Darum gehts
- Schweizer Hockey-Nati begeistert mit «W. Nuss vo Bümpliz» nach Deutschland-Sieg
- Emotionale Einheit: Fans und Spieler träumen von gemeinsamem Goldtraum
- Nico Hischier initiierte Hymne, ein echter Gänsehautmoment ohne PR-Strategie
Es gibt diese aussergewöhnlichen Momente der Sportgeschichte, die sich für immer in den Herzen der Schweizer verewigt haben. Zum Beispiel Fedrinka 2008 in Peking. Oder «Flieg, Simi, flieg» 2002 in Salt Lake City. Oder «es gibt nur einen Georges Bregy» 1994 in den USA.
Vor wenigen Tagen ist ein neuer, emotionaler Moment hinzugekommen. Seit dem Deutschland-Spiel singen Fans, Spieler und Funktionäre nach der Schlusssirene jeweils W. Nuss vo Bümpliz von Patent Ochsner. Ein Stadion in Scharlachrot – Gänsehaut pur. Und ein Sinnbild für die Auftritte dieser Hockey-Nati.
Ludmilla, Johnny und Co. sind berührt
Noch vor wenigen Wochen war die Gemütslage eine völlig andere. Nach dem Fischer-Eklat und den bescheidenen Resultaten in den WM-Vorbereitungsspielen hätte auch alles in eine Schlammschlacht ausarten können.
Doch dann kam dieses erste Spiel gegen die USA. Als Pius Suter schon in der dritten Minute das 1:0 erzielte, sprang dank Brandschtifter Suter der Funke aufs Publikum über. Grüens Liecht für ein Hockey-Frühlingsmärchen, ein Grossbrand der nie enden wollenden Emotionen.
Egal, ob im Ämmital, in Bälpmoos, in Brienz oder irgendwo in diesem Lande, auf einmal waren alle von dieser Hockey-Truppe ergriffen. Egal, ob Ludmilla, Angelina oder Johnny, auf einmal spürte jede und jeder: Hier tritt eine Gruppe von Freunden auf, die endlich ihren gemeinsamen Goldtraum in die Tat umsetzen will. Mit Leidenschaft und Emotionen, aber auch mit harter, körperlicher Arbeit.
Nichts ist künstlich, alles ist echt
Das zeigt sich auch beim Beispiel der W. Nuss vo Bümpliz eindrücklich. Dahinter steckt keine PR-Agentur, die sich ein Wysses Papier nahm und sich fragte, wie wir künstlich einen Gänsehautmoment für die Ewigkeit erzeugen können. Die Idee dazu kam von den Spielern selbst, allen voran von Nico Hischier.
Das spüren die Fans. Kein Zucker auf die Mühlen derer, die beklagen, dass Sport immer mehr Kommerz sei und sich alles nur noch ums grosse Geld drehe. Auf dem Eis steht eine Gruppe von Compañero. Eine Mannschaft, die man Guet u gärn haben muss. NHL-Spieler, die, obwohl sie millionenschwere Globetrotter sind, gerne in ihrer Heimat sind und jedes WM-Aufgebot auch nach einer noch so langen Saison dankend annehmen.
Früecher war das noch anders. Selbst bei Sunnechünig Ralph Krueger, der das Schweizer Eishockey wachgeküsst hat, war es nicht so, dass, wenn er rief, auch alle kamen.
Ab in die Umloufbahn
Jetzt sind alle Happy und strotzen vor Selbstvertrauen Sowieso. Heute Sonntag können sie sich endgültig in die Umloufbahn, ins Universum schiessen.
I ha letscht Nacht e Troum gha: Die Schweiz, richtig die Schweiz, wird tatsächlich Eishockey-Weltmeister. Sollte es trotzdem «nur» Silber geben, wäre das so was von Schnuppe, denn Das Bild von der W. Nuss vo Bümpliz bleibt für immer in den Herzen der Schweizer Sportfans.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Schweiz | 7 | 32 | 21 | |
2 | Finnland | 7 | 20 | 18 | |
3 | Lettland | 7 | 7 | 12 | |
4 | USA | 7 | 4 | 11 | |
5 | Deutschland | 7 | 1 | 10 | |
6 | Österreich | 7 | -12 | 9 | |
7 | Ungarn | 7 | -24 | 3 | |
8 | Großbritannien | 7 | -28 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Kanada | 7 | 20 | 20 | |
2 | Norwegen | 7 | 11 | 15 | |
3 | Tschechische Republik | 7 | 2 | 13 | |
4 | Schweden | 7 | 11 | 12 | |
5 | Slowakei | 7 | 2 | 11 | |
6 | Dänemark | 7 | -11 | 6 | |
7 | Slowenien | 7 | -12 | 6 | |
8 | Italien | 7 | -23 | 1 |

