Als man schon denkt, dass Miro Aaltonen nie mehr ein Tor erzielen wird, trifft der Finne doch noch. Nach schöner Vorarbeit von Emil Bemström bezwingt er zu Beginn des zweiten Drittels ZSC-Goalie Robin Zumbühl zum 1:0. Davor hatte der Mann, der letzte Saison für Kloten und den SCB inklusive Playoffs 27 Treffer erzielt hatte, in 18 NL-Spielen in dieser Spielzeit keinen Treffer zustande gebracht.
In Bern hofft man nun auf den Ketchup-Effekt, dass Aaltonen wieder zur Tormaschine mutiert. Der 32-Jährige, der letzte Saison wegen Kokain-Missbrauchs für einen Monat gesperrt und bei Kloten vor die Tür gestellt wurde, vergibt gegen die Lions allerdings auch mehrere Top-Chancen und säbelt dabei über die Scheibe.
Nachdem er das 2:0 verpasst hat, nimmt ZSC-Coach Marco Bayer drei Minuten vor der zweiten Pause sein Timeout, um seine Truppe wachzurütteln. Und tatsächlich kommen die Zürcher, bei denen Topskorer Denis Malgin nach einer Kollision mit Teamkollege Jesper Frödén verletzt ausfällt, zum Ausgleich. Alain Graf wird dabei von ZSC-Stürmer Pontus Aberg etwas unsauber bedrängt und verliert den Puck. So kommt Kimo Gruber (20) zu seinem ersten NL-Treffer.
Ebenfalls umstritten ist der Siegtreffer der Berner. Nach einem Tohuwabohu im ZSC-Torraum beweist SCB-Captain Ramon Untersander in seinem 800. NL-Spiel Übersicht und bedient Joël Vermin, der trifft. Bayer nimmt seine Coach’s Challenge. Vergeblich. Die Schiedsrichter entscheiden, dass keine Behinderung von Goalie Zumbühl vorgelegen hat.
So muss Lions-Captain Patrick Geering im 1000. Spiel eine Niederlage hinnehmen und der SCB kommt nach drei Niederlagen in Folge wieder zu einem Sieg und übergibt dem Meister den Kelch des Krisenteams.
Fans: 14’756
Tore: 21. Aaltonen (Bemström, Iakovenko) 1:0. 40. Gruber (Aberg) 1:1. 53. Vermin (Untersander) 2:1.
Rappi hat das Duell gegen Leader Davos im Griff, bis es sich in der Schlussphase mit unsäglichen Strafen selbst um den Sieg bringt.Die Davoser machen nach der 8:0-Gala gegen Ajoie nicht da weiter, wo sie aufgehört haben. Sondern als Zuschauer. Zumindest die beiden Verteidiger Frick und Fora, als Dünner nach nur 13 Sekunden das 1:0 schiesst. Der SCRJ-Captain wird noch eine tragende Rolle spielen in diesem Duell, das in der Anfangsphase überraschend einseitig ist. Die Lakers powern, die Bündner tun sich damit schwerer, sind im Abschluss zu wenig zwingend. Zadina, Jung und Nussbaumer machen aus ihren hochkarätigen Chancen zu wenig.
Bei einer nächsten bekommt Jung gütige Mithilfe von SCRJ-Keeper Punnenovs. Er hätte den Puck eigentlich unter seinem Schlittschuh blockiert, wischt ihn aber mit der Beinbewegung selbst noch zum Ausgleich ins Tor. Trotz sieben (!) verletzten Stammspielern haben die Lakers das Duell im Griff. Rask wird vom Abwehrduo Frick/Gross sträflich alleine gelassen beim 2:1, und Larssons Knaller im Powerplay landet zum 3:1 hinter HCD-Goalie Hollenstein im Netz, weil ihm Rappi-Fritz gekonnt die Sicht nimmt.
Danach leitet Larsson eine Lakers-Phase der unsäglichen Strafen ein. Der Schwede lässt sich zu einem Revanche-Crosscheck sowie Nachschlagen hinreissen bei Puckkünstler Zadina und muss raus. Wenige Sekunden nach Ablauf seiner Strafe haben sich die Lakers noch nicht wieder sortiert und Tambellini gelingt der Anschlusstreffer. SCRJ-Captain Dünner leitet das Duell in schlechte Bahnen. Für einen hohen Stock ins Gesicht von Asplund muss er vier Minuten in die Kühlbox. Noch während seiner Strafe denkt Jelovac, dass ein Zweihänder übers Handgelenk von Tambellini eine gute Idee ist. Dafür muss er unter die Dusche. In doppelter Überzahl retten sich die Davoser in die Verlängerung. Die Entscheidung um den Zusatzpunkt fällt jedoch erst mit dem 16. (!) Penalty. Moy vergeigt seinen dritten Versuch, nachdem er zuvor zweimal frech per Lupfer Goalie Hollenstein düpiert. Ein drittes Mal gelingt es ihm nicht.
Fans: 5'073
Tore: 1. Dünner (Wetter, Hofer) 0:1. 25. Jung 1:1. 37. Rask (Zangger) 1:2. 44. Larsson (Rask/PP) 1:3. 48. Tambellini (Fora) 2:3. 54. Ryfors (Stransky, Corvi/PP2) 3:3. – Penalties: Strömwall 0:1, Zadina –; Rask –, Tambellini 1:1; Graf –, Stransky –; Wetter 1:2, Asplund 2:2; Moy 2:3, Ryfors 3:3; Tambellini –, Strömwall –; Zadina 4:3, Moy 4:4; Stransky 5:4, Moy –.
Mit einem Doppelpack innert 23 Sekunden zieht Lugano Kantonsrivale Ambri den Stecker. Heiss wird das Duell nach einem zu späten Schuss nach einem Offside-Pfiff.Dieses Tessiner Derby wird entschieden, weil ein Luganese kurzerhand die Handschuhe aufs Eis wirft, als es zur Sache geht: Ausschlaggebend dafür ist ein zu später Schuss ins Tor von Ambris Miles Müller nach einem Offsidepfiff. Zanetti und Fazzini gehen umgehend auf ihn los, es entwickeln sich zahlreiche Scharmützel, da fackelt Lugano-Tscheche Sekac nicht lange und liefert sich mit Zaccheo Dotti einen Faustkampf. Das bringt beiden einen Restausschluss ein – aber für die Bianconeri wirkt es wie eine Initialzündung in diesem Duell.
Wenige Minuten später trifft Luganos neuer Schwede Emanuelsson sogleich bei seinem Debüt, auch weil Terraneo über den auf der Linie liegenden Puck wischt. Und das Doppelpack innert 23 Sekunden von Fazzini und Mirco Müller ist ein harter Schlag für die Leventiner, die früh im Spiel im Powerplay in Führung gegangen sind, auch weil Verteidiger Dahlström nicht auf seinem Posten gewesen ist. Ambri wendet nochmals viel Energie auf, findet den Schwung aber nicht mehr für eine Wende. Lugano ist zu entschlossen bei der Sache.
Fans: 6'733
Tore: 2. Bürgler (M. Landry/PP) 0:1. 9. Canonica (Sanford, Aebischer) 1:1. 27. Emanuelsson (Sgarbossa) 2:1. 38. Fazzini (Sanford) 3:1. 39. Müller (Zanetti, Alatalo) 4:1. 54. Sanford 5:1.
Nach zuletzt drei Siegen in Folge kassiert Biel wieder eine Niederlage. Die aufgehalste 0:3-Hypothek bis zur Spielmitte wiegt zu schwer – am Ende gibts ein 2:3.Die Bieler können in den ersten Minuten noch dagegen halten, geraten dann aber in Rückstand, als sich Captain Haas an der Bande von den aggressiv forecheckenden Fribourgern übertölpeln lässt – Dorthe bestraft dies sogleich. «Schlecht gespielt von mir, ich muss da den Puck halten», sagt Haas anschliessend selbstkritisch im Pausen-Interview.
Das zweite Gegentor kassieren die Bieler in Unterzahl, als Stampfli zuerst den Stock und dann auch den Überblick verliert – diesmal profitiert Borgström. Besser wird es für Biel auch danach nicht, Sörensen erhöht nach einem herrlichen Spielzug auf 3:0. Es ist zu diesem Zeitpunkt ein Klassenunterschied.
Doch dann nimmt der Jüngste auf dem Eis, der 16-jährige Neuenschwander das Herz in die Hand und verkürzt nach einer wunderbaren Einzelaktion. Biel bekommt dadurch mehr Mumm und der 20-jährige Braillard zu seiner Tor-Premiere in der National League. Die Jungen bei den Seeländern holen sich ein Sonderlob ab. Aber Punkte gibt es trotzdem keine, obwohl Biel in der Schlussphase nochmals alles probiert.
Fans: 6'472
Tore: 9. Dorthe (Gerber, Nicolet) 0:1. Borgström (Sörensen/PP) 0:2. 29. Sörensen (De la Rose, Kapla) 0:3. 30. Neuenschwander (Hulström, Dionicio) 1:3. Braillard (Sablatnig, Cajka) 2:3.
Der Kanton Zürich ist ein gutes Pflaster für den Tabellenletzten Ajoie. Vor einer Woche erwischten die Jurassier Meister ZSC Lions auf dem falschen Fuss und siegten auswärts mit 3:2. Dieses Mal muss Kloten dran glauben und wird mit 3:2 in den Senkel gestellt.
Für die Zürcher Unterländer ist es nicht nur die dritte Niederlage in Folge, es ist auch ein bitterer Rückschlag. Im Kampf um einen Play-In-Platz sollte man keine Punkte gegen Ajoie liegen lassen – und schon gar nicht vor heimischem Anhang.
Ajoie nutzt die ersten beiden Überzahl-Gelegenheiten für zwei Tore durch Nättinen. Kloten ist vorübergehend von der Rolle, findet aber mit Morleys Anschlusstreffer wieder in die Partie und drückt auf den Ausgleich. Doch dann schliesst Sopa einen perfekt vorgetragenen Konter eiskalt mit dem 3:1 ab. Kloten versucht es im Schlussdrittel mit einem neuen Goalie (Fadani kommt für den nicht über alle Zweifel erhabenen Waeber), mehr als das (zu) späte Anschlusstor von Meyer gibt es für die Zürcher Unterländer aber nicht mehr.
Fans: 4'107
Tore: 3. Nättinen (Turkulainen, Honka/PP) 0:1. Nättinen (Honka, Turkulainen/PP) 0:2. 18. Morley (Diem, Wolf) 1:2. 31. Sopa (Cormier, Honka) 1:3. 58. Meyer (Morley, Delémont/PP) 2:3 (ohne Goalie).
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | 28 | 46 | 66 | ||
2 | 29 | 25 | 53 | ||
3 | 28 | 18 | 50 | ||
4 | 28 | -2 | 48 | ||
5 | 27 | 17 | 46 | ||
6 | 27 | 4 | 46 | ||
7 | 28 | -5 | 46 | ||
8 | 28 | 14 | 43 | ||
9 | 27 | -5 | 35 | ||
10 | 27 | -3 | 34 | ||
11 | 28 | -30 | 32 | ||
12 | 28 | -20 | 31 | ||
13 | 27 | -16 | 30 | ||
14 | 28 | -43 | 22 |




