2011 wurde Kanada zum Rekord-GP
Am Tag, als die Hölle ausbrach!

Der Regen übernahm in der Formel 1 schon oft die Hauptrolle. Auch am Sonntagmorgen regnet es in Montreal, fürs Rennen sind die Prognosen allerdings besser. Bleiben die Fahrer von der Hölle verschont?
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2011 gewann Jenson Button im Regen von Kanada.
Foto: Lukas Gorys
Roger Benoit aus Montreal

Es sind stets die Wetterprognosen, die die Teams in Angst und Schrecken versetzen. Früher brachten die Topteams meist ihre eigenen, nicht gerade billigen «Wetterfrösche» mit. Vor allem französische Stationen verdienten einen Haufen Kohle. Jetzt vertraut man den lokalen Wetterberichten – und fliegt wie in Miami voll auf die Schnauze. Da wurde für den Renntag Hagel, Sturmböen und Regen vorausgesagt. Die Angst der Organisatoren ging sogar so weit, dass man den Grand Prix um zwei Stunden vorgeschoben hat. Wir kennen das Ergebnis: Es wurde ein furztrockener Grand Prix.

Jetzt in Montreal das gleiche Szenario: Nach drei sonnigen Tagen die düstere Prognose für heute Sonntag: dauerhafter Regen. Dass der Grand Prix schon lange zwei Stunden nach hinten verschoben wurde (Start 22 Uhr MEZ), hängt allerdings mit dem grössten Rennen des Automobilsports zusammen: Indy 500. Start Sonntag, 18 Uhr MEZ.

Der historische GP 2011

Nun, in Montreal wurde am 12. Juni 2011 Geschichte geschrieben. Noch nie dauerte ein WM-Lauf vier Stunden, vier Minuten und 39 Sekunden.

Am Ende siegte Jenson Button (McLaren-Mercedes), der drei Crashs überlebte und sechsmal an den Boxen war. Sein Glück: In der letzten Runde drehte sich der klare Leader Vettel (Red Bull) – und Button kam so mit einem Vorsprung von 2,7 Sekunden zu seinem Lotto-Sechser.

Ein Wunder, dass bei der längsten Regenschlacht mit einer fast zweistündigen Pause (in der die Teams an den Boxen ihre Zelte aufschlugen) und sechs Safety-Car-Phasen nur sieben Fahrer ausfielen.

Es war der Tag, an dem die Hölle ausbrach. Eine neue Regel mit einer Renndauer von maximal zwei Stunden soll den 12. Juni 2011 in Zukunft verhindern. Der damalige Safety-Car-Fahrer Bernd Mayländer (55) jetzt in Montreal: «Für mich ist der Grand Prix zu Ende, wenn es mir der Rennleiter am Funk mitteilt.»

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