HC Davos – EV Zug 4:3
Hätte Anfang Saison jemand prophezeit, dass beim HCD im ersten Viertelfinal-Spiel Erstrunden-Draft Zadina überzählig ist, man hätte ihn für nicht ganz bei Trost gehalten. Der Grund? Der begnadete Tscheche taugt nicht auf der Center-Position, doch dort herrscht seit Corvis Ausfall Personalnot. Deshalb darf der Schwede Asplund ran.
Auswirkungen befürchtet man beim vor Selbstvertrauen strotzenden Quali-Sieger deswegen nicht, während der dominanten Regular Season ist es schon zu allen möglichen Aufstellungen gekommen. Die Leistungsträger haben immer ihren Job gemacht. Das erwartet man auch gegen den durchschnittlich gewesenen EVZ.
Was man zu sehen bekommt? Davoser, die drauf und dran sind, ihrer Favoritenrolle gerecht zu werden. Sie spulen entschlossen Chance um Chance ab, rein geht aber keine der Möglichkeiten. Denn da steht ja «Siebesiech» Genoni, der siebenfache Meisterkeeper und bester Rückhalt der Zuger. Als ihnen der Führungstreffer durch Künzle gelingt, wirken die Bündner noch nicht beunruhigt. Erst als sie im Powerplay nachdoppeln, verändert sich die Dynamik. Die einst zahnlosen Zuger beissen sich ins Spiel und reissen das Momentum an sich.
Der HCD, der in der Quali auch in mittelprächtigen Spielen eindrucksvoll einen Weg zum Sieg gefunden hat, gerät ins Straucheln. Bis er sich seiner Stärken besinnt. Nachdem Ryfors im Powerplay mit dem Anschlusstreffer reagiert, bleiben die Davoser trotz postwendendem Tor durch Herzog zur neuerlichen Zwei-Tore-Führung dran. Und Fora stochert den Puck im Gewusel zum 2:3 in den Kasten.
Damit ist Genoni jedoch überhaupt nicht einverstanden, reklamiert beim Ref, weil er denkt, er habe den Puck unter seinem Schoner blockiert. Er wird dabei vom Linesman fast noch von den Beinen geholt bei dessen Versuch, ihn auf Abstand zu halten. Und bei Lemieux’ Ablenker-Ausgleich zeigt der Meistergoalie ein Torraum-Offside an. So sieht man den sonst besonnenen 38-Jährigen selten. Vielleicht deshalb klingelts nur 33 Sekunden später wieder. Oder weil seine Vorderleute den defensiven Betrieb kurzerhand eingestellt haben und dem HCD damit die irre Wende ermöglichen.
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Tore: 23. Künzle (Stadler) 0:1. 37. Bengtsson (Künzle, Eggenberger/PP) 0:2. 51. Ryfors (Tambellini/PP) 1:2. 52. Herzog (Sklenicka, Kovar) 1:3. 54. Fora 2:3. 59. Lemieux (Ryfors) 3:3. 60. Frehner (Ryfors, Tambellini) 4:3.
Fribourg-Gottéron – SCRJ Lakers 2:5
Gottéron hinterlässt nach der zehntägigen Pause einen eingerosteten Eindruck. Das nutzen die SCRJ Lakers, die in ihrem fünften Spiel innert elf Tagen keinerlei Müdigkeit offenbaren.
Die Gastgeber haben zunächst mehr und die besseren Chancen. Nicht zuletzt nach zwölf Minuten. Erst scheitert De la Rose alleine vor Goalie Nyffeler. Dann bekommt auch Borgström noch per Penalty eine Möglichkeit, weil Fritz mit dem Stock De la Rose noch marginal behelligt hatte. Doch auch Borgström kann Nyffeler nicht bezwingen.
Weniger glücklich agiert kurz darauf Nyffelers Gegenüber. Statt dicht zu machen sticht Altmeister Berra übereifrig nach einem Puck hinter dem Tor, doch Rappi-Stürmer Wetter kommt dem Nati-Keeper zuvor und peitscht den Puck via Berras unteren Rücken ins Tor.
Es wird still in der davor lauten FKB-Arena. Das favorisierte Rönnberg-Team ist geschockt, wird nervös und kann nicht auf den Rückstand reagieren. Obwohl die Schiedsrichter dem Heimteam in den beiden ersten Dritteln zehn Minuten Powerplay offerieren. Doch der Zweite der Quali steht völlig neben den Schuhen. Und die Lakers legen mit einem Shorthander nach. Captain Larsson kann dabei in aller Ruhe übers Feld spazieren und hat dann das Auge und die Qualität, um Zangger am weiten Pfosten anzuspielen, wo dieser cool vollendet. Biasca zieht dabei beim Backchecking nicht mehr voll durch. Man fragt sich: Wer sind diese Leute auf dem Eis in den Gottéron-Trikots?
Als die Lakers zu Beginn des Schlussdrittels erstmals in Überzahl spielen, muss der erneut starke Nyffeler mit einer spektakulären Fussabwehr gegen Marchon einen Shorthander verhindern. Kurz darauf erhöht der erneut starke Rask. Und wenig später steht es 4:0, als Strömwall im zweiten Versuch ungehindert trifft. Die Entscheidung.
So gewinnt Rappi auch das dritte Spiel der Saison in Fribourg und legt in der Serie vor. Was macht das mit dem Nervenkostüm des Favoriten? Am Schluss werden dann nach einigen Raufereien noch die Strafbänke gefüllt.
Tore: 14. Wetter (Jelovac, Rask) 0:1. 25. Zangger (Larsson, Lammer/SH) 0:2. 43. Rask (Wetter, Larsson) 0:3. 46. Strömwall (Wetter) 0:4 56. Rathgeb (Borgström, De la Rose) 1:4. 60. Jelovac 1:5 (ins leere Tor). 60. Dorthe (SH) 2:5.
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