Nach Pleitenserie der Klotener
Entlässt Sportchef Mitchell nun Trainer Mitchell?

Zwingt die Pleitenserie von sechs Niederlagen in Folge den EHC Kloten zum Handeln? Sportchef und Interimstrainer Larry Mitchell bleibt dabei, dass man nichts überstürzen darf.
Publiziert: 09.01.2024 um 16:23 Uhr
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Nach zuletzt sechs Niederlagen in Folge taumelt der EHC Kloten den Playout-Plätzen entgegen.
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Nicole VandenbrouckReporterin Eishockey

Der EHC Kloten in der Abwärtsspirale. Er droht, den Anschluss an die Konkurrenz zu verlieren. Nach sechs Pleiten in Serie ist der Druck gestiegen. In seiner Doppelrolle als Sportchef und Trainer, die er seit der Entlassung von Coach Gerry Fleming (56, Ka) am 19. November innehat, ist Larry Mitchell (56, Ka/De) gezwungen, sich aktuell um mehrere Baustellen zu kümmern: die Mannschaft als Trainer wieder auf Kurs bringen, bis er als Sportchef seinen perfekten Nachfolger als Coach gefunden hat. 

Blick: Eine Frage an den Sportchef – wie lange schauen Sie sich als Trainer noch zu?
Larry Mitchell: Wir haben regelmässig Meetings zur Trainer-Situation. In dieser Woche finden Gespräche mit Jeff Tomlinson und Anjo Urner (der Geschäftsführer, die Red.), in Zusammenarbeit mit der Sportkommission, der auch der VR beisitzt, sowie mit Trainer-Kandidaten statt. Es ist nicht einfach, gute Trainer stehen in dieser Phase einer Saison irgendwo unter Vertrag. Unser Plan nach der Entlassung von Gerry Fleming war, dass wir nach den Feiertagen mit den Gesprächen beginnen, ganz unabhängig von den Resultaten.

Also hat der Sportchef Larry Mitchell noch Geduld mit dem Trainer Larry Mitchell?
Ja. Ich habe immer betont, dass wir nicht vergessen dürfen, wer wir sind und woher wir kommen. Als Aufsteiger mit geringen finanziellen Mitteln muss alles zusammenpassen, um sich in den Top-10 platzieren zu können. Wir sind angetreten, um nicht auf einem Playout-Platz zu landen. Und dieses Ziel geben wir nicht auf.

Die derzeitige sportliche Krise mit sechs Niederlagen in Serie setzt Sie auf der Suche nach einem neuen Trainer aber schon stärker unter Druck, oder?
Jein. Seit 2005 bin ich als Trainer oder Sportchef tätig. Druck, gewisse Ziele zu erreichen, gibt es immer. Wenn man gewinnt oder punktet, nimmt er etwas ab. Und nach einer solchen Niederlagenserie ist es legitim, dass er etwas grösser ist. Trotzdem: Schnellschüsse haben noch nie zu etwas geführt. Ein Schnellschuss wäre auch für den EHC Kloten ein falsches Signal. Bei einem Trainerwechsel muss man den Richtigen finden, von dem man überzeugt ist, dass er das Ruder herumreissen kann.

Aber es besteht Handlungsbedarf?
Es besteht Diskussionsbedarf. Diese Entscheidung wird ja nicht von einer einzigen Person getroffen. Larry Mitchell entscheidet als Sportchef nicht alleine, wie lange Larry Mitchell der Trainer bleibt. Als ich übernommen habe, waren die Resultate zufriedenstellend. Zwischen der Mannschaft und mir stimmt es. Es wäre fahrlässig, jetzt einfach irgendjemand Neues einzustellen, der das gefährdet.

Wie analysieren Sie als Trainer und wie als Sportchef die aktuelle Krise?
Nicht unterschiedlich. Beides sind sportliche Funktionen. Individuelle Fehler und Strafen haben uns Spiele und Punkte gekostet. Aber grundsätzlich geht es um den mentalen Aspekt. Wir müssen es schaffen, unser Selbstvertrauen sowie das Vertrauen in unsere Fähigkeiten hochzuhalten.

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