Nach 12 Minuten ist der Weg für einen vergnüglichen Abend von Ambri in diesem Sechspunktespiel geebnet. Kloten musste seine beiden ausländischen Center Leino und Gignac krankheitsbedingt im Zürcher Unterland lassen und lässt sich in geschwächtem Zustand in der Startphase von den Leventinern übertölpeln. Lukas Landry und DiDomenico sind für die Tore verantwortlich.
Doch Kloten zeigt eine beeindruckende Moral, während Ambri den Fuss vom Gas nimmt. Bis zur ersten Drittelspause haben Lindroth und Morley den Schaden wieder behoben und es kommt für die Gäste noch viel besser. Der herausragende Morley und Ramel verwandeln den 0:2-Rückstand in eine 4:2-Führung. Ambri rennt an, aber bringt nichts mehr zustande. Und so wächst der Rückstand gegen den direkten Konkurrenten am Playout-Strich auf vier Punkte an.
Zuvor lud Ambri um 15 Uhr zur Medienkonferenz. Mit Spannung wurde der erste Auftritt des zukünftigen Sportchefs Lars Weibel erwartet, zumal CEO Andreas Fischer zwei Wochen zuvor eine Strategie angekündigt hatte, die es in Ambri zuvor noch nie gegeben hat. Doch wer von dieser Samstags-Orientierung mit Fischer und Weibel Bahnbrechendes erwartete, wurde enttäuscht. Ambri plant gemäss einer von Weibel präsentierten Folie zunächst eine Stabilisierung (2026/27), anschliessend ein zweijähriges Rebuilding fernab von offiziellen Playoff- und Play-In-Zielen, um dann in der Saison 2029/30 wieder ein Playoff-Anwärter zu sein.
Weibel, bis im Sommer noch Nati-Direktor, kaufte sich somit primär Zeit, indem er auch davon sprach, dass Wunder nicht innerhalb eines Jahres möglich seien und ein solches Rebuilding seine Geduld benötige. Man wolle künftig auf junge, hungrige Spieler mit Herz setzen, umflankt von einigen erfahrenen Akteuren und starken Ausländern sowie einem Trainer, der die Strategie mitträgt und die Jungen fördert. Dieser soll in der Leventina auch dafür sorgen, dass ein schnelles Hockey gespielt wird.
Nun ja, etwa so machen dies unter anderem auch die SCL Tigers und Kloten oder in Ansätzen fast alle, die nicht über die grossen finanziellen Mittel verfügen. Diese Idee ist auch dem, was Weibels Vorgänger Paolo Duca in den letzten Jahren angestossen hat, nicht wirklich fern und demnach alles andere als revolutionär. Die brennendere Frage ist vielmehr, ob es die Fans mittragen, wenn man erst auf die Saison 2029/30 wieder damit liebäugelt, ein Playoff-Anwärter zu sein. Doch zuerst müssen diese ohnehin in der Gegenwart leiden – wegen Tagen wie diesen.
Fans: 6495
Tore: 3. L. Landry (Grassi, D. Wüthrich) 1:0. 12. DiDomenico (Heed, Virtanen/PP2) 2:0. 17. Morley (Weibel, Smirnovs) 2:1. 18. Puhakka (Lindroth, Sidler/PP) 2:2. 26. Morley (Smirnovs) 2:3. 40. Ramel (Profico) 2:4. 58. R. Meier (Simic) 2:5 (ins leere Tor).
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | HC Davos | 49 | 63 | 108 | |
2 | HC Fribourg-Gottéron | 49 | 45 | 94 | |
3 | ZSC Lions | 49 | 28 | 85 | |
4 | HC Lugano | 49 | 31 | 85 | |
5 | Genève-Servette HC | 49 | 2 | 82 | |
6 | Lausanne HC | 49 | 22 | 81 | |
7 | SC Rapperswil-Jona Lakers | 49 | -11 | 73 | |
8 | EV Zug | 49 | -14 | 73 | |
9 | SC Bern | 49 | -7 | 66 | |
10 | EHC Biel | 49 | -21 | 64 | |
11 | SCL Tigers | 49 | 0 | 64 | |
12 | EHC Kloten | 49 | -18 | 61 | |
13 | HC Ambri-Piotta | 49 | -49 | 54 | |
14 | HC Ajoie | 49 | -71 | 39 |




