Am 16. September haben die ZSC Lions gegen die SCL Tigers mit 1:2 verloren. Damals war das eine Randnotiz, der Doppelmeister war zuvor mit drei Siegen in die Saison gestartet und da die drei Punkte den mit bescheidenen Mitteln operierenden Emmentalern zu überlassen, hatte fast schon Charme.
Inzwischen hat der Wind in Zürich gedreht. Die Lions durchleben bereits ihre zweite heftige Krise diese Saison, aus den letzten fünf Spielen resultierten lediglich drei Punkte. In der Tabelle liegt die in der Theorie beste Mannschaft der Liga auf dem für sie unterirdischen 8. Rang. Eine weitere Pleite gegen eine Mannschaft der Kragenweite der SCL Tigers ist derzeit schlicht nicht mehr tolerierbar – und schon gar nicht vor eigenem Anhang.
Diese grosse Drucksituation ist den ZSC Lions, die ohne den verletzten Malgin auskommen müssen, aber dafür wieder auf Grant zählen können, absolut anzumerken, sie starten verkrampft. Langnau ist zunächst die bessere Mannschaft. Fast aus heiterem Himmel kommt das 1:0 durch Lehtonen, was kurzfristig für etwas Aufwind sorgt. Aber nur, bis ausgerechnet der beim ZSC vor zwei Jahren ausgemusterte Bachofner zum 1:1 trifft.
Da ist die Verunsicherung zurück und jegliche Souveränität wieder weg. Die Zürcher erarbeiten sich mit der Zeit zwar ein Chancenplus, aber es bleibt gegen die gut strukturieren Langnauer ein Riesenknorz. Andrighetto bringt den ZSC zwar in Führung, aber Julian Schmutz gleicht wieder aus. Und dann schlägt Rohrbach in der Verlängerung zu, als Andrighetto auf der Strafbank sitzt.
Nicht nur die Tabellenlage, auch die Spiele des ZSC sind mittlerweile unterirdisch. Und für Trainer Marco Bayer wird es erneut ungemütlich. Unschön ist das alles vor allem für Captain Geering, der vor dem Spiel für sein 1000. Spiel vom Freitag geehrt wird, aber nun intern und extern als Krisenmanager gefragt ist.
Fans: 11'559
Tore: 8. Lehtonen (Riedi) 1:0. 12. Bachofner (Lehmann, Salzgeber) 1:1. 49. Andrighetto (Frödén) 2:1. 59. J. Schmutz (Salzgeber, Bachofner) 2:2. 63. Rohrbach (Riikola/PP) 2:3.
Beim ersten Gastspiel in Genf war Liga-Dominator Davos Ende Oktober bös unter die Räder gekommen. Nachdem das Holden-Team davor in 19 Partien in Folge mindestens einen Punkt geholt hatte, verlor es gegen Servette 0:7. Schmerzhaft. Entsprechend motiviert steigen die Bündner, bei denen Lemieux spielt, weil Asplund verletzt fehlt, ins Spiel. Sie sind zunächst druckvoller. Und haben auch die beste Chance, als Tambellini nach einem Fehler alleine auf Goalie Charlin zuziehen kann, aber scheitert.
Im zweiten Abschnitt sind es dann aber die Servettiens, die das Kommando übernehmen und den Aufwand erhöhen. HCD-Goalie Aeschlimann ist allerdings bestens aufgelegt und pariert immer wieder von Neuem. Doch mit der guten Laune ist es bei ihm vorbei, als ihn Bozon im Powerplay kurz vor der zweiten Pause bezwingt. Er reklamiert, wahrscheinlich, weil er der Meinung ist, dass er davor regelwidrig angegangen wurde.
Im Schlussdrittel kann Puljujärvi, der davor Linesman Steenstra mit dem Stock im Gesicht getroffen hat, auf 2:0 erhöhen. Und es scheint noch schlimmer für den HCD zu kommen: Zadina schlittert nach einem Zweikampf mit seinem tschechischen Landsmann Rutta in die Bande und muss verletzt raus.
Der Anschlusstreffer von Frick im Powerplay kommt für die Davoser zu spät, denkt man. Doch der auferstandene Zadina schiesst noch das 2:2, als der HCD Goalie Aeschlimann durch einen sechsten Feldspieler ersetzt. So kommt der Leader zu einem Punkt. Zu mehr reicht es nicht, weil Puljujärvi in der Overtime entwischt und das 3:2 erzielt.
Fans: 6722
Tore: 40. Bozon (Praplan/PP) 1:0. 44. Puljujärvi (Manninen, Granlund) 2:0. 57. Frick (Kessler/PP) 2:1. 59. Zadina (Corvi, Stransky/ohne Goalie) 2:2. 61. Puljujärvi (Vesey, Le Coultre) 3:2.
Seit einer Woche und dem Crash mit Luganos Simion ist Zugs Meister-Goalie Genoni out. Ist es doch schlimmer als gedacht? Sein Team müht sich im Jura ohne ihn ab – trotz der frühen Führung. Im Doppelpass mit Herzog kann Senteler vor dem 1:0 schalten und walten und schüttelt die verbliebenen Gegner ab. Beim zweiten Gegentreffer wird Hofmann vor dem Kasten alleine gelassen, mit nur einem Pass werden die Jurassier einfach ausgespielt. Doch – um eine Phrase zu bemühen – eine Zwei-Tore-Führung ist im Hockey die unliebsamste.
Der EVZ bewegt sich nicht nur von Spiel zu Spiel zwischen Hochs und Tiefs – sondern auch in den Partien. Ajoie gelingt es, die Zuger in Bedrängnis zu bringen. Diese wirken chaotisch und wissen nicht, wie ihnen geschieht. Der Wurm ist drin, nicht mehr viel funktioniert. Cormier rettet die entschlosseneren Jurassier in die Verlängerung, die keine Entscheidung bringt. Im Penaltyschiessen ist Startschütze Senteler der einzige Zuger, der trifft. Nach ihm verzückt Nättinen mit einem Kniff: Mit einem Zwischenpass an seinen Schlittschuh legt er sich den Puck wieder hin und trifft. Routinier Devos sichert Ajoie den Sieg, erstmals in dieser Saison den zweiten in Folge für den Stammgast am Tabellenende. Und in Zug muss man sich fragen, wie man trotz namhafter Absenzen eine sattelfeste und solide Leistung im Abwehrverhalten hinkriegt.
Apropos namhafter Absenzen: Wie steht es nun um Genoni? Anfang Woche ist man verhalten optimistisch, dass er am Donnerstag wieder auf dem Eis steht. Tut er nicht. Am Freitag hat er seinen Auftritt als Gast im Mysports-Studio am Freitagabend kurzfristig abgesagt, in Ajoie ist er ebenfalls nicht dabei. Doch EVZ-Sportchef Reto Kläy kann entwarnen. Er meldet, dass der 38-jährige Torhüter für die Spiele von nächster Woche wieder einsatzbereit sein soll.
Fans: 4708
Tore: 6. Senteler (Herzog) 0:1. 35. Hofmann (Wingerli, Geisser) 0:2. 45. Honka (Romanenghi, Berthoud) 1:2. 52. Cormier (Romanenghi, Robin) 2:2.
Penalties: Senteler 0:1, Nättinen 1:1; Wingerli –, Turkulainen –; Kubalik –, Berthoud –; Hofmann –, Devos 2:1; Kovar –.
Fribourg und Bern liefern sich lange eine Abwehrschlacht. Wobei Gottéron je länger, desto mehr die Oberhand gewinnt. So ist es SCB-Goalie Zurkirchen, der vermehrt im Brennpunkt steht. Die grösste Möglichkeit vergibt Fribourg-Captain Sprunger, als er das offene Tor vor sich hat, Zurkirchen seinen Schuss aber noch mit der Stockspitze an den Pfosten ablenken kann.
Die Fribourger, die den Vertrag mit Stürmer Nicolet um zwei Jahre verlängert haben, drücken, der SCB trifft. In der 57. Minute erwischt Marc Marchon Goalie Berra mit einem Schuss aus spitzem Winkel.
Doch das Ehlers-Team findet erneut einen Weg zur Niederlage. Ohne Goalie und mit einem sechsten Feldspieler gelingt Gottéron durch Schmid 88 Sekunden vor Schluss der Ausgleich. Es ist der neunte Saisontreffer des Nati-Stürmers. Und das Rönnberg-Team legt noch nach: 26 Sekunden vor Schluss schiesst Biasca Fribourg zum Sieg. Ehlers versucht es noch mit einer Coach’s Challenge. Doch die Schiedsrichter entscheiden, dass Zurkirchen nicht entscheidend behindert wurde.
Schon beim ersten Zähringer Derby der Saison in Fribourg hatte Gottéron ohne Goalie durch Schmid zum 1:1 ausgeglichen. Damals gewann der SCB aber im Penaltyschiessen.
Fans: 9372
Tore: 57. Marchon (Ritzmann, Loeffel) 0:1. 59. Schmid (Nemeth, Rathgeb/ohne Goalie) 1:1. 60. Biasca (Borgström, Bertschy) 2:1.
Biel-Goalie Harri Säteri muss sich in den ersten Minuten wie in einem Sturm vorkommen, so intensiv wirbelt das Ambri-Startfurioso: Nach 15 Sekunden muss er gegen Tierney zum ersten Mal eingreifen. 90 Sekunden und einige Leventiner Abschlüsse später ist er dann bereits bezwungen: Pestoni versenkt den Puck nach schöner Einzelleistung im Tor.
Die Ambri-Pace bleibt auch danach hoch. Biel braucht dagegen eine Überzahlsituation, um in dieses Spiel zu finden – tut dies dann aber eindrücklich: Sallinen überrascht mit einem Zuspiel auf Andersson die Abwehr der Gastgeber. Der Schwede dankt und staubt ins verwaiste Tor zum Ausgleich ab. Auch der zweite Bieler Treffer fällt in Überzahl: Ein abgelenkter Schuss von Hultström findet den Weg ins Tor. Es ist der erneute Ausgleich, nachdem Formenton wenige Minuten zuvor via Säteris Rücken das zwischenzeitliche 2:1 erzielt hat – ebenfalls im Powerplay.
Im Mitteldrittel funktioniert es bei beiden Teams dann auch bei fünf gegen fünf: Zunächst reagiert Landry nach einem Säteri-Abpraller am schnellsten. Der Lohn: Die verdiente Ambri-Führung zur Spielhälfte. Etwas aus dem Nichts dreht Biel die Partie kurz darauf aber. Innert 100 Sekunden bringen Sylvegard und Dionicio die Gäste erstmals in Front.
Ein Schock für die Leventiner, von dem sie sich lange nicht erholen können – bis zur 57. Minute: DiDomenico setzt im Gewühl vor Säteri nach, erzielt den Ausgleich und erzwingt so die Verlängerung. Weil in den fünf Minuten keine Tore passieren, muss das Penaltyschiessen entscheiden.
Dort übertrumpfen Pestoni und Joly den einzigen Bieler Treffer durch Sylvegard und schiessen Ambri so doch noch zum Sieg.
Fans: 6429
Tore: 2. Pestoni (Formenton, Heed) 1:0. 7. Andersson (Sallinen, Hofer/PP) 1:1. 10. Formenton (Virtanen, DiDomenico/PP) 2:1. 15. Hultström (Andersson/PP) 2:2. 31. Landry (Joly) 3:2. 35. Sylvegard 3:3. 36. Dionicio (Neuenschwander, Rajala) 3:4. 57. DiDomenico 4:4. Penalties: Heed –, Neuenschwander –; Bürgler –, Rajala –; Joly –, Andersson –; DiDomenico –, Sylvegard 0:1; Pestoni 1:1, Hofer –; Sylvegard –, Joly 2:1.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | 29 | 45 | 67 | ||
2 | 29 | 25 | 53 | ||
3 | 29 | 19 | 53 | ||
4 | 29 | -1 | 50 | ||
5 | 28 | 3 | 47 | ||
6 | 27 | 17 | 46 | ||
7 | 28 | -5 | 46 | ||
8 | 29 | 13 | 44 | ||
9 | 28 | -6 | 36 | ||
10 | 28 | -2 | 36 | ||
11 | 29 | -29 | 34 | ||
12 | 28 | -20 | 31 | ||
13 | 28 | -17 | 30 | ||
14 | 29 | -42 | 24 |
