Über eine Stunde lang debattierten drei Meister unter der Leitung von Nicole Vandenbrouck über den Playoff-Final zwischen Bern und Zug: Nati-Coach Patrick Fischer (Champion mit Lugano und Davos, Ex-SCB-Keeper und MySports-Experte, Marco Bührer und BLICK-Reporter Dino Kessler, der 1998 beim bisher einzigen Zuger Meistertitel mitspielte.
Als es zum Schluss zum Tipp geht, sagt Fischer: «Wenn ich den Nati-Hut ausziehe, bin ich Zuger. Mich würde es für Zug freuen. Doch der Bessere soll gewinnen.» Bührer bleibt seiner zweiten Heimat treu: «Ich kann nicht gut gegen Bern reden, sonst kann ich mich in keinem Restaurant mehr sehen lassen. Ich denke, die Serie wird über mindestens sechs Spiele gehen.» Und Kessler bleibt beim BLICK-Tipp: 4:3 für den SCB. «Doch es ist so eng, dass man fast eine Münze werfen könnte. Oder wenn man eine Best-of-21-Serie machen würde, hätte man zum Schluss ein 11:10.»
Während beim EVZ mit Dario Simion (mit Davos) und Sven Senter (mit den ZSC Lions) nur zwei Meister im Team hat, verfügt der SCB über tonnenweise Titel-Erfahrung. Welche Rolle spielt das? «In unserem Sport ist das Momentum extrem wichtig. Es ist wichtig, wie man reagiert, wenn etwas Schlechtes passiert», sagt Fischer. «Da sehe ich ein grosses Plus bei Bern. Der SCB weiss, wie man gewinnt und hat in der Vergangenheit schon schwierige Situationen gemeistert – auch in diesen Playoffs.»
Die Zuger haben den Nati-Coach aber auch beeindruckt. «Zug ist stabiler geworden, man findet kaum mehr eine Schwäche. Doch der Final ist eine andere Bühne.» Selbst habe er auch erst lernen müssen, zu verlieren. «Niederlagen machen einen stärker. Und die Zuger standen ja schon vor zwei Jahren im Final», sagt Fischer.
Zugs Trainer schätze er sehr. Dan Tangnes sei ein moderner Coach. «Die Zuger versuchen, den Gegner zu Fehlern zu zwingen. Und sie werden auch im Final viele Tore schiessen. Sie werden Bern von Anfang an unter Druck setzen.»Natürlich diskutierte die meisterliche Runde auch über das Duell zwischen Zugs Goalie Tobias Stephan und seinem designierten Nachfolger Leonardo Genoni. «Das ist sehr spannend», findet Ex-SCB-Keeper Bührer.
«Beide Goalies spielen auf einem Top-Level.» Er rät Stephan, «ja nicht die Medien zu lesen». Der EVZ-Torhüter müsse «alles ausblocken.»Kessler sagt über den vierfachen Meister im SCB-Tor: «Eine Ausstrahlung wie Genoni hat sonst in der Schweiz keiner.» Und für Stephan, sei es eine irrsinnige Belastung. «Als man Genoni verpflichtete, war es ein klares Signal an ihn, dass man es ihm nicht zutraut.»
Bührer wirft aber ein: «Ja, es ist eine Belastung für Stephan, aber auch ein Riesen-Challenge. Und er hat sein Niveau in der Vergangenheit immer erreicht – auch in den Playoffs.» Es sei nicht seine Schuld, dass er zwei Finals (beide gegen Bern) verloren habe und noch nicht Meister geworden sei.
Für Fischer ist Stephan das «Spiegelbild der ganzen Mannschaft». «Zug wartet seit 21 Jahren auf einen Titel, spielte stets auf hohem Niveau, schaffte aber die Krönung noch nicht.» Stephan sei ein «extrem ehrlicher Arbeiter», so Fischer. «Ich denke, er wird bereit sein.» (SR)
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