieg, meldete als Tagessieger am Freitag seine Pole-Hoffnungen an. Mit dem zweiten Platz hinter dem völlig entfesselten Antonelli.
Vergebliche Arbeit in Imola?
Für die Meldung des Tages sorgten mitten im Training überraschend die Formel-1-Macher. Weil sich die Situation im Nahen Osten offenbar langsam beruhigt, will man den Geldkoffer wie vorgesehen am 29. November in Katar und am 6. Dezember in Abu Dhabi füllen.
Das Ersatzort Imola kann also die Vorbereitungen auf das Nikolaus-Fest stoppen. Natürlich muss die Formel 1 alle bisherigen Auslagen der Italiener bezahlen. Und man kann nur hoffen, dass der Optimismus der US-Zirkusdirektoren auch von ihrem Präsidenten Donald Trump geteilt wird!