«Wir waren keine Engel»
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Meister-Legende Wittwer:«Wir waren keine Engel»

SCB-Legenden blicken zurück
«Wir waren keine Engel»

In den Ausgang bis vier Uhr früh? Das war früher noch möglich. Die SCB-Legenden blicken zurück.
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Bruno Wittwer (r.) wurde mit dem SCB in den 1970er-Jahren viermal Meister.
Foto: Blick Sport
Angelo Rocchinotti
Angelo RocchinottiEishockey-Reporter

Am Samstag liess der SC Bern im Heimspiel gegen Lugano an der «Night of Champions» seine Helden hochleben. 107 Meister sind gekommen, schwelgten in Erinnerungen und plauderten dabei aus dem Nähkästchen. So zum Beispiel Bruno Wittwer, der mit dem SCB in den 1970er-Jahren viermal Meister wurde.

«Ich hatte das Privileg, in einer Zeit Hockey zu spielen, in der es noch keine Handys gab. Damals konnten wir uns mehr erlauben. Würden heute solche Dinge passieren, das gäbe einen Skandal nach dem anderen», sagt der 69-Jährige.

Ein Beispiel? «In den Trainingslager mussten wir um elf Uhr nachts im Bett sein. Konditionstrainer Max Sterchi kontrollierte das. Und dennoch kamen wir erst morgens um vier Uhr mit dem Taxi nach Hause. Wir waren keine Engel.»

100 Franken pro Sieg

Der 2-fache Meister Peter Schmidt (79), der beim ersten Meistertitel 1959 dabei war und noch immer Tennisstunden gibt, sagt: «Wäre ich bloss 40 Jahre später zur Welt gekommen. Ich hätte vielleicht auch so ein schönes Haus wie einige Spieler heute.» Damals gabs pro Sieg 100 Franken.

Trainiert wurde Ende der 1950er-Jahren bloss einmal pro Woche. «Spielten wir am Samstag zuhause, begannen sie am Donnerstag mit dem Aufbau der Tribünen. Dann hatten wir fürs Training bloss noch einen Drittel des Eisfeldes zur Verfügung. Einer schoss dann jeweils aufs Tor, die anderen fuhren rundherum.»

Um zu bestimmen, wer im Ernstkampf eingesetzt wird, wurden Wettrennen veranstaltet. «Jeweils zu viert. Jene zwei, die verloren haben, mussten zuhause bleiben. Ich war ein schneller Läufer, so wie später Simon Gamache und heute Tristan Scherwey», sagt Schmidt.

«Spagat? Ja, aber mit Zerrung»

Der 4-fache Meister-Goalie Renato «Toto» Tosio spricht von den Meistertiteln, hebt seinen ersten Erfolg von 1989 hervor. «Das war der speziellste Titel gegen das Grande Lugano in der alten Resega. Der Erfolg kam völlig unerwartet. Wir waren jung und unverbraucht. Danach musstest du den Titel immer wieder bestätigen, hattest Druck. In Lugano aber hätten wir auch gejubelt, wenn wir verloren hätten.»

Auf die Frage, ob er den legendären Sprung-Spagat noch könne, antwortet der 54-Jährige: «Ja, aber mit Zerrung.»

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Mannschaft
SP
TD
PT
1
HC Davos
HC Davos
52
71
117
2
HC Fribourg-Gottéron
HC Fribourg-Gottéron
52
46
100
3
Genève-Servette HC
Genève-Servette HC
52
15
91
4
ZSC Lions
ZSC Lions
52
32
91
5
HC Lugano
HC Lugano
52
30
89
6
Lausanne HC
Lausanne HC
52
18
85
7
SC Rapperswil-Jona Lakers
SC Rapperswil-Jona Lakers
52
-4
81
8
EV Zug
EV Zug
52
-19
75
9
SC Bern
SC Bern
52
-10
68
10
EHC Biel
EHC Biel
52
-22
67
11
SCL Tigers
SCL Tigers
52
-7
64
12
EHC Kloten
EHC Kloten
52
-26
63
13
HC Ambri-Piotta
HC Ambri-Piotta
52
-49
59
14
HC Ajoie
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52
-75
42
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