Die Hockey-Nati zeigt im Halbfinal gegen Norwegen die nächste Machtdemonstration an der Heim-WM. Gleich 6:0 schlagen die Schweizer die Skandinavier und machen so den dritten WM-Finaleinzug in Folge souverän perfekt.
Während die Schweizer Fans in der Swiss Life Arena in Zürich ausgelassen jubeln, geraten auf dem Eis die Norwegen- und Nati-Spieler aneinander, sodass sie von den Schiedsrichtern getrennt werden müssen.
Auch auf der Trainerbank werden keine Gratulationen verteilt, stattdessen kochen die Emotionen über. Anstatt eines Handshakes gibt es hässige Gesten zwischen Jan Cadieux (46) und Petter Thoresen (64). Der Nati-Coach zeigt dem Norwegen-Trainer den Vogel und fuchtelt danach enerviert herum. Thoresen seinerseits reagiert ebenfalls mit lautstarken Worten. Auslöser waren einige harte Checks in den Schlussminuten, obwohl die Partie schon lange entschieden war. So gab es drei Sekunden vor Schluss eine Charge gegen Nino Niederreiter an der Bande, auf welche die Schweizer wütend reagierten.
Cadieux: «Das ist ein Mangel an Klasse»
Während die beiden weiter wild diskutieren, versucht der Staff, Cadieux zu beruhigen und wegzuziehen. Der norwegische Coach zeigt Cadieux am Ende mit den Händen eine «Rede nur weiter»-Geste. Dem Schweizer wie auch dem Team dürfte es egal sein, sie stehen an der Heim-WM im Final und lassen den Gold-Traum weiterleben.
Cadieux sagt, dass er das Verhalten der Norweger in den letzten fünf Minuten nicht in Ordnung fand. «Du verlierst 0:6 und weisst, dass der Gegner am nächsten Tag einen Final spielt und hast selbst auch noch ein Spiel, und du verhältst dich, wie sie sich verhalten haben. Das ist ein Mangel an Klasse. Ich habe ihm das deutlich gesagt.»
Und was sagt Thoresen zum Krach? «Da war ein Check in den Schlusssekunden an Niederreiter. Dann hat er mich angeschrien und auf die Resultattafel gezeigt, das hat mich wütend gemacht. Ich habe dann auch Emotionen gezeigt, da wurde er noch wütender. Ich kann ihn schon verstehen, aber auch wenn wir 0:6 verlieren, spielen wir 60 Minuten und da muss man als Spieler bereit sein.» Zum Handshake sei es dann nach dem Spiel nicht mehr gekommen. «Aber selbstverständlich würde ich ihm die Hand geben.»
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Schweiz | 7 | 32 | 21 | |
2 | Finnland | 7 | 20 | 18 | |
3 | Lettland | 7 | 7 | 12 | |
4 | USA | 7 | 4 | 11 | |
5 | Deutschland | 7 | 1 | 10 | |
6 | Österreich | 7 | -12 | 9 | |
7 | Ungarn | 7 | -24 | 3 | |
8 | Großbritannien | 7 | -28 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Kanada | 7 | 20 | 20 | |
2 | Norwegen | 7 | 11 | 15 | |
3 | Tschechische Republik | 7 | 2 | 13 | |
4 | Schweden | 7 | 11 | 12 | |
5 | Slowakei | 7 | 2 | 11 | |
6 | Dänemark | 7 | -11 | 6 | |
7 | Slowenien | 7 | -12 | 6 | |
8 | Italien | 7 | -23 | 1 |

