So schlägt sich SRF an der WM
Ruefer hätte die Hauptbühne verdient – Experten sind langweilig

SRF bietet während dieser Hockey-WM bewährte Hausmannskost. Nicht weniger, aber leider auch nicht mehr. Die TV-Kritik vor der K.o.-Phase. En Guete!
Kommentieren
RMS_Portrait_AUTOR_760.JPG
Daniel LeuStv. Sportchef

Das Amuse-Gueule: Das WM-Magazin

Darf endlich mal raus: Lukas Studer.
Foto: SRF/Gian Vaitl

Endlich verlässt SRF für ihr WM-Magazin ausnahmsweise mal ihre sterile und biedere Leutschenbach-Küche und macht einen auf «SRF bi de Lüt – Landfrauenküche». Das Konzept: Mit dem Camper besuchen Fabienne Gyr und Lukas Studer täglich einen anderen Ort in der Schweiz und treffen dort einen Prominenten. Dieses Amuse-Gueule, der Gruss aus der Küche, ist meistens sehenswert und macht Appetit auf die Vorspeise.

Die Vorspeise: Die Moderierenden

Führen als Moderierende durch die WM: Annette Fetscherin und Sascha Ruefer.
Foto: SRF/Gian Vaitl

Sollten wir das Haar in der (Vorspeisen-)Suppe suchen, dann kommen wir zu folgendem Ergebnis: Annette Fetscherin hat Sascha Ruefer salopp formuliert in die Suppe gespuckt. Während sie in Zürich die Schweizer Gala-Auftritte moderieren darf, muss er in Fribourg ran und dort die kalte Suppe auslöffeln. Auch er hätte Auftritte in der ersten Reihe verdient.

Der Hauptgang: Die Kommentatoren

«Gmögig», aber langweilig: Philippe Furrer.
Foto: Martin Meienberger/freshfocus

Reto Müller und Philippe Furrer sind auch an dieser Heim-WM die Schweizer TV-Stimme des Eishockeys. Ein dankbarer Job, denn solange die Nati so stark abliefert, kann man als Kommentator eigentlich nicht viel falsch machen. Müller und Furrer sind «gmögig», aber irgendwie auch langweilig und nie überraschend. Kein Spruch, der polarisiert. Keine Analyse, die tiefer geht. Kein Pingpong untereinander, das Spass macht. Salz und Pfeffer oder gar Umami? Fehlanzeige.

Als Alternative zum Hauptgang Müller/Furrer gibt es auch noch das Duo Silvan Schweizer/Félicien Du Bois. Sie kommentieren die weniger wichtigen Fribourg-Spiele. Bei Schweizer ist das okay, doch im Fall von Du Bois ist es schade, dass er in den sauren Apfel beissen musste, denn er ist ein starker Experte und um einiges eloquenter als Furrer.

Die Beilage: Die Experten

Christian Weber: Grundsolide Hausmannskost.
Foto: SRF/Oscar Alessio

Marc Reichert und Christian Weber sind leider nicht mehr als Beilage. Sie sind zwar grundsolide und dürfen zu allem ihren Senf dazugeben, wenn man sie aber zum Beispiel mit den würzigen MySports-Experten Christian Wohlwend und Sven Helfenstein vergleicht, ist das schon eher biedere Hausmannskost und damit eine vergebene Chance, das Hockey auch als Entertainment zu präsentieren.

Das Dessert: Der Reporter

Eher fad: Lukas Ninck.
Foto: Pius Koller

Ein Blick nach Deutschland zeigt: Es würde auch anders gehen. Auf ProSieben darf Kultreporter Christoph «Icke» Dommisch ran. Lange, blonde Haare und andere, freche Fragen – das macht Spass, ist ein Leckerbissen und im Vergleich zum hiesigen, faden Lukas Ninck eine andere Genusswelt.

Eishockey-WM 2026 Gruppe A
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Schweiz
Schweiz
7
32
21
2
Finnland
Finnland
7
20
18
3
Lettland
Lettland
7
7
12
4
USA
USA
7
4
11
5
Deutschland
Deutschland
7
1
10
6
Österreich
Österreich
7
-12
9
7
Ungarn
Ungarn
7
-24
3
8
Großbritannien
Großbritannien
7
-28
0
Playoffs
Abstieg
Gruppe B
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Kanada
Kanada
7
20
20
2
Norwegen
Norwegen
7
11
15
3
Tschechische Republik
Tschechische Republik
7
2
13
4
Schweden
Schweden
7
11
12
5
Slowakei
Slowakei
7
2
11
6
Dänemark
Dänemark
7
-11
6
7
Slowenien
Slowenien
7
-12
6
8
Italien
Italien
7
-23
1
Playoffs
Abstieg
In diesem Artikel erwähnt
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen