250. GP-Triumph für Ferrari
Leclerc siegt bei verrückter GP-Show – Antonelli im Pech

Mehr Spannung und mehr Dramatik bei einem Formel-1-Rennen gehen kaum. Nur schade, dass die Silverstone-Schlacht mit total 564'000 Fans am Ende nach 52 Runden hinter dem Safety Car zu Ende gehen musste.
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Sieg in Silverstone: Charles Leclerc gewinnt erstmals seit Oktober 2024 einen Grand Prix.
Foto: Formula 1 via Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Charles Leclerc gewinnt in Silverstone, beendet 37-Rennen-Siegpause
  • Ferrari feiert seinen 250. Grand-Prix-Sieg seit 1951
  • WM-Leader Antonelli wegen Strafe und Defekt auf Platz 16 zurückgefallen
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Roger BenoitFormel-1-Experte

Die Zieleinfahrt in Silverstone war ein unwürdiges Finale, aber wenigstens fair im Gegensatz zum Finale 2021 in Abu Dhabi – als eine verbotene Zusatzrunde Leader Hamilton ohrfeigte und Verstappen zum Weltmeister machte.

Harter Crash von Verstappen

Und diesmal? Nach einem bösen Abflug von Max Verstappen (28) im Red Bull in der 48. Runde war der Krimi zu Ende, obwohl es noch niemand wusste.

Die Safety-Car-Phase nutzten die beiden führenden Ferrari zu einem zusätzlichen Boxenstopp – nur Russell blieb im Mercedes von den Spitzenfahrern auf der Strecke. Und erbte damit den zweiten Platz. So durfte er zum ersten Mal in England aufs Podest.

Auch der WM-Zweite hatte einen überraschenden zweiten Gummi-Stopp, als er nach 35 Runden im Herzschlag-Dreikampf des Rennens (Verstappen, Russell und Hamilton) einen Plattfuss einfing und an die Boxen musste.

37 Rennen lang musste Leclerc warten

Kommen wir zu den jubelnden Siegern: Charles Leclerc (28) und Ferrari, das seinen 250. Grand Prix-Sieg seit 1951 (in Silverstone!) feiern konnte.

37 Rennen musste der Monegasse warten, bis er endlich seinen neunten GP-Sieg erleben durfte. Damals, am 20. Oktober 2024 in Austin, siegte Leclerc 8,8 Sekunden vor Teamkollege Sainz.

Leclerc: «Nach den letzten harten Wochen, die mir wirklich nahe gingen, fühle ich mich jetzt erlöst, befreit und glücklich. Ich hoffe, die Talsohle ist erreicht. Ich muss aber sagen, mit Antonelli wäre es vorne sehr knapp geworden. Wir hatten Glück!»

Die ehrlichen Worte brachten am Ende den tapferen Italiener mit acht Sekunden Rückstand auf den 15. Platz! Wie ist sowas möglich?

Der WM-Leader tauchte als letzter Pilot an den Boxen zum Reifenwechsel auf. In der 36. von 52 Runden. Der Poker seiner Crew (Kimi wollte viel früher rein) schien aufzugehen. Denn er kam mit dem frischen Gummi nur sieben Sekunden hinter Leader Leclerc auf die Strecke zurück.

Wolff tobt über Zuverlässigkeit

Nach der Gelbphase wegen des abgestellten Audis von Hülkenberg betrug der Abstand von Antonelli auf Leclerc nur noch 2,8 Sekunden. Da wusste man bei Ferrari schon: Das geht kaum gut.

Doch das Zuverlässigkeitsproblem bei Mercedes, das Chef Toto Wolff langsam zur Weissglut treibt, holte die Silberpfeile wie in Montreal (Russell) und in Barcelona (Antonelli) ein. Damals streikte der Motor, jetzt war es vorne die lose Bremsabdeckung, die offenbar Kimis Räuberei über die Randsteine nicht vertrug.

Er kämpfte und kämpfte

«Es ist etwas gebrochen», funkte Antonelli und fuhr an die Boxen. Kurze Reparatur, aber keine Besserung. «Komm, wir geben auf», hiess es am Boxenfunk. Doch der 19-jährige Mann aus Bologna wollte dies nicht hören, fuhr tapfer weiter und kämpfte sogar mit Bortoleto um den zehnten Platz!

Das Safety Car schien dann seinen sensationellen 9. Rang (hinter Bortoleto) abzusichern. Doch die FIA hatte Antonelli schon eine Fünf-Sekunden-Strafe aufgebrummt, weil er die Strecke zu oft verlassen hatte.

«Was soll ich mit einem kaputten Mercedes tun? Ich habe mir dadurch nie einen Vorteil verschafft!» Die FIA blieb hart, liess auch den Mercedes-Protest abblitzen.

Und so flog Antonelli vom 9. Platz noch auf Position 15.

Klar, dass ihn die Fans zum kampfstärksten Piloten gewählt haben. Sein Vorsprung in der WM vor Spa (19. Juli) beträgt nur noch 25 Punkte auf Teampartner Russell.

Kommt Hamilton noch näher?

Lewis Hamilton (41), die Überraschung des Jahres, lauert im Ferrari mit nur noch 31 Zählern Rückstand. «Ich habe Silverstone auch ohne Sieg und Glück geniessen können. Wegen der Fans und der Erkenntnis, dass Ferrari jetzt wieder regelmässig gewinnen kann.»

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