156 Tage nach dem historischen Meister-Triumph von Fribourg hätte es zum ersten grossen Aufeinandertreffen kommen sollen. Von Meistergoalie Reto Berra und seinen Ex-Kollegen. Hätte, weil der neue Kloten-Keeper nicht im Kasten steht. Der 39-Jährige wird auf dem Matchblatt als krank geführt. Ein Schelm, wer mutmasst, dass Berra aus sentimentalen Gründen nicht spielt.
Waeber bisher solide
Ludovic Waeber, der den umgekehrten Weg gegangen ist und seit dieser Saison das Gottéron-Tor hütet, ist auf seinem Posten. Und bisher ganz ordentlich unterwegs in dieser Saison. Der 30-Jährige weist vor diesem Duell einen Durchschnitt von zwei Gegentoren pro Match auf. Diese Quote ist bei Berra da deutlich höher mit 3,7 pro Spiel. Es ist vielleicht, wie schon so manch grosser Goalie gesagt hat: Ein Torhüter ist nur so gut wie seine Vorderleute oder die Abstimmung mit ihnen.
Für Kloten ist es ohnehin eine herausfordernde Saison bisher, auch aufgrund der langen Verletztenliste. Dem Meister stellen sie sich nach fünf Niederlagen in Folge. Dabei sind den Zürcher Unterländern bloss sechs Tore gelungen, 21 haben sie kassiert.
Dass sie gegen Fribourg in Führung gehen, ist deshalb etwas Balsam auf die Seele. Gottéron-Verteidiger Rathgeb wird von Weibel und Körbler unter Druck gesetzt, bis er die Scheibe vertändelt vor dem Klotener 1:0 durch Derungs. Knackiger wird das Duell aber erst, als sich bei den Meistern etwas Frust breit macht, je länger sie ohne Treffer bleiben.
Fribourg noch nicht meisterlich
Wirklich bestechend ist der Auftritt Gottérons jedoch nicht. Gefährliche Torchancen sind rar, Berra-Ersatz Fadani hat lange alles im Griff. Erst Seilers Schuss, der kurz nach Ablauf des Fribourger Powerplays in die Maschen segelt, sieht der 25-Jährige nicht. Noch nicht auf meisterlichem Niveau angelangt ist das Powerplay, alle sechs Möglichkeiten lassen sie verstreichen.
Am Ende brauchen die Drachen etwas Glück und Marchon mit dem richtigen Riecher: Er steht optimal neben dem Kloten-Gehäuse, als Rathgebs Schuss am Aussennetz abgebremst wird und der Puck ihm vor die Füsse fällt. Via Fadanis Schlittschuh bringt er die Scheibe im Tor unter. Ein bitterer Moment des sonst soliden jungen Kloten-Torhüters. Den Schlusspunkt setzt Marchon noch mit einem herausgespielten Tor.
Fans: 4708
Tore: 24. Derungs (Weibel, Körbler) 1:0. 38. Seiler (Borgström, Richard) 1:1. 52. Marchon (Rathgeb) 1:2. 59. Bertschy (De la Rose) 1:3 (ins leere Tor). 60. Marchon (Borgström) 1:4.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | ZSC Lions | 7 | 15 | 21 | |
2 | Genève-Servette HC | 9 | 2 | 15 | |
3 | HC Fribourg-Gottéron | 8 | 6 | 14 | |
4 | HC Davos | 8 | 1 | 13 | |
5 | SCL Tigers | 8 | 1 | 12 | |
6 | HC Ajoie | 8 | 0 | 11 | |
7 | Lausanne HC | 8 | -3 | 11 | |
8 | HC Ambri-Piotta | 8 | -6 | 11 | |
9 | EV Zug | 5 | 9 | 10 | |
10 | SC Rapperswil-Jona Lakers | 8 | -9 | 9 | |
11 | HC Lugano | 6 | 1 | 8 | |
12 | SC Bern | 6 | -1 | 8 | |
13 | EHC Biel | 7 | -2 | 7 | |
14 | EHC Kloten | 8 | -14 | 6 |