Darum gehts
Am Dienstag beginnen in der Swiss League die Playoffs. Visp und La Chaux-de-Fonds sind die beiden einzigen Teams, die aufsteigen können.
Zur Erinnerung: Vor der Saison waren es noch fünf Mannschaften, die mit einem möglichen Aufstieg flirteten. Doch Sierre erhielt aufgrund seiner Infrastruktur keine Lizenz für die National League, dem aufstrebenden Basel wurde sie aus wirtschaftlichen Gründen verwehrt, Olten zog sich während der Saison freiwillig zurück. Bleibt also noch das Duo übrig.
Die Walliser steigen als Titelverteidiger ins Rennen und forderten letzte Saison in der Ligaqualifikation auch Ajoie. Doch nun droht Visp schon in den Playoff-Viertelfinals Ungemach. Gegner Basel wurde zwar im Playoff-Final 2025 noch mit 4:1 besiegt, mutierte in dieser Saison aber zum Angstgegner. Sämtliche fünf Duelle der Regular Season gingen für Visp verloren. «Basel wird ein harter Brocken, doch einen solchen hatten wir letzte Saison mit Sierre in den Viertelfinals auch», sagt CEO Sébastien Pico (48).
Zwei Klatschen gegen Playoff-Gegner Chur
Als Topfavorit gestartet, erlebte La Chaux-de-Fonds bislang eine komplizierte Saison – inklusive Trainerentlassung. Der zweifache Meistercoach Louis Matte (53) musste vor einem Monat gehen und wurde durch den Finnen Teppo Kivelä (58) ersetzt. Zu einem Sturm an die Spitze hat diese Massnahme nicht geführt – die Neuenburger schlossen die Quali auf Rang 4 ab, von den letzten fünf Spielen hat die ambitionierte Mannschaft vier verloren.
Darunter war auch eine 2:7-Heimpleite gegen Chur, was insofern von Bedeutung ist, da die Bündner ihr Viertelfinal-Gegner sind. Und es war nicht die einzige Klatsche gegen Chur. Im Januar setzte es bereits ein 1:7 gegen die junge und ohne Ausländer operierende Mannschaft von Reto (49) und Jan von Arx (48) ab. Drei Tage später war Matte seinen Job los. Eine weitere Warnung für La Chaux-de-Fonds: Chur ist im Schuss, hat von den letzten sieben Spielen sechs gewonnen. «Chur ist wirklich gut, aber es beginnt alles wieder bei null» gibt sich Sportchef und Assistenztrainer Loïc Burkhalter (46) dennoch zuversichtlich.
Kellerkampf der National League als Farce?
Unter diesen Vorzeichen wäre es keine heftige Überraschung, wenn Visp und La Chaux-de-Fonds bereits in den Viertelfinals auf der Strecke blieben. Was dann vor allem bei Ajoie, aber auch in Ambri oder Kloten zu Jubelstürmen führen würde. Denn ohne Meistertitel von Visp oder La Chaux-de-Fonds fällt die Ligaqualifikation aus, ohne den Halbfinal-Einzug mindestens einer der beiden sogar schon der Playout-Final. Der Kellerkampf in der National League wäre dann nicht zum ersten Mal eine Farce und Veräppelung des zahlenden Publikums.
Sollte sich aber La Chaux-de-Fonds oder Visp durchsetzen, könnte es knackig werden. Denn seit dieser Saison darf der Meister für die Ligaqualifikation im Rahmen eines neu geschaffenen ausserordentlichen Transferfensters noch Ausländer von den anderen Swiss-League-Vereinen holen. Visp, La Chaux-de-Fonds und Sierre haben sich schon vor der Saison per Gentlemen-Agreement untereinander darauf verständigt, ihre Ausländer für diesen Fall auszuhändigen.