Die College-Jungs erweisen sich als schlüpfrige Fische, die für den HCD schwer zu greifen sind. Sie agieren blitzschnell, wirblig und zuweilen unkonventionell. Der raffinierten Paradelinie mit Quinn Finley (21), T.J. Hughes (24) und Aiden Fink (21) zuzuschauen, ist ein wahrer Genuss. Und mit Matthew DiMarsico verfügen sie vor dem Tor auch noch über eine richtig abgebrühte Socke. Für den souveränen Leader der National League erweist sich diese Kombination als eine unerwartet grosse und letztlich nicht zu überwindende Herausforderung. «Das ist die Zukunft des Hockeys», lobt Davos-Sportchef Jan Alston auf der Medientribüne den Gegner.
Was nach den ersten beiden Auftritten der U.S. Collegiate Selects ebenfalls auffällt: Diese Matches sind fast körperlos. Dies hat jedoch nichts damit zu tun, dass die bestandenen Profis ihre jungen Gegenspieler aus den Staaten schonen möchten, sondern vielmehr mit deren Spielweise. «Die sind so wieselflink, wenn du die in der Ecke checken willst und zu spät dran bist, brennt es anschliessend vor dem eigenen Tor», sagt Alston.
Aeschlimann verhindert höheren Rückstand zur ersten Pause
Es brennt vor dem HCD-Gehäuse allerdings auch ohne fehlgeschlagene Checks. Als die Zuordnung in der HCD-Hintermannschaft nicht stimmt und sich Goalie Sandro Aeschlimann unter der Achsel erwischen lässt, bringt Finley den Aussenseiter in Führung. Es ist dann aber ansonsten ebendiesem Aeschlimann zu verdanken, dass die College-Boys nach dem ersten Drittel nicht bereits mit mindestens 3:0 führen, die Chancen dazu sind da.
Nach einem Fehlzuspiel von Filip Zadina fällt dann das 2:0 durch DiMarsico doch noch. Die Davoser zeigen aber eine Reaktion, Yannick Frehner und Sven Jung (mit einem strammen Schuss in Unterzahl) bringen sie zurück. Doch kaum ist der Ausgleich geschafft, schlägt DiMarsico erneut zu. Und auch Finley gelingt im Anschluss an ein Powerplay der zweite Streich. Der HCD sieht sich erneut mit einem Zweitore-Rückstand konfrontiert. Nati-Verteidiger Michael Fora bringt den Favoriten wieder auf 3:4 heran.
Davos läutet die Schlussphase mit einer Schlussoffensive ein, aber die U.S. Collegiate Selects wehren sich tapfer. Als dann Simon Knak mit einem Restausschluss unter die Dusche wandert und Eric Pohlkamp in Überzahl trifft, ist der Mist für den HCD definitiv geführt. Davos erlebt zum Auftakt eine böse Überraschung.
Riesige Bereicherung für das Traditionsturnier
Vor dem Turnier herrschte eine gewisse Unsicherheit, ob die College-Boys das Level für den Spengler Cup haben. Diese wurden bereits bei der knappen 2:3-Niederlage am Stephanstag gegen das Team Canada weggewischt – und am Tag darauf legen sie eine Schippe drauf. Der Lerneffekt dieser Jungs ist genauso schnell wie ihr Spiel. Egal was noch kommt, diese erfrischende Equipe ist so oder so eine riesige Bereicherung für das Traditionsturnier. Derweil muss der HCD schauen, dass ihm der Spengler Cup nicht entgleitet und ist gefordert, gegen das Team Canada eine Reaktion zu zeigen. Es ist so richtig angerichtet in Davos.
Fans: 6267.
Tore: 3. Finley (Fink) 0:1. 22. DiMarsico (Finley) 0:2. 23. Frehner 1:2. 37. Jung (Asplund, Gross/SH) 2:2. 38. DiMarsico (Cerrato) 2:3. 42. Finley (Hughes, Plante) 2:4. 46. Fora (Corvi, Lemieux) 3:4. 58. Pohlkamp (Finley, Plante/PP) 3:5.


