Biel – Zug 2:3
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Biel-Trainer Christian Dubé und Zugs Headcoach Benoît Groulx sind Leidensgenossen. Fast zeitgleich wurden sie vor fünf Wochen als Feuerwehrmänner geholt, mit dem Auftrag, die Play-In-Qualifikation zu schaffen. Nach einer Einarbeitungszeit von je fünf Spielen erhielten sie als Geschenk die Olympia-Pause, um der Mannschaft ihre Philosophie detaillierter näherzubringen. In ihrem siebten Match kommt es am Freitag zum ersten Direktduell zwischen Dubé und Groulx – und somit auch einem spannenden Vergleich, wer mit seinen Bemühungen erfolgreicher war.
In dieser Zwischenabrechnung steht es nach diesem Abend in der Punktebilanz 12:10 für Groulx. Dieser gewinnt das Strich-Duell gegen Dubé knapp und etwas glücklich mit 3:2, womit der EVZ den Vorsprung auf das elftplatzierte Biel auf neun Punkte ausbaut und die Play-Ins quasi buchen kann. Derweil erleidet Biel einen Rückschlag, bleibt aber im Play-In-Rennen.
Der EVZ braucht einen Leonardo Genoni in Olympia-Form, um in diesem Spiel nicht frühzeitig vorentscheidend ins Hintertreffen zu geraten. Das einzige Tor von Petr Cajka ist ein viel zu bescheidener Lohn für den Aufwand, den das wesentlich agilere Biel betreibt. Als den Zugern dann durch einen Flatterschuss von Lucas Bengtsson, der an Freund und Feind vorbei im Tor landet, der Ausgleich gelingt und die Bieler sich durch drei kleine Strafen selbst den Rhythmus nehmen, ist diese Partie im Begriff zu kippen.
Doch der 16-jährige Bieler Superteenie Jonah Neuenschwander hat etwas dagegen, erwischt Routinier Genoni mit einem Shorthander. Weil aber die Bieler ihre Strafen nicht abstellen, ist die Freude nur von kurzer Dauer – das 2:2, das offiziell Nando Eggenberger gehört, machen sie sich dann auch noch selber (Säteri und Stampfli) rein. Aber es kommt noch schlimmer: Als Robin Grossmann nach einem Check hinfällt, sich verletzt (Schulter ausgekugelt?) und unter starken Schmerzen vom Eis geführt werden muss, scheinen die Bieler noch paralysiert. Ausgerechnet der Ex-Bieler Mike Künzle nutzt dies zum 3:2. Die Seeländer können nicht mehr reagieren.
Fans: 6497.
Tore: 11. Cajka (Huuhtanen, Hultström) 1:0. 21. Bengtsson (T. Geisser) 1:1. 42. Neuenschwander (SH) 2:1. 45. Eggenberger (Senteler/PP) 2:2. 54. Künzle (Tatar) 2:3.
Kloten – SCL Tigers 3:1
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Aufregung vor dem ersten Bully in Kloten: «Wenn das Absicht war, dann ist das absolut lächerlich», urteilt André Rufener, der am Freitagabend als Gast anwesende Spieleragent im Mysports-Studio. «Wenn das bewusst gemacht wurde, kann ich es überhaupt nicht verstehen», äussert sich zudem TV-Experte Thomas Walser. Was ist da bloss vorgefallen in der Swiss Arena?
Nun: Kloten rotiert auf den Ausländerpositionen. Aber das ist beim Warm-up nicht für alle zunächst ersichtlich. Denn der zuletzt in Bern (2:1-Overtimesieg für den EHCK) als verletzt gemeldete Kanadier Brandon Gignac trägt beim Einspielen nicht sein persönliches Aufwärmleibchen, sondern dasjenige des Finnen Petteri Puhakka mit dessen Namen und dessen Nummer 90 drauf. Puhakka ist gegen die SCL Tigers überzählig.
Im Match ist dann alles normal. Gignac läuft in seinem gewohnten Trikot mit der Nummer 10 auf – und hat sogar in der zweiten Minute nach einem Querpass von Axel Simic die erste Top-Chance der Zürcher Unterländer. Robin Meyer im Tor der Gäste ist allerdings zur Stelle.
Kloten ist zunächst offensiv sehr präsent, jedoch schaut für das Team von Lauri Marjamäki nach dem ersten Drittel nur eine 1:0-Führung (Eigentor mit dem Schlittschuh von Hannes Björninen) heraus. Die Tigers kommen dann im Mittelabschnitt durch Dario Allenspach tatsächlich auch zum Ausgleich.
Aber Kloten fährt trotzdem im vierten Direktduell in dieser Saison zum ersten Mal einen Sieg gegen Langnau ein. Simic und Noah Delémont sorgen mit ihren beiden Powerplaytoren innert fünf Minuten im Schlussdrittel dafür, dass die schwarze Auswärtsserie der Tigers weitergeht. Die Mannschaft von Thierry Paterlini hat im Jahr 2026 erst einmal in der Fremde reüssiert – das war am 2. Januar beim 3:0-Erfolg in Ambri.
Fans: 5168.
Tore: 16. Profico (R. Meier) 1:0. 38. Allenspach (J. Schmutz) 1:1. 44. Simic (Ramel/PP) 2:1. 49. Delémont (Simic/PP) 3:1.
Lausanne – ZSC Lions 3:4 n.P.
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Im Kopf sind die ZSC Lions nach 44 gespielten Minuten in Lausanne wohl bereits im Car auf dem Heimweg. Baltisberger hat im Powerplay soeben auf 3:0 erhöht und so den sichergeglaubten Sieg eingetütet. Im Gepäck wären nicht nur drei Punkte, sondern auch das Direktticket für die Playoffs. Doch da hat der Titelverteidiger die Rechnung ohne die bissigen Waadtländer gemacht. Drei Minuten nach dem dritten Zürcher Treffer fasst sich Olympia-Stürmer Jäger ein Herz und erwischt ZSC-Goalie Hrubec mit einem Handgelenk-Schuss. In der Folge lassen die Lausanner mehrere Überzahl-Möglichkeiten verstreichen, was die Siegchancen für den ZSC durchaus erhöht.
Doch als Goalie Hughes einem sechsten Feldspieler Platz macht, kann Riat, der zweite Olympia-Fahrer in den Reihen der Gastgeber, von der blauen Linie abziehen. Sein Geschoss schlägt zwischen Hrubec-Schulter und Latte ein und bringt die Vaudoise Aréna definitiv zum Kochen. Die Stimmung wird nur durch den Ausgleich 14 Sekunden vor Schluss getoppt – Baragano wird nach einem Bully freigespielt und schliesst trocken ab. So geht die Final-Reprise der beiden letzten Jahre in die Verlängerung. Weil dort kein Treffer fällt, geht es ins Penaltyschiessen, dort setzen sich die Lions dann schlussendlich durch.
Den Titel «Spieler des Abends» hatte eigentlich Hollenstein schon auf sicher. Im ersten Drittel lenkt er einen Lehtonen-Abschluss ab, im Nachgang wird ihm der Treffer dann auch gutgeschrieben – zunächst war Sundström als Torschütze geführt. Wenige Sekunden sind im zweiten Drittel gespielt, als der ZSC in Überzahl spielen und Hollenstein ein Zuspiel von Frödén versenken kann.
Fans: 9600.
Tore: 9. Hollenstein (Lehtonen, Andrighetto) 0:1. 41. Hollenstein (Frödén) 0:2. 44. Baltisberger (Lammikko) 0:3. 47. Jäger (Zehnder) 1:3. 59. Riat (Suomela) 2:3 (ohne Goalie). 60. Baragano (Suomela, Jäger) 3:3 (ohne Goalie).
Penaltytore: Suomela; Lammikko, Rohrer, Frödén.
Genf-Servette – Bern 4:3 n.V.
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Der SCB ist nach der Niederlage gegen Kloten (1:2 n.V.), als man sich die Butter noch vom Brot nehmen liess, um Wiedergutmachung bemüht und übernimmt sofort die Initiative. Doch es sind die Genfer, die in Führung gehen, als die Berner gebannt auf den puckführenden Sakari Manninen starren und dabei dessen finnischen Landsmann Jesse Puljujärvi alleine lassen.
Es kommt noch schlimmer für Bern. Ein Schuss von Granlund im Powerplay landet via Handschuh von Manninen im Berner Tor. Und weil die Coach’s Challenge wegen eines vermeintlichen Offsides erfolglos bleibt, spielen die Genfer gleich wieder in Überzahl. Doch statt des 3:0 fällt da der Anschlusstreffer. Dabei zaubern Mike Sgarbossa und Torschütze Victor Ejdsell, nachdem Puljujärvi einen schlechten Pass von Manninen nicht kontrollieren kann.
Das gibt dem SCB Mumm. Im Mitteldrittel sind die Gäste die bessere Mannschaft und schaffen mit Powerplay-Treffern von Alexandr Iakovenko und Romain Loeffel die Wende. Kurz vor der zweiten Pause kann Puljujärvi aber mittels Ablenker ausgleichen.
Die Entscheidung im umkämpften Duell fällt erst in der Verlängerung. Da sind wieder die Genfer Finnen an der Reihe. Verteidiger Villi Saarijärvi trifft mit einem wuchtigen Schuss, als er und seine beiden Landsleute Granlund und Manninen so lange auf dem Eis bleiben, bis die Entscheidung gefallen ist.
So hat Servette nach vier Niederlagen einen zweiten Grund zum Feiern. Bereits vor dem Spiel wurden die drei Ex-Servette-Spieler Jonathan Mercier (40), Alain Reymond (55) und Henri Pache (82) mit den Insignes d’Or für ihre Verdienste geehrt.
Fans: 7135.
Tore: 8. Puljujärvi (Manninen, Rutta) 1:0. 14. Manninen (Granlund, Saarijärvi/PP) 2:0. 16. Ejdsell (Sgarbossa/SH) 2:1. 30. Iakovenko (Scherwey, Müller/PP) 2:2. 37. Loeffel (Aaltonen/PP) 2:3. 40. Puljujärvi (Berni, Granlund) 3:3. 62. Saarijärvi (Granlund, Manninen) 4:3.
Ambri-Piotta – Davos 2:5
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Ihm zuzuschauen, ist eine Augenweide: HCD-Tscheche Zadina orchestriert mit seiner Spielübersicht und den feinen Händen Angriff um Angriff gegen Ambri. Viele davon sind gefährlich, weil die Abwehr der Leventiner Mal für Mal der Überforderung überführt wird. Beim ersten Gegentreffer sehen Wüthrich und Virtanen alt aus, als Zadina mit einem Zuckerpässchen Kessler auf die Reise schickt.
Ambri darf man Effizienz attestieren, weil der erst fünfte Torschuss den Ausgleich bedeutet. Doch das ist nur ein kurzes Aufbäumen. Vor dem zweiten Gegentreffer bringt Manix Landry den Puck nicht aus der Gefahrenzone vor Goalie Senn, sondern spielt ihn direkt auf den Stock von Passgeber Frehner. Den vorentscheidenden Patzer aber leistet sich Keeper Senn: Kessler spielt den Puck aus der eigenen Zone übers ganze Feld ins Rund. Senn will ihn hinter seinem Kasten abfangen und wegspedieren, allerdings lupft ihm Asplund just davor den Stock, schnappt sich die Scheibe und sieht den heranbrausenden Kessler, der zum 3:1 einnetzt.
Seinen Hattrick vollendet er beim nächsten Treffer – wieder dank Zadina. Weil es etwa so einfach geht, wie ein warmes Messer durch Butter gleitet, nimmt auch Topskorer Stransky Anlauf. Ambris Heim hängt dem Tschechen zwar am Hosenbund, versucht ihn jedoch dreimal vergeblich mit dem Stock zu stoppen und lässt den HCD-Captain schliesslich gewähren zum 5:1.
Der HCD in dieser Form ist eine Klasse für sich und klebt auch im Endspurt der Quali auf dem Leaderthron fest. Gegen ein hilfloses Ambri fährt er den achten Sieg in Serie ein.
Fans: 6765.
Tore: 7. Kessler (Zadina, Frick) 0:1. 12. De Luca (Joly) 1:1. 31. Ryfors (Egli, Frehner) 1:2. 36. Kessler (Asplund) 1:3. 42. Kessler (Zadina, Fora) 1:4. 49. Stransky (Fora) 1:5. 50. Joly 2:5.
SCRJ Lakers – Fribourg-Gottéron 2:3
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Die Lakers verpassen es in den Schlussminuten, sich den Play-In-Platz definitiv zu sichern. Zweimal gehen sie gegen Fribourg in Führung, zweimal gleicht Gottéron aus. Mit Rask und Wetter hat SCRJ-Trainer Lundskog offensichtlich ein funktionierendes Duo gefunden, doch Fribourgs neuer Ausländer Rattie hat jeweils eine Antwort im Köcher. Seinen Torerfolg zum wichtigen 2:2 verdankt der Kanadier aber der frechen Aktion von Borgström. Der Schwede schnappt SCRJ-Captain Larsson einfach die Scheibe weg vor Nyffelers Kasten und passt sie zu Torschütze Rattie. Die Lakers verpassen in der Schlussphase beste Chancen zur neuerlichen Führung oder Entscheidung. Fritz trifft nur wenige Augenblicke vor Nemeths Siegtreffer den Posten. Nemeths Knaller kommt aus dem Hinterhalt und ist für Nyffeler nicht auszumachen.
Dass die Lakers den Sieg in den Schlussminuten aus den Händen geben, ist einerseits dem steigenden Druck der Fribourger geschuldet. Aber es macht sich auch Frust breit in ihren Reihen. Eine Aktion von Gottéron-Captain Sprunger sorgt für Verärgerung. Bereits vor dem Bully liefert er sich mit Rappis Verteidiger Pilut ein Wortgefecht, sie geraten aneinander. Im anschliessenden Einsatz auch physisch. Pilut schaut fassungslos zum Ref, weil es so aussieht, als würde Sprunger einen Kopfstoss gegen ihn versuchen. Und kurz vor dem Siegestor landet Schmids Stock im Gesicht von Rask, der kurz liegen bleibt. Die Fribourger nützen Rappis abgelenkten Fokus eiskalt aus.
Fans: 5515.
Tore: 18. Rask (Wetter) 1:0. 24. Rattie (Jecker) 1:1. Wetter (Rask, Larsson/PP) 2:1. 53. Rattie (Borgström) 2:2. 59. Nemeth 2:3.
Ajoie – Lugano 0:1
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Lugano bringt den Pflichtsieg gegen Ajoie ins Trockene. Dabei wirken die Tessiner allerdings nicht besonders inspiriert. Sie haben zwar mehr vom Spiel und bringen auch doppelt so viele Schüsse aufs Tor (39:19). Doch in Sachen Tempo und Spielwitz hinken sie hinter ihrem gewohnten Level hinterher.
Auch Ajoie, allen voran der französische Olympia-Teilnehmer Kévin Bozon, kommt zu Chancen. Doch Goalie Joren van Pottelberghe ist stets auf dem Posten.
Die Weichen zum Tessiner Sieg stellt mit Connor Carrick einer, der zuletzt überzählig draussen sass. Der Amerikaner, für den der neue Stürmer Curtis Valk seinen Platz verliert, bezwingt Goalie Antoine Keller zur Spielmitte. Es ist bereits der achte Saisontreffer des Verteidigers.
Weil das Team von Tomas Mitell danach das Spiel kontrolliert, braucht es kein weiteres Tor zum Erfolg. Am Schluss, als die Gastgeber ihren Goalie durch einen sechsten Feldspieler ersetzen, vergibt Ajoie-Topskorer Antoni Honka aber noch eine gute Abschlussmöglichkeit.
So kommt Van Pottelberghe zum zweiten Shutout der Saison und Lugano macht einen weiteren Schritt Richtung Heimvorteil im Playoff-Viertelfinal. Zudem ist den Bianconeri nach dem vierten Sieg im vierten Duell gegen Ajoie (Torverhälnis 11:2) die Playoff-Qualifikation sicher.
Fans: 4235.
Tor: 30. Carrick (Morini, Bertaggia) 0:1.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | HC Davos | 48 | 65 | 108 | |
2 | HC Fribourg-Gottéron | 49 | 45 | 94 | |
3 | ZSC Lions | 48 | 29 | 85 | |
4 | HC Lugano | 48 | 34 | 85 | |
5 | Genève-Servette HC | 48 | 1 | 79 | |
6 | Lausanne HC | 48 | 19 | 78 | |
7 | SC Rapperswil-Jona Lakers | 48 | -12 | 70 | |
8 | EV Zug | 48 | -17 | 70 | |
9 | SC Bern | 48 | -6 | 66 | |
10 | SCL Tigers | 48 | 1 | 64 | |
11 | EHC Biel | 48 | -22 | 61 | |
12 | EHC Kloten | 48 | -20 | 58 | |
13 | HC Ambri-Piotta | 48 | -46 | 54 | |
14 | HC Ajoie | 49 | -71 | 39 |














