Blick: Herr Schwitter, drei Schweizer Final-Niederlagen in Serie: Zufall oder nicht?
Stefan Schwitter: Man kann das als Zufall abstempeln, wenn man will. Doch man sieht daran vor allem, wie nah Sieg und Niederlage beieinanderliegen. Ob man das nun Zufall, Pech oder wie auch immer nennen will, ist jedem selbst überlassen.
Hatte die Nati gar Angst vor dem Gold-Coup?
Aus psychologischer Sicht kann man Angst vor einem solch grossen Ereignis haben. Bei uns war das aber definitiv nicht der Fall. Wir alle waren mit jeder Faser unseres Körpers davon überzeugt, dass wir Gold holen werden.
Doch in einem WM-Final kann man plötzlich auch sehr viel verlieren.
Ja, das ist so. Doch wir alle wollten unbedingt gewinnen. Für uns, für die Fans, für die Schweiz. Trotzdem sind wir alle keine Roboter. Was hingegen stimmt: In einem Spiel um Platz 3 kann man vor allem nur gewinnen, nämlich Bronze. Doch in einem Final kann man plötzlich viel verlieren, nämlich Gold.
Wenn man bei fünf WM-Finals fünfmal als Verlierer vom Platz geht, stellt sich aber schon die Frage: Hat die Nati ein mentales Problem?
Definitiv nein. Wir haben im Vorfeld intern auch nie von Gold geredet. Das mussten wir auch nicht, denn für jeden aus dem Team war klar, warum wir hier mitmachen und was unser Ziel ist. Wenn man zu oft vom Gewinnen redet, kann das einen auch unterbewusst blockieren. Auch wenn es abgedroschen klingen mag, aber wir haben von Tag zu Tag, von Spiel zu Spiel geschaut. Wir wussten: Wenn wir unsere Puzzleteile richtig zusammenlegen, wird der Sieg die Konsequenz davon sein. Wir haben rückblickend betrachtet unsere Hausaufgaben gemacht und deshalb zu 99,9 Prozent abgeliefert. Und das nun schon dreimal hintereinander. Nun müssen wir noch den allerletzten Schritt gehen.
Können Sie am Tag danach schon Silber geniessen?
Nein, dafür ists noch zu früh. Doch trotz der Niederlage vergesse ich nicht, dass wir sehr vieles richtig gemacht haben. Deshalb liege ich nicht im Bett mit dem Kissen auf meinem Kopf.
Die Schweiz hat nun seit 2013 alle ihre fünf WM-Finals verloren. Kann das für die Zukunft einen Knacks geben?
Theoretisch kann das in die Köpfe reingehen, diese Gefahr sehe ich aber nicht bei uns. In einen WM-Final kommst du nicht nur mit Glück und Zufall. Deshalb haben wir – auch auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen – sehr viel richtig gemacht.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Schweiz | 7 | 32 | 21 | |
2 | Finnland | 7 | 20 | 18 | |
3 | Lettland | 7 | 7 | 12 | |
4 | USA | 7 | 4 | 11 | |
5 | Deutschland | 7 | 1 | 10 | |
6 | Österreich | 7 | -12 | 9 | |
7 | Ungarn | 7 | -24 | 3 | |
8 | Großbritannien | 7 | -28 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Kanada | 7 | 20 | 20 | |
2 | Norwegen | 7 | 11 | 15 | |
3 | Tschechische Republik | 7 | 2 | 13 | |
4 | Schweden | 7 | 11 | 12 | |
5 | Slowakei | 7 | 2 | 11 | |
6 | Dänemark | 7 | -11 | 6 | |
7 | Slowenien | 7 | -12 | 6 | |
8 | Italien | 7 | -23 | 1 |

