Nicht nur wegen seiner Frisur
Er ist die neue Attraktion des SC Bern

Von Sonny Milanos Stocktechnik können die Meisten wohl nur träumen. Jetzt kommt er in die Schweiz zum SCB und soll die Offensive neu beleben. Für ihn selbst ist es ein Neustart.
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Foto: Pius Koller
Sonny Milano, die neue Attraktion von Bern
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Petar DjordjevicRedaktor Sport

Sonny Milano, was für ein Name! Sonny Milano, was für ein Spektakelmacher! Sonny Milano, was für eine Erscheinung! Mit seiner Mähne gehört der neue SCB-Stürmer auch optisch zu den auffälligsten Spielern der National League.

Sonny Milano spielt in der kommenden Saison für den SCB.
Foto: Pius Koller

Der 30-jährige US-Amerikaner aus Long Island in New York, dessen Vater italienische Wurzeln hat und dessen Grossmutter aus Kuba stammt, schneidet seine Haare seit der Pandemie kaum mehr. Dabei stehen nicht die wegen Covid geschlossenen Coiffeur-Salons am Ursprung seiner Frisur: «Ich wollte sie eigentlich einfach mal lang wachsen lassen. Und so ist es seither geblieben.»

Die Haarpracht passt laut dem Lockenkopf gut unter den Helm. «Ob du es glaubst oder nicht, ich habe die Grösse M, nicht einmal L», offenbart Milano und begräbt somit Gerüchte, wonach er einen extragrossen Kopfschutz brauche. «Nein, die Haare sind platt gedrückt. Meine Helmgrösse hat sich nie verändert», ergänzt der Stürmer, der beim Fotoshooting mit Blick Model-Qualitäten beweist.

Milanos Haaren hatte das amerikanische Sport-Portal «The Athletic» gar einmal einen eigenen Artikel gewidmet. Dabei erzählte er auch, dass seine Frisur wenig Aufwand erfordere und er lediglich ein wenig Kokosöl verwende.

Highlight-Tore als Markenzeichen

Doch Milano sorgt nicht nur mit seinen Haaren für Aufsehen. Der ehemalige NHL-Spieler ist ein begnadeter Stocktechniker. Er ist äusserst kreativ und hat sein Können in Nordamerika mit Traumtoren, die manchmal Zirkustricks ähnelten, mehrfach unter Beweis gestellt. Darauf angesprochen, sagt er: «Ja ich bin ein Offensivspieler.» Kann er Highlight-Tore versprechen? «Ich kanns nicht versprechen», antwortet er lachend. «Aber ich werde mein Bestes versuchen.» Ein Spieler mit seiner Lockerheit und seiner Kreativität hat dem SCB in den letzten Jahren gefehlt.

Der US-Amerikaner wurde 2014 von den Columbus Blue Jackets gedraftet.
Foto: keystone-sda.ch

2014 zogen die Columbus Blue Jackets den Stürmer in der ersten Runde des NHL-Drafts als Nummer 16. Dort spielte er mit dem heutigen ZSC-Verteidiger Dean Kukan und Ex-Lugano-Goalie Elvis Merzlikins. Von ihnen lernte er viel über das Schweizer Eishockey.

Milano erzählt, wie es zum Wechsel nach Bern kam.
Foto: Pius Koller

Doch nicht nur mit ihnen hat Milano während seiner NHL-Karriere über die National League gesprochen: «Ich habe von so ziemlich jedem, der in der Schweiz gespielt hat, nur Gutes über die Liga gehört.» Jetzt kann er sich selbst davon überzeugen. Der US-Amerikaner hat einen Vertrag bis zum Ende der Saison, die am Dienstag mit dem Gastspiel in Zürich für die Berner beginnt, unterschrieben. 

«Ich dachte, es wäre Zeit für eine Veränderung»

Über den Wechsel von Nordamerika nach Europa sagt Milano: «In der NHL weiss eigentlich jeder, was die Schweiz zu bieten hat. Es ist ganz klar eine Top-Liga. Ich habe die letzte Saison in der AHL abgeschlossen. Das war nicht das erste Mal. Ich dachte, es wäre nun Zeit für eine Veränderung und nach Europa zu kommen.»

Sonny Milano misst sich im Bern-Quiz
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US-Neuzugang wird getestet:Sonny Milano misst sich im Bern-Quiz

Elf Jahre verbrachte Milano bei den NHL-Organisationen von Columbus, Anaheim und Washington, kam dabei auf 352 Einsätze und buchte 145 Skorerpunkte. In den letzten drei Saisons hatte der U18-Weltmeister von 2014 jährlich 1,9 Millionen Dollar bei den Washington Capitals verdient. Der neue SCB-Stürmer musste aber auch oft für die Farmteams in der AHL ran (214 Einsätze, 150 Punkte) und erlitt vor zwei Jahren eine schwere Gehirnerschütterung, weshalb er fast die ganze Saison 2024/25 verpasste.

Zuletzt stand Milano bei den Washington Capitals unter Vertrag und beendet die Saison in der AHL.
Foto: keystone-sda.ch

Jetzt wagt er in der Schweiz einen Neuanfang. «Das könnte man so sagen, ja. Ich fange hier meine europäische Karriere an und schaue, wie es läuft», sagt er und streicht sich eine Locke aus dem Gesicht.

Die Berner Altstadt hat es Milano angetan

Seit dem 20. Juli ist der neue SCB-Stürmer in der Schweiz und hat sich bereits in Ittigen bei Bern, wo alle Imports der Mutzen wohnen, eingelebt. Mit seiner Verlobten hat Milano die Stadt Bern erkundet. «Ganz ehrlich: Ich liebe Bern. Ich finde es toll hier und es hat eine schöne Altstadt.» 

Jetzt zeigt der begnadete Stocktechniker in der National League was er kann.
Foto: Pius Koller

Er gehe oft in die Stadt zum Abendessen mit seiner Partnerin und habe es sich nicht entgehen lassen, den Zytglogge zu bestaunen. Auch über die Kantonsgrenzen hinaus hat sich Milano gewagt. Unter anderem erkundete er bereits Lausanne, Zürich, Luzern sowie Lugano.

Milano hat sich vor seinem Wechsel ein Bild über diverse europäische Vereine gemacht. Letztlich entschied er sich für den SCB: «Bern wollte einen richtig offensiven Spieler, glaube ich. Es schien mir einfach genau das Richtige zu sein, diesem Team dabei zu helfen, mehr Tore zu schiessen.»

Milano fällt auch mit seiner Haarpracht auf.
Foto: Pius Koller

Besonders auf das grössere Eis freut sich Milano – mehr Platz für seine offensive Kreativität. Wenn es in der National League bald wieder losgeht, können sich die SCB-Fans mit ihm wohl auf mehr Offensiv-Spektakel als letzte Saison freuen.

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Sonny Milano spielt in der kommenden Saison für den SCB.
Foto: Pius Koller
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