SC Bern – Lausanne HC 2:5
15'699 Fans
Das Spiel: Meister Bern kassiert die vierte Pleite in Serie, erwischt den schwächsten Saisonstart unter dem finnischen Erfolgs-Coach Kari Jalonen (seit 2016).
Schon nach elf Minuten herrscht in der PostFinance-Arena blankes Entsetzen. 0:3 liegt der Meister zurück, wirkt wie in Schockstarre. Dabei hat sich Bern nach der miserablen Leistung am Dienstag in Lugano (2:4) so viel vorgenommen – und auch vielversprechend begonnen.
Tristan Scherwey markiert mit einem kernigen Check gegen Petteri Lindbohm gleich im ersten Einsatz Präsenz. Zwei Minuten später schickt der Powerstürmer Teamkollege Gregory Sciaroni steil. Doch der Tessiner scheitert alleine vor LHC-Keeper Tobias Stephan.
Statt 1:0 steht es Sekunden später 0:1. Einmal mehr geht beim SCB die Zuordnung verloren. Tyler Moy wird sträflich alleine gelassen.
Plötzlich läuft beim SCB gar nichts mehr. Die Höchststrafe: Als die Mutzen erstmals in Überzahl agieren können, fällt das 0:2. Erst landet ein Pass von Jan Mursak beim Gegner. Dann floppt auch noch Niklas Schlegel.
Der Keeper lässt die Scheibe fallen und greift im Nachfassen daneben. Für Schlegel ist der Arbeitstag nach fünf Minuten und 40 Sekunden bereits vorbei. Für ihn kommt Pascal Caminada, der gegen Yannick Herren sogleich mirakulös rettet. Doch das 0:3 kann auch er nicht verhindern. Beim Schuss von Joël Genazzi ist ihm die Sicht verdeckt.
Der Meister kommt nach und nach ins Spiel, zeigt insbesondere im zweiten Abschnitt eine starke Leistung und kommt auf 2:3 heran, nachdem Tobias Stephan die Scheibe ausserhalb des Torraums blockiert und sein Team so in Unterzahl versetzt.
Doch der SCB vermag die sich eingehandelte Hypothek aus der Startphase nicht mehr wettzumachen. Als sich Vincent Praplan für einen unnötigen Stockschlag noch eine Strafe einhandelt, macht Ronalds Kenins alles klar.
PS: SCB-Trainingsgast Patrik Laine ist abgereist. Er hat bei Winnipeg einen neuen 2-Jahresvertrag unterzeichnet.
Die Tore: 3. Moy (Emmerton, Almond) 0:1. 6. Antonietti (Froidevaux/SH!) 0:2. 11. Genazzi (Frick/PP) 0:3. 14. Untersander (Blum, Rüfenacht) 1:3. 33. Andersson (Arcobello/PP) 2:3. 46. Kenins (Bertschy, Genazzi/PP) 2:4. 60. Jeffrey (Vermin) 2:5 (ins leere Tor).
Der Beste: Joël Genazzi (LHC): Erzielt den Game-Winner und holt sich einen Assist.
Die Pflaume: Jan Mursak (Bern): Der Stürmer hat in Überzahl das offene Tor vor sich, schiesst LHC-Goalie Tobias Stephan aber in den Fanghandschuh.
SCL Tigers – ZSC Lions 4:6
5'407 Fans
Das Spiel: Nach den Pleiten in Biel und Ambri bemängelte man im Lager der SCL Tigers fehlende Disziplin. Etwas, das Trainer und Zuchtmeister Heinz Ehlers zur Weissglut treibt. Offenbar konnte der Däne dieses Defizit bis zum Spiel gegen die ZSC Lions nicht korrigieren. Kann man das Langnauer Eigentor durch Erni beim 0:1 noch als unglückliches Missgeschick abtun, müssen die entscheidenden Gegentreffer zum 1:2 und 1:3 im Mitteldrittel schon kritischer beäugt werden.
Zwei Mal kommen die Zürcher ohne grössere Gegenwehr durch die Mittelzone und zwei Mal auch ziemlich unbedrängt zum Abschluss. Ehlers schüttelt draussen an der Bande nur noch den Kopf. Als sich die Tigers zwölf Minuten vor Schluss noch einmal auf 2:4 herankämpfen, dauert es nicht lange bis Blaser und Neukom mit viel zu einfachen Fehlern die Gegentore zum 2:5 und 2:6 verschulden.
Zwei Treffer von Kuonen bringen das Heimteam zwar noch auf 4:6 heran, für Punkte reicht das aber nicht mehr. Zu schwach und zu undiszipliniert war dafür der Auftritt der Tigers.
Derartige Sorgen haben die ZSC Lions an diesem Abend nicht. Nach drei Auswärtsniederlagen zum Start, siegen sie in Langnau nun erstmals auch auf fremdem Eis. Getrübt wird der Erfolg allerdings vom Ausfall von Chris Baltisberger. Der Stürmer geht im Mitteldrittel nach einem Gerangel mit Tiger Glauser abseits des Spielgeschehens zu Boden und kann fortan mit einer mutmasslichen Beinverletzung nicht mehr mittun.
Der Beste: Pius Suter (ZSC Lions).
Die Pflaume: Samuel Erni (SCL Tigers).
Die Tore: 12. Hollenstein (Eigentor Erni) 0:1. 20. (19:40) DiDomenico (Pesonen) 1:1. 26. Suter (Wick, Roe) 1:2. 28. Trutmann (Bodenmann, Diem) 1:3. 46. Noreau (PP2) 1:4. 49. Maxwell 2:4. 50. Roe 2:5. 53. Suter 2:6. 57. Kuonen (Diem, Pesonen) 3:6. 60. Kuonen (DiDomenico) 4:6.
Ambri – Biel 3:1
4'493 Fans
Das Spiel: Was ist da bloss in die Schiedsrichter gefahren? In der 47. Spielminute zeigen sie eine Strafe an. Aber gegen wen bloss? Eine Geisterstrafe. Vermutlich aber gegen Ambri, weil eben der Bieler Ulmer gelegt wurde. Ambri kommt auch in Puckbesitz, aber zur Verwunderung aller bleibt ein Pfiff aus.
Ambri-Goalie Manzato verlässt darauf hin seinen Kasten, weil er annehmen darf, dass eine Strafe gegen Biel angezeigt ist. Die Seeländer kommen in Puckbesitz – aber wieder erfolgt kein Unterbruch. Dann liegt der Puck plötzlich im verlassenen Tor der Tessiner, aber die Headschiedsrichter verwehren dem vermeintlichen Ausgleich die Gültigkeit, sprechen nun plötzlich doch eine Strafe gegen Ambri aus. Eine bizarre Vorstellung der Schiedsrichter.
Ein Tatsachenentscheid? Ein regeltechnischer Fehler? Der EHC Biel deponiert auf jeden Fall einen Spielfeldprotest.
Kurz nach diesem regeltechnischen Hürdenlauf gelingt Ambri das 3:1. Zuvor drückt Ambri bis Spielmitte vergebens auf einen Treffer und wird dann auf dem falschen Fuss erwischt, als Yannick Rathgeb plötzlich allein vor Manzato auftaucht und einen Abpraller versenkt.
Ambri dreht die Partie im letzten Abschnitt innerhalb von drei Minuten. Der Österreicher Hofer gleicht die Partie mit seinem ersten Saisontreffer aus (er spielt nächste Saison für Biel), dann erwischt Nick Plastino den Bieler Schlussmann aus der Distanz, als er zum richtigen Zeitpunkt abdrückt – Paupe ist die Sicht gleich durch mehrere Spieler verstellt. Und dann drückt Trisconi der Partie mit dem 3:1 den Deckel auf. Vorerst.
Die Anekdote mit der Geisterstrafe dürfte auf jeden Fall ein Nachspiel haben.
Der Beste: Manzato (Ambri). Klasseleistung, jederzeit Herr der Lage.
Die Pflaume: Lemelin /Borga (Headschiedsrichter). Verlieren in der entscheidenden Phase der Partie komplett die Übersicht.
Die Tore: 33. Rathgeb (Rajala) 0:1. 41. Hofer (Fora, Zwerger/PP) 1:1. 44. Plastino (Trisconi, Fora) 2:1. 51. Trisconi (Zwerger) 3:1.
Lugano – Genf-Servette 1:2 n.V.
Das Spiel: Nach fünf Siegen in sechs Partien – davon zuletzt vier in Folge – wirken die Servettiens ziemlich gesättigt. Hunger nach Offensivaktionen ist nicht da. Nur so ist zu erklären, dass beispielsweise Lugano-Verteidiger Romain Loeffel kurz vor Spielhälfte allein gleich viele Schüsse aufs gegnerische Tor hat (5) wie Servettes gesamte Truppe.
Die Romands kommen überhaupt nicht auf Touren. Nach fünfeinhalb Minuten sieht sich Trainer Patrick Emond schon gezwungen, seine Spieler mit einem Timeout wachzurütteln – das seine Wirkung aber noch für längere Zeit verfehlt. Die Bianconeri dominieren das Spiel, schnüren die Genfer phasenweise in ihrer Zone ein oder luchsen ihnen einfach die Scheibe wieder ab, wenn sie denn mal in Puckbesitz sind. Wie ein frecher Romanenghi bei Genfs Topskorer Wingels.
Das Schussverhältnis nach zwei Dritteln aus Tessiner Sicht: 29:8! Und das Skore? 1:1. Denn aus dem Nichts haben die Servettiens ausgeglichen – mit einem Shorthander durch Wick. Obwohl kaum Spielanteile, wahren sich die Genfer durch diesen Treffer tatsächlich noch die Chance auf Punkte. Die Bianconeri haben in der Schlussphase die zwingenderen Möglichkeiten, aber die Servettiens bekommen fünf Minuten vor Ende noch ein Powerplay. Dieses Überzahlspiel können sie für die Entscheidung noch nicht nutzen.
Dafür die Verlängerung! NHL-Routinier Eric Fehr sichert den Genfern mit seinem Treffer zum 2:1 den fünften Sieg in Serie. Und Lugano verliert das dritte von bisher vier Heimspielen – obwohl es den Gegner dominiert hat (35:17 Schüsse!). Eigentlich.
Der Beste: Eric Fehr (Servette).
Die Pflaume: Taylor Chorney (Lugano). Viel zu passiv vor dem Shorthander.
Die Tore: 3. Romanenghi (Suri) 1:0. 39. Wick (Rod, Maurer/SH!) 1:1. 64. Fehr (Douay, Jacquemet) 1:2.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | ZSC Lions | 7 | 15 | 21 | |
2 | Genève-Servette HC | 8 | 1 | 13 | |
3 | HC Ambri-Piotta | 7 | -2 | 11 | |
4 | HC Ajoie | 7 | 2 | 11 | |
5 | HC Fribourg-Gottéron | 7 | 3 | 11 | |
6 | EV Zug | 5 | 9 | 10 | |
7 | HC Davos | 7 | -1 | 10 | |
8 | SCL Tigers | 7 | -3 | 9 | |
9 | SC Rapperswil-Jona Lakers | 7 | -6 | 9 | |
10 | Lausanne HC | 7 | -6 | 8 | |
11 | SC Bern | 5 | 0 | 7 | |
12 | EHC Biel | 6 | 1 | 7 | |
13 | EHC Kloten | 7 | -11 | 6 | |
14 | HC Lugano | 5 | -2 | 5 |