Gottéron hatte sich zuletzt für den HCD zu einer Art Schreckgespenst entwickelt. Vor Jahresfrist unterlagen die Davoser den Fribourgern im Spengler-Cup-Halbfinal mit 2:4. Nach einer 2:1-Führung gaben sie den Finaleinzug in der Schlussphase noch aus der Hand. Und auch in der Meisterschaft erlebten die Bündner jüngst ein Fribourg-Trauma: Am 7. Dezember verloren sie gegen ihren ersten Verfolger gleich mit 0:4 – und sahen dabei kaum einen Puck. In der Saisonbilanz liegt der souveräne National-League-Leader gegen Gottéron nach Siegen mit 1:2 zurück.
Beim einzigen Davoser Erfolg Anfang Oktober (4:2) glänzte Matej Stransky als Doppeltorschütze. Und der HCD-Captain eröffnet auch an diesem Abend nach einer intensiven Startphase das Skore. Beide Teams schenken sich keinen Zentimeter, teilen kernige Checks aus – doch die Fribourger verlieren Stransky einen Moment aus den Augen, und schon klingelt es.
HCD ohne Corvi und Fora-Ausfall im Startdrittel
Die Führung hält allerdings nicht lange. Marcus Sörensen gleicht via Lukas Fricks Schlittschuh aus. Beide ersten Tore fallen im Powerplay – je eines auf jeder Seite, passend zur ausgeglichenen Partie. Dann zieht Tino Kessler nach einem gewonnenen Bully ab und bringt den HCD erneut in Front. Wie schon im Vorjahr führen die Davoser mit 2:1. Diesmal aber bleiben sie aktiv und bringen den Vorsprung auch dank eines starken Luca Hollenstein im Tor über die Zeit. Und das, obwohl Nati-Verteidiger Michael Fora bereits im ersten Drittel ausfällt und der angeschlagene Schlüsselspieler Enzo Corvi gar nicht erst mittun kann. Simon Ryfors sorgt mit dem Treffer ins leere Tor für die Entscheidung.
Wiedersehen mit der US-College-Auswahl
Wollen die Davoser den Spengler Cup zum 17. Mal gewinnen und zum alleinigen Rekordsieger aufsteigen, müssen sie den Marathon von fünf Spielen in fünf Tagen meistern – und ihre beste Leistung am fünften Tag gegen die Überflieger der U.S. Collegiate Selects abrufen. Die Vorrunden-Niederlage gegen die College-Auswahl (3:5) zwang den HCD zur Zusatzschlaufe über den Viertelfinal, den sie mit einem 3:0 gegen IFK Helsinki souverän meisterten. Gegen Fribourg ist die Revanche geglückt – klappt sie auch gegen die College-Boys?
Favorit sind die Bündner anhand der Ausgangslage nicht. Erst einmal gewann ein Team, das im seit 2010 angewendeten Modus diese Zusatzschlaufe drehen musste, das Turnier: 2016 Team Canada. Die Nordamerikaner absolvierten ihre fünf Spiele allerdings nicht in fünf, sondern in sechs Tagen.
Fans: 6267.
Tore: 22. Stransky (Nussbaumer, Andersson/PP) 0:1. 31. Sörensen (Kapla, De la Rose/Eigentor Frick/PP) 1:1. 38. Kessler (Stransky, Asplund) 1:2. 60. Ryfors (Kessler, Dahlbeck) 1:3 (ins leere Tor).



