Wildes Gefuchtel und Pucks verschwinden
Showtime mit Fribourg-Goalie Reto Berra

Er prägt diese Playoffs. Sei es durch seine Statistiken, aber auch durch spezielle Aktionen. Macht sich Goalie Reto Berra in Fribourg sogar unsterblich?
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Reto Berra macht derzeit aufregende Dinge.
Foto: Urs Lindt/freshfocus
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Marcel AllemannReporter Eishockey

Es war ein seltsames Bild, als Reto Berra (37) in der Schlussphase des siebten Playoff-Viertelfinalspiels gegen Lugano (4:2) plötzlich zum Animateur wurde und wild mit den Armen herumfuchtelte. Durch diese ungewöhnliche Aktion gab er seinen Vorderleuten zu verstehen, dass sie sich bewegen sollen, und gegen die nochmals alles in die Waagschale werfenden Tessiner nicht zu passiv werden dürfen.

Für das nächste Kuriosum sorgte der Fribourg- und Nati-Goalie dann im ersten Halbfinal-Tanz gegen Lausanne. Als er nach dem vermeintlichen Treffer zum 2:1 von Lausannes Miikka Salömäki den Puck verschwinden liess, als wäre er David Copperfield. Berra verdeckte die schwarze Hartgummischeibe mit seiner Fanghand derart zauberhaft, dass diese schlicht nicht mehr zu sehen war. Und somit auch nicht, ob sie im Tor war. Die Schiris konnten sich anschliessend beim Video-Studium nur noch verdutzt gegenseitig anschauen und mussten wegen der Berra-Magie bei ihrem On-Ice-Entscheid (kein Tor) bleiben.

Der Mann für die grosse Sehnsucht

Reto Berra sorgt für Showtime. Auch mit spektakulären Paraden. Beim 2:1-Erfolg am Montag gegen Lausanne hält er den Sieg in der Schlussphase als Fels in der Brandung fest. «Reto hatte einmal mehr ein tolles Spiel», betonte Fribourg-Trainer Christian Dubé hinterher. Mit einer Abwehrquote von 93,58 Prozent, einem Gegentorschnitt von 1,73 pro Spiel und 204 gehaltenen Pucks ist der Routinier auch in allen Playoff-Statistiken auf den vordersten Plätzen.

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5:32
Gottéron – Lausanne HC 2:1:Hier entscheidet Bald-Rentner Bykov die Partie

Der Zürcher ist der grosse Hoffnungsträger, dass die Sehnsucht nach dem ersten Meistertitel in Fribourgs Vereinsgeschichte doch noch gestillt wird. Bei früheren Anläufen war dieser Hoffnungsträger zumeist nicht auf dem Goalie-Posten zu suchen. In den 90er-Jahren, als drei Playoff-Finals in Folge verloren gingen, musste der damalige Keeper Dino Stecher anschliessend als Sündenbock herhalten. Bei der letzten Finalteilnahme 2013 (2:4-Niederlage gegen Bern) fehlte ebenfalls ein Goalie der Kragenweite von Berra – im Tor stand der zu jenem Zeitpunkt gerade mal 21-jährige Benjamin Conz. Berra, der seinerseits 2009 mit Davos schon mal Meister geworden ist, könnte sich in Fribourg unsterblich machen.

Thürkauf-Stockbruch zur Unzeit
6:42
Fribourg – Lugano 4:2:Thürkauf-Stockbruch zur Unzeit
National League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
HC Davos
HC Davos
39
49
84
2
HC Fribourg-Gottéron
HC Fribourg-Gottéron
39
30
71
3
Lausanne HC
Lausanne HC
39
26
68
4
Genève-Servette HC
Genève-Servette HC
39
5
67
5
HC Lugano
HC Lugano
38
26
66
6
ZSC Lions
ZSC Lions
37
19
61
7
SC Rapperswil-Jona Lakers
SC Rapperswil-Jona Lakers
38
-7
61
8
EV Zug
EV Zug
37
-8
57
9
SCL Tigers
SCL Tigers
38
2
51
10
EHC Biel
EHC Biel
38
-15
49
11
SC Bern
SC Bern
38
-12
48
12
EHC Kloten
EHC Kloten
37
-17
46
13
HC Ambri-Piotta
HC Ambri-Piotta
38
-37
43
14
HC Ajoie
HC Ajoie
39
-61
29
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