Ein Selbstläufer ist das Duell gegen Aufsteiger Slowenien zum WM-Auftakt für die Schweizer zunächst nicht. Es braucht etwas Zeit, bis sich das Spiel der Favoriten eingependelt hat. Dies primär, weil sich die Slowenen als hartnäckig entpuppen. Doch ein Doppelschlag innert 33 Sekunden nimmt der Nati den Druck. NHL-Stürmer Malgin trifft im Powerplay mit einem satten Schuss ins Eck zum 1:0. NHL-Verteidiger Moser doppelt nach. Die Vorarbeit von Corvi zu diesem zweiten Treffer ist ein perfekter Flippass.
Ein 2:0 ist aber eine trügerische Führung. Das zeigt sich in der Startphase des zweiten Drittels, als die Slowenen einen Zahn zulegen. Wie die Schweizer da auftreten, macht Trainer Patrick Fischer nicht glücklich: «Wir haben die Lektion gelernt, als wir etwas nonchalant gespielt haben und nicht mehr so energisch in die Zweikämpfe gegangen sind.» Er schreibt es der Unkonzentriertheit zu, dass die Aufsteiger seine Nati fast auf dem falschen Fuss erwischt haben.
Special Teams als wichtige Faktoren
Zumal die Schweizer da auch beste Chancen auslassen. Wie beispielsweise Thürkauf, der beim Abpraller eines Bertschy-Schusses den Puck nicht richtig trifft und Goalie Kroselj sich deshalb noch rechtzeitig verschieben kann. Im nächsten Powerplay der Schweizer lässt der Torhüter dann einen Ablenker von Neo-Captain Niederreiter vorbei zum 3:0. «Dass wir unsere Special Teams so gut lancieren konnten, ist schön. Im Powerplay haben wir zugeschlagen, das Boxplay funktioniert», so Fischer, «das sind wichtige Faktoren in einem Turnier».
Dass da beim einen oder andern Erinnerungen wach werden an die WM 2017 in Paris, ist verständlich. Damals führen die Schweizer nach 18 Minuten bereits 4:0 – und werden von den Slowenen mit einer Aufholjagd noch bis ins Penaltyschiessen gezwungen, das die Nati dann gewinnt. Dieses Spiel hat der Nati-Coach zwar nicht im Kopf, aber er mahnt, dass man gegen Norwegen eine Baisse vermeiden und das Spiel durchziehen müsse. «Wir müssen daraus lernen. Die Spieler haben das gemerkt. Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen.»
Eng wird es in diesem ersten Gruppenspiel nicht mehr. Die Schweizer avancieren zu Powerplay-Königen. In zwei weiteren Überzahl-Möglichkeiten buchen sie Tore. Das 5:0 ist dabei eine Produktion der zweiten Powerplay-Linie. Spätestens da ist die Gegenwehr gebrochen. Goalie Genoni feiert einen Shutout – dank 17 Paraden, und der erste von drei von ihm geforderten Pflichtsiege ist erledigt.
Schweiz – Slowenien 7:0
Tore: 13. Malgin (Kukan, Haas/PP) 1:0. 14. Moser (Corvi, Herzog) 2:0. 33. Niederreiter (Malgin, Haas/PP) 3:0. 42. Malgin (Simion, Haas/PP) 4:0. 44. Thürkauf (Loeffel) 5:0. 51. Miranda (Richard, Bertschy) 6:0. 58. Bertschy (Thürkauf) 7:0.