Lohn-Wahnsinn: Schweizer Eishockey im Dilemma
Das verdienen die Spieler in der NLA

Die Einnahmen stagnieren, aber die Saläre der Stars explodieren. Eine fatale Entwicklung. Blick.ch präsentiert die Lohnliste der NLA-Stars.
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Von Albert Fässler

Die Jahresabschlüsse der 12 NLA-Klubs sprechen eine deutliche Sprache. Ligakrösus Bern macht dank professioneller Gastronomie- und Eventbewirtschaftung einen Gewinn in Millionenhöhe. Davos (Spengler Cup) und Fribourg (70% der Einnahmen aus dem Sponsoring!) schrieben zuletzt wenigstens eine schwarze Null.

In Zug kündigen sich dank neuem Stadion bessere Zeiten an. Und zumindest temporär ist auch Genf/Servette aus dem Schneider, nachdem die Stadt eine Defizitgarantie über drei Jahre gesprochen hat. Beim Rest der Liga dominieren die roten Zahlen.

Zuschauerzahlen sinken

Das Problem dürfte sich weiter zuspitzen. Denn die Sponsoring- und Werbeeinnahmen stagnieren praktisch überall. Die Zuschauerzahlen zeigen nach dem ersten Drittel der Qualifikation sinkende Tendenz. Zusätzliches Geld lässt sich am ehesten im Catering- und Eventbereich verdienen, was bei den ZSC Lions und den Kloten Flyers zurzeit aber ein Ding der Unmöglichkeit ist.

Mäzene stopfen die Finanz-Löcher

So müssen schliesslich Mäzene wie Walter Frey (ZSC Lions), Geo Mantegazza (Lugano) oder Jürg Bircher (Kloten Flyers) die Löcher stopfen, um den Klub am Leben zu halten.

Vor diesem Hintergrund erstaunt umso mehr, wie im NLA-Zirkus weiterhin gross angerichtet wird.

Teurer Diaz für Zug

Für die neuste Schlagzeile sorgte Rafael Diaz, der sich seine Fähigkeiten in Zug vergolden lässt. Mit einem Basissalär von 600000 Franken (Laufzeit 5 Jahre) kann der Internationale seine bisherigen Bezüge glatt verdoppeln und avanciert zum bestbezahlten NLA-Verteidiger (gestern exklusiv im BLICK).

«Wir können es uns nicht leisten, Diaz zur Konkurrenz ziehen zu lassen», sagt Zugs Sportchef Patrick Lengwiler. Also: Bezahlen und schweigen – die Spieler (und ihre Agenten) sitzen am längeren Hebel.

Diaz ist mit dem künftigen Salär in guter Gesellschaft. Dicke Löhne kassieren nämlich auch andere Topshots (siehe Diashow). «Mir macht diese Entwicklung echt Angst», kommentiert ZSC-CEO Peter Zahner den Lohn-Wahnsinn.

Kein Zustand für die Ewigkeit

Irgendwann geht diese Rechnung nicht mehr auf, zumal nebst den Salären der Spieler auch die Sicherheitskosten regelrecht explodiert sind.» Ambris Geschäftsführer Jean-Jacques Aeschlimann teilt die Bedenken seines Zürcher Kollegen: «Die Schere zwischen reich und arm geht immer weiter auf. Das kann doch nicht im Interesse der Liga sein.»

National League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
HC Davos
HC Davos
52
71
117
2
HC Fribourg-Gottéron
HC Fribourg-Gottéron
52
46
100
3
Genève-Servette HC
Genève-Servette HC
52
15
91
4
ZSC Lions
ZSC Lions
52
32
91
5
HC Lugano
HC Lugano
52
30
89
6
Lausanne HC
Lausanne HC
52
18
85
7
SC Rapperswil-Jona Lakers
SC Rapperswil-Jona Lakers
52
-4
81
8
EV Zug
EV Zug
52
-19
75
9
SC Bern
SC Bern
52
-10
68
10
EHC Biel
EHC Biel
52
-22
67
11
SCL Tigers
SCL Tigers
52
-7
64
12
EHC Kloten
EHC Kloten
52
-26
63
13
HC Ambri-Piotta
HC Ambri-Piotta
52
-49
59
14
HC Ajoie
HC Ajoie
52
-75
42
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