Der EHC Biel hat einen Trainer gesucht, der sofort bereit ist, die Liga, Gegner und die Spieler kennt. Die naheliegende Lösung? Christian Dubé (48). Er war der wohl am raschesten und auf unkomplizierteste Weise verfügbare Trainer auf der Kandidatenliste. Dem Vernehmen nach soll dabei die grösste Herausforderung gewesen sein, Dubé aus seinem wegen des WEF und Trump-Fiebers abgeriegelten derzeitigen Wohnort Davos herauszubekommen, um nach Biel zu gelangen.
Der seit 1999 in der Schweiz beheimatete Kanadier erhält im Seeland einen Vertrag bis zum Ende der nächsten Saison. Dubé war nach seiner herausragenden Spielerkarriere, die ihn mit dem SC Bern zu zwei Meistertiteln geführt hat, fast zehn Jahre der starke Mann bei Fribourg. Zunächst als Sportchef, dann in der Doppelfunktion Trainer/Sportchef und zuletzt als Trainer. Nach der Saison 2023/24 wurde Dubé entlassen, seither war er ohne Engagement.
Die unglückliche Episode mit Ambri
Doch sein Name tauchte stets auf, wenn irgendwo in der National League ein Trainer gesucht wurde. Schon letzte Saison und auch in dieser. Im Oktober kam es zur unglücklichen Episode mit Ambri: Präsident Filippo Lombardi und CEO Andreas Fischer trafen sich hinter dem Rücken von Sportchef Paolo Duca und Trainer Luca Cereda mit Dubé, um eine Anstellung auszuhandeln. Letztlich flog die Sache auf, sorgte für riesigen Unmut und der Deal platzte – zum Leidwesen von Dubé.
Biels Sportchef Martin Steinegger und Dubé kennen sich schon lange, einst spielten sie gemeinsam für den SCB. Sollte der derzeit auf Rang 11 liegende und um einen Play-In-Platz kämpfende EHC Biel auch durch die Verpflichtung von Dubé nicht in die Gänge kommen, können die beiden dann immer noch ein Jobsharing vornehmen. Dubé bringt wie erwähnt auch Erfahrungen als Sportchef mit, Steinegger stand bei Biel auch schon an der Bande.
Viel Zeit bleibt Dubé nicht
Doch vorerst hat Dubé die Aufgabe, in einer für Biel komplizierten Saison das Steuer herumzureissen. Die Mannschaft hat riesige Mühe, Konstanz zu finden, verfügt über eine eklatante Auswärtsschwäche und gab zuletzt mit blutleeren Auftritten Rätsel auf. Unter dem neuen Headcoach sollen zuerst einmal die drohenden Schreckgespenster der Playouts vertrieben und anschliessend via Qualifikation für die Play-Ins die Playoffs doch noch anvisiert werden.
Christian Dubé wird sein Amt am Donnerstag antreten und sein erstes Spiel als Biel-Trainer am Freitag auswärts gegen Lausanne bestreiten, ehe es am Samstag zur Heimpremiere gegen die SCRJ Lakers kommt. Viel Zeit, seine Ideen einzubringen, bleibt ihm nicht.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | HC Davos | 41 | 50 | 87 | |
2 | HC Fribourg-Gottéron | 41 | 39 | 77 | |
3 | Genève-Servette HC | 43 | 10 | 76 | |
4 | HC Lugano | 41 | 31 | 74 | |
5 | Lausanne HC | 43 | 19 | 71 | |
6 | ZSC Lions | 41 | 22 | 70 | |
7 | SC Rapperswil-Jona Lakers | 41 | -9 | 64 | |
8 | SCL Tigers | 42 | 5 | 59 | |
9 | EV Zug | 41 | -15 | 58 | |
10 | SC Bern | 41 | -13 | 53 | |
11 | EHC Biel | 41 | -20 | 51 | |
12 | EHC Kloten | 41 | -18 | 50 | |
13 | HC Ambri-Piotta | 41 | -40 | 46 | |
14 | HC Ajoie | 42 | -61 | 34 |