Für Spielpraxis in Wien – aber spielen darf er nicht
Ambris Zündel sorgt für Zündstoff in Österreich

Weil Salzburg die Freigabe verweigerte, durften die Vienna Capitals den österreichischen Nationalspieler Kilian Zündel (22) nicht einsetzen. Dabei lieh ihn Ambri für Spielpraxis nach Wien aus.
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Weil Kilian Zündel von einer Verletzung zurückkommt, hat ihn Ambri an die Vienna Capitals ausgeliehen, damit er Spielpraxis sammeln kann.
Foto: PIUS KOLLER
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Nicole VandenbrouckReporterin Eishockey

Die Meldung von Ambri war simpel, der Entscheid nachvollziehbar: Die Leventiner schickten Kilian Zündel (22) Anfang Woche zurück in seine Heimat Österreich. Bei den Vienna Capitals soll der verletzt gewesene National-Verteidiger zu Spielpraxis kommen.

Dann die Überraschung: Am Dienstag gegen Klagenfurt durfte der 22-Jährige von den Capitals nicht eingesetzt werden. Der Grund: Salzburg, wo er von 2016 bis 2022 spielte, gab Zündel nicht frei. Für eine entsprechende Freigabe verlange der Klub gemäss dem «Kurier» eine Stange Geld. Man beruft sich dabei auf ein Gentlemen's Agreement der österreichischen Klubs, um U23-Spieler nicht an Liga-Konkurrenten zu verlieren.

Ambri-Sportchef Duca überrascht

Von dieser Nachricht wird Ambri-Sportchef Paolo Duca (42) kalt erwischt. «Von diesem Gentlemen's Agreement habe ich nichts gewusst», betont er. Ihm sei von Vienna mitgeteilt worden, dass es mit Salzburg noch etwas zu regeln gebe. Aber nicht, dass ein Risiko besteht, dass Zündel gar nicht eingesetzt werden kann. «Wir haben ihn nur aus dem einen Grund nach Wien geschickt, damit er Spielrhythmus bekommt. Klärt sich das nicht innert Kürze, müssen wir eine andere Lösung für ihn suchen.»

Die Krux: Am Freitag duellieren sich die Vienna Capitals und Salzburg. Gut möglich, dass Salzburgs Verantwortliche daher absichtlich noch mit der Freigabe warten. In Österreich wird zudem von einem Machtkampf zwischen den beiden Klub-Managern Franz Kalla (Capitals) und Helmut Schlögl (Salzburg) gemunkelt. Sie sollen sich nun aber in Gesprächen zum Fall Zündel befinden.

Der Spieler selbst erfuhr erst zwei Stunden vor dem Einlaufen, dass er nicht spielen darf – und war entsprechend enttäuscht. Die Partie am Dienstag verloren die Vienna Capitals 2:5. Es war die neunte Niederlage in Serie, Trainer Marc Habscheid (Ka, Ex-Bern- und -Zug-Stürmer) wurde danach freigestellt.

National League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
HC Davos
HC Davos
46
61
102
2
HC Fribourg-Gottéron
HC Fribourg-Gottéron
47
42
88
3
HC Lugano
HC Lugano
46
34
81
4
ZSC Lions
ZSC Lions
46
27
80
5
Genève-Servette HC
Genève-Servette HC
46
3
77
6
Lausanne HC
Lausanne HC
46
21
76
7
SC Rapperswil-Jona Lakers
SC Rapperswil-Jona Lakers
46
-14
67
8
EV Zug
EV Zug
46
-16
67
9
SC Bern
SC Bern
46
-4
64
10
SCL Tigers
SCL Tigers
46
4
64
11
EHC Biel
EHC Biel
46
-22
59
12
EHC Kloten
EHC Kloten
46
-23
53
13
HC Ambri-Piotta
HC Ambri-Piotta
46
-44
52
14
HC Ajoie
HC Ajoie
47
-69
39
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