«Ich wusste nicht, ob ich spiele»
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Fribourg-Boppart im Interview:«Ich wusste nicht, ob ich spiele»

«War in meiner eigenen Welt»
Fribourg-Teenie lässt Arena ausrasten und stachelt Oldie an

Was für ein Traumstart für Yannik Boppart: Bei seinem Debüt in der National League schiesst der junge Fribourg-Stürmer direkt sein erstes Ligator und Gottéron zum Sieg. Die Fans feiern ihn – und auch Oldie Julien Sprunger.
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Yannik Boppart ist am Dienstagabend der gefeierte Held der Fribourger.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Yannik Boppart wird bei seinem National-League-Debüt für Fribourg gefeiert
  • 19-Jähriger erzielt erstes Tor und entscheidet das Penaltyschiessen
  • Fans feiern Youngster gebührend, am Mittwoch gehts wieder ins SBB-Praktikum
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Matthias Davet

Als die Fribourg-Aufstellung für das Spiel gegen die SCL Tigers bekannt gegeben wird, kennen nur wenige in der BCF Arena die Nummer 45 Yannik Boppart. Rund vier Stunden später skandiert ein Grossteil des Publikums den Namen des U21-Juniors von Gottéron, der bei seinem Debüt für die Drachen zum Helden wird. Der 19-Jährige wird sich noch lange an sein erstes Spiel in der National League erinnern.

Boppart ist es, der nach 28 Minuten den Ausgleich für die Saanestädter schiesst. Er schüttelt Tim Mathys perfekt ab und verwertet dann den Abpraller von Luca Boltshauser. Im Penaltyschiessen ist er dann der Einzige, der trifft, und damit sein Team zum Sieg führt. «Ich habe, ehrlich gesagt, nie von einem solchen Einstand geträumt», gesteht der Teenager. «Es ist wirklich unglaublich, auch wenn ein bisschen Glück dabei war. Ich kann nicht beschreiben, was ich nach dem Tor gefühlt habe. Ich war in meiner eigenen Welt.»

Der Tag begann für den ehemaligen SCB-Junior allerdings stressig, wie er erzählt: «Ja, ich war sehr nervös. Ich hatte Schwierigkeiten, zu schlafen. Es wird noch eine Weile dauern, bis ich das alles ganz realisiert habe.» Für ihn sei es ein wahr gewordener Traum.

Oldie Sprunger neckt Teenager

Der von seinen Teamkollegen und dem Publikum bejubelte Spieler aus Burgdorf BE sagt, er sei «zu fasziniert und euphorisch» gewesen, um das Publikum wirklich zu hören, und erst hinterher habe er sich gesagt: «Wow!» Ausserdem wird er unmittelbar nach seinem Erfolg von der Vereinslegende Julien Sprunger (40) beglückwünscht. «Um ehrlich zu sein, weiss ich nicht mehr genau, was er zu mir gesagt hat», gibt Boppart zu.

«Sie interessieren sich mehr für die Jungen als für die Alten», lacht der Fribourg-Captain, als er zum Interview hinausgeht, während sich alle Medien um Boppart versammeln. «Wenn der Junge schon ein Tor schiesst, muss es auch der Alte tun», fügt Sprunger, der das 2:1 erzielte und seine Karriere nach der Saison beenden wird, augenzwinkernd hinzu. «Im Ernst, es ist ein Traum für ihn, auf diese Weise zu beginnen.»

Boppart entscheidet Penaltyschiessen

Und als ob das nicht schon genug wäre, ist der 19-jährige Stürmer auch im Penaltyschiessen der Held. Er ist der Erste, der aufs Eis geschickt wird. Ein Entscheid, der nicht von Roger Rönnberg getroffen wurde: «Es war Lars (Leuenberger, Assistent, Anm. d. Red.). Er hat ihn auf das Eis geschickt, weil er ihm vertraut hat. Ich habe ihm gesagt, dass ich ihn unterstütze.»

Eine Entscheidung, die sich für den schwedischen Trainer und seinen Assistenten auszahlt, denn Boppart ist der einzige Spieler, der nach der Verlängerung ins Tor trifft. «Als ich allein aufs Eis kam, habe ich einfach versucht, mich zu konzentrieren, tief durchzuatmen, alles andere auszublenden und mein Bestes zu geben», verrät der Torschütze.

Die Fans feiern den Youngster nach dessen Debüt mit einer Standing Ovation und rufen ihn aufs Eis zurück. «Es war ein unglaubliches Gefühl, zu hören, wie sie meinen Namen skandierten», lächelt Boppart. Seine Eltern sitzen ebenfalls auf der Tribüne.

Am Mittwoch gehts wieder zur SBB

Das Schicksal wollte es, dass er sein Debüt gegen Langnau gibt, das 25 Minuten von Burgdorf BE entfernt liegt, wo Boppart aufgewachsen ist. Hat der Ex-SCB-Junior, der nun für Gottéron spielt, auch einen Lieblingsverein? «Ich mag Eishockey», sagt er subtil. «Da ich beim SCB und mein Bruder bei den Tigers war, war es immer eine Rivalität zwischen uns. Ich habe noch Freunde in Langnau, bin aber heute nicht allzu traurig für sie», sagt er lachend.

Ab Mittwoch geht es jedoch wieder zurück in die Realität: «Ich hoffe, dass ich ein wenig schlafen und dann ganz normal mit der U21 trainieren kann. Danach werde ich zur Arbeit nach Ostermundigen fahren, wo ich als Praktikant bei der SBB arbeite.» Ob er am Donnerstag auf den Zug aufspringen kann, um gegen den EVZ wieder im Aufgebot zu stehen, wird sich zeigen. Empfohlen hat er sich aber schon einmal.

National League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
HC Davos
HC Davos
38
45
81
2
HC Fribourg-Gottéron
HC Fribourg-Gottéron
38
29
69
3
Lausanne HC
Lausanne HC
38
30
68
4
HC Lugano
HC Lugano
37
27
65
5
Genève-Servette HC
Genève-Servette HC
38
4
65
6
ZSC Lions
ZSC Lions
37
19
61
7
SC Rapperswil-Jona Lakers
SC Rapperswil-Jona Lakers
37
-8
58
8
EV Zug
EV Zug
36
-7
56
9
SCL Tigers
SCL Tigers
37
3
51
10
SC Bern
SC Bern
37
-11
47
11
EHC Biel
EHC Biel
37
-16
46
12
EHC Kloten
EHC Kloten
37
-17
46
13
HC Ambri-Piotta
HC Ambri-Piotta
37
-38
41
14
HC Ajoie
HC Ajoie
38
-60
29
Playoffs
Qualifikationsspiele
Relegation Play-Offs
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